Volkswagen, Aktie

Volkswagen Aktie: 28.000 AbgÀnge besiegelt

18.06.2026 - 14:23:15 | boerse-global.de

VW-Chef Blume treibt den Stellenabbau voran: 28.000 Austritte vereinbart. Trotz Produkterfolgen bleiben die Margen schwach.

Volkswagen: 28.000 AbgÀnge besiegeln den Sparkurs
Volkswagen - Eine einzelne, silhouettierte Figur geht von einem modernen FabrikgebĂ€ude weg, das auf Arbeitsplatzverluste hinweist. 18.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Oliver Blume hat auf der heutigen Hauptversammlung keine Zweideutigkeit gelassen: Der Sparkurs lĂ€uft, und er lĂ€uft schneller als viele erwartet hatten. 28.000 freiwillige Austritte sind bereits fest vereinbart — ein konkreter Fortschritt beim Ziel, konzernweit 50.000 Stellen bis 2030 abzubauen.

Allein bei der Kernmarke VW, wo 35.000 Stellen wegfallen sollen, wird sich die Belegschaft bis Ende 2026 um 19.000 reduzieren. Die Fabrikkosten an deutschen Standorten sanken 2025 um mehr als 20 Prozent. Blume sprach von Wirkung — rĂ€umte aber ein, dass Zölle, Handelsbarrieren und geopolitische Risiken diese Erfolge teilweise aufzehren.

Produkte gut, Margen schwach

Die Botschaft des Konzernchefs war ehrlich unbequem: "Mit unseren Produkten stehen wir wieder vorn im Wettbewerb. Allerdings verdienen wir damit nicht genug Geld." Als Beleg verwies er auf neue Modelle wie den elektrischen ID. Polo. Das Renditeziel fĂŒr 2030 liegt bei 8 bis 10 Prozent Umsatzrendite — davon ist VW derzeit weit entfernt.

Weitere wesentliche Entscheidungen zum "Zielbild Volkswagen Konzern 2030" sollen im Sommer gemeinsam mit dem Aufsichtsrat fallen. Bis 2030 plant Blume außerdem, die KapazitĂ€t europĂ€ischer Werke um weitere 500.000 Fahrzeuge zu senken — zusĂ€tzlich zum bereits laufenden Abbau von einer Million Fahrzeugen bis 2028.

OsnabrĂŒck und die RĂŒstungsfrage

Ein Nebenthema zog ebenfalls Aufmerksamkeit auf sich. Das Werk OsnabrĂŒck, wo die Pkw-Fertigung 2027 auslĂ€uft, steht vor einer unklaren Zukunft. Niedersachsens MinisterprĂ€sident Olaf Lies sprach sich dafĂŒr aus, den Standort mit rund 2.000 BeschĂ€ftigten gemeinsam mit RĂŒstungspartnern weiterzuentwickeln — und betonte, VW solle dabei nicht einfach die SchlĂŒssel abgeben. Eine Entscheidung soll bis Ende des Jahres fallen.

Indes steht auf der Tagesordnung der HV auch die Wiederwahl von Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch fĂŒr weitere fĂŒnf Jahre. Porsche SE und das Land Niedersachsen halten zusammen mehr als 70 Prozent der Stimmrechte — die Abstimmung dĂŒrfte entsprechend eindeutig ausfallen. Erneut zur Abstimmung kommen ferner die Diesel-Vergleiche mit Ex-Chef Martin Winterkorn, nachdem der Bundesgerichtshof die ursprĂŒngliche Zustimmung von 2021 aus formalen GrĂŒnden teilweise fĂŒr nichtig erklĂ€rt hatte.

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