Volkswagen Aktie: 52-Wochen-Tief bei 74,12 Euro
26.06.2026 - 19:45:11 | boerse-global.de
Bei Volkswagen eskaliert die Krise. Das Management um CEO Oliver Blume plant offenbar den Tabubruch. Die Kernmarke könnte aus dem Konzernverbund herausgelöst werden. Parallel dazu droht eine Verdopplung des geplanten Stellenabbaus. Anleger reagieren panisch.
Der Kurs stürzte am Freitag ab und markierte bei 74,12 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Aktuell notiert das Papier bei 74,76 Euro. Das entspricht einem Tagesverlust von gut dreieinhalb Prozent.
Seit Jahresbeginn verlor der Autobauer fast 30 Prozent an Wert. Ein RSI-Wert von 24,3 signalisiert eine massiv überverkaufte Lage. Fundamentale Hiobsbotschaften verhindern jedoch eine Erholung.
Abspaltung der Kernmarke
Medienberichten zufolge erwägt der Vorstand einen beispiellosen Umbau. Das Sanierungskonzept sieht eine radikale Option vor. Die Marke Volkswagen und die Teilefertigung könnten eigenständige Gesellschaften werden.
Das Ziel: mehr Handlungsspielraum. Der Schritt soll die markenübergreifende Komplexität reduzieren. Außerdem könnte das Management so die starren Strukturen des VW-Gesetzes umgehen. Dieses sichert dem Land Niedersachsen weitreichende Vetorechte. Der Betriebsrat und die IG Metall dürften erbitterten Widerstand leisten.
Werksschließungen rücken näher
Neben dem Strukturumbau schockieren neue Details zum Personalabbau. Statt 50.000 könnten weltweit bis zu 100.000 Arbeitsplätze wegfallen. In Deutschland stehen vier Standorte auf der Kippe. Dazu gehören Hannover, Zwickau, Emden und das Audi-Werk Neckarsulm.
Eine Schließung wäre historisch. Bisher galt für deutsche Werke eine Beschäftigungssicherung bis 2030. Der Vorstand will diese Garantien nun offenbar aufweichen. Eine existenzgefährdende Lage soll diesen Schritt rechtfertigen.
Großaktionär blockiert Rettungsdeal
Auf politischer Ebene wachsen die Hürden. Der katarische Staatsfonds blockiert offenbar die Rettung des Werks in Osnabrück. Katar hält 17 Prozent der Stimmrechte an Volkswagen.
Der israelische Rüstungskonzern Rafael wollte den Standort übernehmen. Doha lehnt israelische Verteidigungstechnologie auf dem Werksgelände ab. Für Volkswagen verschärft das die Lage erheblich.
Die Autoproduktion in Osnabrück läuft aus. Ab 2027 fehlen Anschlussaufträge für das Werk. Scheitert der Rüstungsdeal endgültig, drohen dem Konzern hohe Leerstandskosten. Rund 2.300 Arbeitsplätze stehen dort auf dem Spiel.
Am 9. Juli kommt es zum Schwur. Dann berät der Aufsichtsrat über das Sanierungskonzept. Arbeitnehmervertreter besetzen die Hälfte der Sitze im Gremium. Beobachter erwarten eine der härtesten Zerreißproben der vergangenen Jahrzehnte.
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