ROUNDUP, VW-Chef

VW-Chef will Sparkurs - Vertrauensverlust in Belegschaft

03.12.2025 - 17:55:54

Volkswagen DE0007664039 hÀlt an seinem Sparkurs fest - doch unter den BeschÀftigten wÀchst die Sorge um die Zukunft.

Bei einer Betriebsversammlung in Wolfsburg traf der erneute Appell von Konzernchef Oliver Blume zu mehr Effizienz auf deutliche Vorbehalte aus der Belegschaft. Eine interne Umfrage zeigt: Das Vertrauen in den Vorstand ist zuletzt spĂŒrbar gesunken.

"Die KĂŒndigung der BeschĂ€ftigungssicherung und das Infragestellen von Standorten im Tarifkonflikt vor einem Jahr, das hat tiefe Spuren hinterlassen. Das Vertrauen in den Vorstand hat massiv gelitten", sagte die Betriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo laut einem internen Beitrag des Betriebsrates, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Cavallo stellte demnach auch Kernergebnisse einer aktuellen Belegschaftsumfrage des Gesamtbetriebsrates vor. Daraus gehe hervor, dass nur noch 16 Prozent der VW DE0007664039-BeschĂ€ftigten daran glauben, dass fĂŒr den Vorstand Wirtschaftlichkeit und BeschĂ€ftigungssicherung gleichrangige Unternehmensziele sind. 2021 habe dieser Wert noch bei knapp 40 Prozent gelegen.

VW-Boss: Kostensenkung konsequent fortsetzen

Konzernchef Oliver Blume hingegen will den Sparkurs des Autoherstellers weiter vorantreiben. Wenn der Konzern auch kĂŒnftig mit seinen Fahrzeugen Geld verdienen und wettbewerbsfĂ€hig sein wolle, mĂŒssten die Kosten weiter konsequent optimiert werden, sagte Blume nach Angaben aus dem Unternehmen bei der Betriebsversammlung in Wolfsburg. VW habe gefragte Produkte und Top-Technologien - nun gehe es darum, die ProduktivitĂ€t zu heben und Prozesse zu vereinfachen.

Blume betonte, wie wichtig es sei, den Konzern klar auf die Anforderungen der Zukunft und die RealitÀt des Marktes auszurichten. Nach seinen Worten hat sich das Unternehmen deshalb gemeinsam mit den Tarifpartnern so umfassend neu aufgestellt. Die Vereinbarungen werden laut Blume gemeinsam umgesetzt und kommen gut voran. Nur ein wirtschaftlich starkes Unternehmen sei ein sicherer Arbeitgeber, sagte der Vorstandschef zur Belegschaft.

Das Unternehmen und die Gewerkschaft IG Metall hatten sich Ende Dezember 2024 nach langem Ringen und mehreren Warnstreiks auf ein Sanierungsprogramm geeinigt, das den Abbau von 35.000 ArbeitsplĂ€tzen in Deutschland bis 2030 vorsieht. Im Gegenzug hat VW die zuvor gekĂŒndigte BeschĂ€ftigungssicherung wieder in Kraft gesetzt und bis 2030 verlĂ€ngert.

MinisterprÀsident: Joberhalt hat oberste PrioritÀt

Niedersachsens MinisterprĂ€sident Olaf Lies nannte den Erhalt von Jobs als oberstes Ziel. "Jede Entscheidung mĂŒssen wir der Sicherung von ArbeitsplĂ€tzen und unserer industriellen Substanz unterordnen", sagte der SPD-Politiker. Es gehe jetzt um VerlĂ€sslichkeit und Planungssicherheit statt um Schlagzeilen und politische TrophĂ€en.

Beim Werben um verlĂ€ssliche, realistische Leitplanken aus Berlin und BrĂŒssel seien erste Erfolge sichtbar. "ElektromobilitĂ€t bleibt unser Leitweg. ZusĂ€tzliche Technologieoptionen setzen wir auf dem Weg nach 2035 und darĂŒber hinaus pragmatisch ein", sagte Lies mit Blick auf die aktuelle Debatte um das sogenannte Verbrenner-Aus ab 2035.

Das Land ist mit 20 Prozent zweitgrĂ¶ĂŸter VW-Anteilseigner, Lies sitzt im Aufsichtsrat.

@ dpa.de