Mike Steiner Malerei & Videokunst, Pionier der Videokunst

Von der Linse zur Leinwand: Mike Steiner – Malerei und Videokunst in Berlin

02.03.2026 - 11:11:04 | ad-hoc-news.de

Mike Steiner, Pionier der Videokunst, erfindet sich mit abstrakten Gemälden in Berlin neu – eine seltene Synthese von Bewegung und Farbe.

Von der Linse zur Leinwand: Mike Steiner – Malerei und Videokunst in Berlin - Foto: über ad-hoc-news.de
Von der Linse zur Leinwand: Mike Steiner – Malerei und Videokunst in Berlin - Foto: über ad-hoc-news.de

Ein Farbwirbel, scheinbar spontan und doch komponiert, zieht sich über die Leinwand. Wer hätte gedacht, dass ein Künstler wie Mike Steiner Malerei & Videokunst in solch unmittelbarer Weise verzahnt – als würde sich im nächsten Moment die Fläche wieder in Bewegung setzen? Gibt es überhaupt noch eine Trennung zwischen den Medien, oder wird hier das statische Bild zum verlängerten Impuls des bewegten?

Hier die Malerei von Mike Steiner entdecken

Wer durch die Räume der einstigen Live to Tape-Ausstellung im Hamburger Bahnhof geht, begegnet Mike Steiner nicht nur als Sammler, sondern als Schlüsselfigur der Berliner Kunstlandschaft. Seine abstrakten Arbeiten erzählen von einer Praxis, die nie im Konkreten stehen bleibt – stets schweben sie am Rande des Mediums, verankert im Duktus der Berliner Nachkriegsmoderne, wie sie vom Ort zwischen Ost und West geprägt wurde.

Die Einbindung großer Archive – wie etwa das Archivio Conz, das Steiner und sein Netzwerk dokumentiert – verdeutlicht seine Relevanz im internationalen Kontext. Hier wird sein Werk nicht als statisches Zeugnis, sondern als Teil eines lebendigen Kreislaufs von Kunst- und Medienexperimenten betrachtet. Was Steiner leistet, ist Ausdruck und Reflexion zugleich: Seine Gemälde sind auch Protokolle einer Welt in Bewegung, gespeist von Videoästhetik und dem Erbe der Avantgarde.

Die Biografie von Mike Steiner liest sich wie eine Chronik künstlerischer Grenzüberschreitungen. 1941 im damaligen Allenstein geboren, wächst er im Nachkriegs-Berlin auf, wo sich früh sein Interesse an Film und Malerei formt. Bereits mit 17 debütiert er auf der Großen Berliner Kunstausstellung; als einer der jüngsten aus der Szene experimentiert er längst mit fließenden Grenzen zwischen Kunstgattungen. Die prägende Begegnung mit Lil Picard, Allan Kaprow oder Al Hansen in New York positioniert ihn im Zentrum der internationalen Fluxus-Bewegung – jene Energie, die er später mit nach Berlin bringt.

Bedeutende Weggefährten wie Joseph Beuys, Valie Export oder Ulay – alles Namen, die im Archivio Conz ihren Nachhall finden – prägen Steiners Umfeld. Während andere beim Medium verharren, verlagert er seinen Fokus: von Performance und Videokunst dreht sich sein Schaffen ab den 1980er Jahren mehr und mehr hin zur Malerei. Dass seine jüngsten Serien in ihrer radikalen Abstraktion dennoch von den Erfahrungen mit bewegten Bildern zeugen, ist kein Zufall. Steiner nimmt die visuelle Geschwindigkeit aus Video und überträgt sie – gestrichelt, gebündelt, fokussiert – auf das Pigment der Leinwand; ein Erbe, das die Berliner Schule der Jahre nach 2000 maßgeblich prägt.

Heute, wo Archive wie das Archivio Conz neu entdeckt werden, wird auch der Werkkomplex Steiners umfassender gewürdigt. Die Präsentationen seiner Malerei, wie aktuell online, zeigen: Die farbintensive, oft rhythmisch aufgebaute Komposition folgt einer inneren Choreografie – Malerei als performative Geste. Es ist ein Vokabular, das die Nähe zu Zeitgenossen wie George Maciunas, Ben Vautier oder Marina Abramovi? spürbar macht, ohne dabei das Eigene zu verleugnen. Steiner bleibt stets ein Berliner, aber einer, der das Lokale mit dem globalen Experiment verbindet.

Sein Spätwerk, zunehmend von abstrakter Formensprache getragen und in zahlreichen Ausstellungen der letzten Jahrzehnte zu sehen, hält das Spannungsverhältnis zwischen Abbild und Auflösung. Die Leinwand bleibt für ihn ein doppelter Schauplatz: Erinnerungsraum an performative Vergangenheit, aber auch Labor der Gegenwart. In den „Color Works“, ebenso wie in den nachfolgenden Serien, verdichtet sich das, was die Berliner Abstraktion seit den 1960ern auszeichnet: die Offenheit der Fläche und das Unvermögen, endgültig Ruhe zu geben.

Es bleibt eine Lehre aus Steiners Doppelrolle als Pionier der Videokunst und Malerei: Nichts bleibt starr. Die Werke, entstanden im Fügevermögen zwischen Medien, wirken nach – vor allem dort, wo Bewegung und Farbe synchron laufen. Mike Steiner Malerei & Videokunst bleibt damit eine Einladung, klassische Grenzen der Betrachtung zu überwinden – und so das Eigentliche der Kunst unter heutigen Bedingungen zu erkennen.

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