Volkswagen, Aktie

Volkswagen Aktie: Aufsichtsrat tagt am 9. Juli

03.07.2026 - 13:24:01 | boerse-global.de

VW prüft den Verkauf seiner Bundesliga-Beteiligungen. Niedersachsen stellt sich gegen Werksschließungen und pocht auf Beschäftigungssicherung.

Volkswagen erwägt Verkauf von FC Bayern und VfB Stuttgart Anteilen
Volkswagen - Eine abstrakte, atmosphärische Szene, die die Automobilindustrie und strategische Entscheidungsfindung darstellt. 03.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Volkswagen prüft offenbar den Verkauf seiner Anteile am FC Bayern München und am VfB Stuttgart. Der Konzern steckt mitten im Sparkurs. Gleichzeitig stellt sich Niedersachsen quer gegen Werksschließungen.

Bundesliga-Beteiligungen auf dem Prüfstand

Audi hält 8,33 Prozent am FC Bayern München. Porsche besitzt 10,4 Prozent am VfB Stuttgart. Beide Beteiligungen könnten laut Medienberichten zur Disposition stehen.

Audi kaufte die Bayern-Anteile 2009 für rund 90 Millionen Euro. Der Rekordmeister wird mittlerweile auf etwa 5,5 Milliarden US-Dollar geschätzt, das VW-Paket wäre demnach über 450 Millionen US-Dollar wert. Porsche stieg erst 2023 beim VfB Stuttgart ein, für rund 45 Millionen Euro.

Die Beteiligungen an den Vereinen aus Wolfsburg und Ingolstadt bleiben Berichten zufolge unangetastet. Eine endgültige Entscheidung zu den Verkäufen hat Volkswagen noch nicht getroffen.

Niedersachsen blockt Werksschließungen

Niedersachsens Kultusministerin und VW-Aufsichtsrätin Julia Willie Hamburg widersprach am Freitag Spekulationen über schnelle Werksschließungen. Sie nannte solche Pläne „keine Zukunftsstrategie". Stattdessen fordert sie mehr Innovation und bessere Synergien im Konzern.

Der Hintergrund: Das Manager Magazin berichtet von weltweit bis zu 100.000 gestrichenen Stellen. Vier deutsche Werke gelten als gefährdet – Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm.

Niedersachsen hält 20 Prozent der Stimmrechte an Volkswagen und damit ein Vetorecht. Das Land pocht auf die Beschäftigungssicherung bis 2030. Bricht Volkswagen diese Zusage, drohen laut Berichten eine Milliarde Euro Strafzahlung. Hamburg verwies zudem darauf, dass Werksschließungen wegen langer Vorlaufzeiten frühestens 2030 greifen könnten.

Die Aktie bleibt unter Druck

Die Volkswagen-Aktie notiert aktuell bei 74,32 Euro, ein Plus von 1,56 Prozent zum Vortag. Erst am 1. Juli fiel das Papier auf ein neues 52-Wochen-Tief bei 69,20 Euro.

Seit Jahresbeginn steht ein Minus von fast 30 Prozent zu Buche. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 94,22 Euro fehlen der Aktie gut 21 Prozent – der Abwärtstrend bleibt intakt. Der RSI von 33,7 deutet immerhin auf eine kurzfristige Überverkaufung hin.

Die Kursschwäche spiegelt tiefere Zweifel wider. Anleger fragen sich, ob Volkswagen gegen die chinesische Konkurrenz noch mithalten kann.

Aufsichtsrat entscheidet am 9. Juli

Am kommenden Donnerstag tagt der Aufsichtsrat. Vorstandschef Oliver Blume soll dort detaillierte Sparpläne vorlegen. Auch das Produktionsziel steht zur Debatte: Von einst 12 Millionen Fahrzeugen auf nun 8 Millionen.

Bis dahin bleibt offen, ob sich Volkswagen mit der IG Metall und Niedersachsen auf den Stellenabbau einigt. Die Gewerkschaft hat bei zu harten Einschnitten bereits einen „heißen Sommer" angekündigt.

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