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Volkswagen: Gewinn halbiert sich nach Porsche-Kurswechsel und US-Zöllen

11.03.2026 - 00:00:26 | boerse-global.de

Der Volkswagen-Konzern meldet einen drastischen Gewinneinbruch um 53 Prozent, verursacht durch Milliardensonderbelastungen bei Porsche und US-Handelszölle. Ein radikaler Sparkurs mit Stellenabbau folgt.

Volkswagen: Gewinn halbiert sich nach Porsche-Kurswechsel und US-Zöllen - Foto: ĂŒber boerse-global.de
Volkswagen: Gewinn halbiert sich nach Porsche-Kurswechsel und US-Zöllen - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Der Volkswagen-Konzern steckt in einer tiefen Krise. Europa grĂ¶ĂŸter Autobauer hat seinen operativen Gewinn im GeschĂ€ftsjahr 2025 fast halbiert. Verantwortlich sind Milliardensonderbelastungen durch den Elektroauto-Kurswechsel bei Porsche und massive US-Handelszölle.

Finanzen im freien Fall

Die Zahlen, die VW heute offiziell vorlegte, sind dramatisch. Der operative Gewinn brach um 53 Prozent auf nur noch 8,9 Milliarden Euro ein – der schwĂ€chste Wert seit dem Dieselskandal 2015. Der Nettogewinn sank um 44 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro. Die Marge rutschte von knapp sechs auf nur noch 2,8 Prozent. Die AktionĂ€re spĂŒren den Absturz direkt: Die Dividende wird um 17 Prozent gekĂŒrzt.

Trotz stabiler UmsĂ€tze von rund 322 Milliarden Euro ist die Ertragskraft damit auf ein nicht nachhaltiges Niveau gesunken. Die Finanzchefs rĂ€umten ein, dass die aktuellen ErtrĂ€ge fĂŒr die langfristige ZukunftsfĂ€higkeit des Konzerns nicht ausreichen.

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Porsche als grĂ¶ĂŸter Verlustbringer

Ein Hauptgrund fĂŒr die Misere liegt in Wolfsburgs Prestigemarke. Porsche erlebte einen beispiellosen Gewinneinbruch. Aus 5,3 Milliarden Euro operativem Gewinn 2024 wurden 2025 magere 90 Millionen. Verantwortlich ist eine teure strategische Kehrtwende.

Angesichts einer schleppenden Nachfrage nach reinen E-Autos und anhaltender Kundenliebe zum Verbrenner verlĂ€ngerte Porsche ĂŒberraschend die Lebenszyklen seiner konventionellen Modelle. Diese Neuausrichtung schlug mit rund fĂŒnf Milliarden Euro an Sonderaufwendungen zu Buche, darunter hohe Wertberichtigungen. Ein LehrstĂŒck fĂŒr den Konflikt zwischen ambitionierten Elektrozielen und der MarktrealitĂ€t.

Geopolitische Bremsklötze und Jobabbau

Doch nicht nur interne Probleme drĂŒcken die Bilanz. Externe Schocks kamen hinzu. US-Handelszölle kosteten den Konzern im abgelaufenen Jahr etwa drei Milliarden Euro. Gleichzeitig verschĂ€rfte sich der Wettbewerbsdruck in China, dem wichtigsten Absatzmarkt.

Die globale Auslieferung blieb mit 8,98 Millionen Fahrzeugen nahezu stabil. Doch wÀhrend Europa leicht zulegte, brachen die Zahlen in Nordamerika (-12%) und China (-6%) ein. Einzig das Volumensegment mit der VW-Kernmarke verhinderte einen noch schlimmeren Absturz.

Als Konsequenz leitet der Konzern nun einen radikalen Sparkurs ein. Bis 2030 sollen in Deutschland rund 50.000 ArbeitsplĂ€tze wegfallen – bei Volkswagen, Audi und der defizitĂ€ren Softwaretochter Cariad. Selbst der Vorstandsvorsitzende muss verzichten: Seine VergĂŒtung sank um etwa drei Millionen auf 7,4 Millionen Euro.

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Ausblick bleibt verhalten

FĂŒr das laufende Jahr 2026 erwartet die KonzernfĂŒhrung nur eine mĂ€ĂŸige Erholung. Der Umsatz soll stagnieren oder maximal um drei Prozent wachsen. Die operative Marge wird auf 4,0 bis 5,5 Prozent angepeilt – immer noch weit entfernt vom strategischen Langfristziel von 8 bis 10 Prozent.

Die Zukunft des Autoriesen hĂ€ngt nun davon ab, ob die Stabilisierung in China gelingt, die US-Zollpolitik navigiert werden kann und der harte Sparkurs ohne massive operative BrĂŒche umgesetzt wird. Der Vergleich mit der Dieselkrise, den der Betriebsrat selbst zieht, zeigt, wie ernst die Lage bei Volkswagen eingeschĂ€tzt wird.

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