APA OeNB-Blog: HartnĂ€ckiger Gender-Gap bei Finanzwissen in Ăsterreich
05.03.2026 - 15:15:14 | dpa.deVor allem junge Frauen schneiden schlechter ab, wenn es um Finanzwissen und finanzielles Wohlbefinden geht - OeNB setzt Schwerpunkt auf diese Zielgruppe
Wien (APA-ots) - In Ăsterreich haben Frauen ein um 8,4 % geringeres Finanzwissen als MĂ€nner - eine bestĂ€ndige LĂŒcke, obwohl das allgemeine Finanzwissen steigt. Auch das finanzielle Wohlbefinden ist bei Frauen niedriger. Daten aus dem aktuellen Austrian Survey of Financial Literacy liefern Erkenntnisse, die helfen, die Ursachen dieser LĂŒcke zu erklĂ€ren.
Der Finanzwissen-Gender-Gap ist bei JĂŒngeren besonders groĂ, wĂ€hrend er bei 45- bis 74-JĂ€hrigen kaum noch wahrzunehmen ist. Möglicherweise werden junge Frauen seltener ermutigt, finanzielle Verantwortung zu ĂŒbernehmen und holen Wissen erst spĂ€ter nach.
Auf Wissensfragen antworten Frauen oft vorsichtiger ("ich weiĂ nicht"), statt zu raten. Die gemessene LĂŒcke könnte daher auch Unterschiede beim Vertrauen in das eigene Wissen oder bei Antwortstrategien widerspiegeln.
Soziodemografische Faktoren (Einkommen, Bildung, Alter etc.) erklĂ€ren den Gender-Gap nur teilweise - selbst bei Gleichheit dieser Merkmale bliebe eine LĂŒcke. Bis zu einem gewissen Grad könnten psychologische Aspekte helfen, die Differenz zu erklĂ€ren. HĂ€tten Frauen die gleiche Risikoneigung und das gleiche Selbstvertrauen in ihr Finanzwissen wie MĂ€nner, wĂŒrden wir einen um 2 Prozentpunkte geringeren Gender-Gap erwarten.
Hohes Finanzwissen korreliert mit gröĂerem finanziellem Wohlbefinden. Dieses wird mit Fragen zu finanziellen Reserven und zur Zufriedenheit mit der eigenen finanziellen Situation erhoben. Gezielte Finanzbildung könnte daher dabei helfen, finanzielles Wohlbefinden zu fördern, indem sie nicht nur Fachwissen vermittelt, sondern auch Selbstvertrauen stĂ€rkt und Rollenbilder aufbricht.
Die Forschungsergebnisse zu Finanzwissen beruhen in der Regel auf Fragebogenstudien, die Kompetenz im Alltag nicht vollstÀndig abbilden können. Eine direkte KausalitÀt lÀsst sich aus den Beobachtungen nicht ablesen. Zudem sind Frauen mit zahlreichen strukturellen Ungleichheiten konfrontiert, die hier nicht umfassend abgebildet werden können.
Um genau diesen Gender-Gap zu minimieren setzt die OeNB - zusĂ€tzlich zu ihrer TĂ€tigkeit im Rahmen der nationalen Finanzbildungsstrategie - gezielt eigene Initiativen um vor allem junge Erwachsene und Frauen bei Finanzentscheidungen zu unterstĂŒtzen:
- My Money Guide - ein Journal fĂŒr junge Erwachsene, das den Einstieg ins finanzielle Leben begleitet.
- Geldgedanken - ein neuer Schwerpunkt, der Frauen dabei unterstĂŒtzt, ihre Gedanken zu Geld zu sortieren und Barrieren abzubauen.
- GeldgesprÀche - ein neues Kartenset, das gerade gelauncht wurde und hilft, Geldthemen in Partnerschaften, Familien und Freundeskreisen zu enttabuisieren.
- Vorsorge x Ausdauersport - eine Influencer Kooperation, die sich rund um das Zusammenspiel von finanzieller und gesundheitlicher Vorsorge gezielt an Frauen richtet und auf Basis des Erfolgs 2025 auch 2026 fortgefĂŒhrt wird.
Da der Gender-Gap aber nicht nur in Ăsterreich markant ist, werden bereits auch ĂŒber LĂ€ndergrenzen hinweg AktivitĂ€ten gesetzt. Aktuell wurde auf europĂ€ischer Ebene diese Woche folgende Initiative gelauncht, die Finanzwissen und körperliche Fitness kombiniert:
Rund um den International Womens Day 2026 hat das Eurosystem unter dem Vorsitz der EuropÀischen Zentralbank (EZB) die EuroSteps Walking Challenge ins Leben gerufen: eine europaweite Initiative, die körperliche AktivitÀt - das ZÀhlen der tÀglichen Schritte - mit kompakten Lerninhalten zum Thema Geld verbindet.
Weitere Infos finden sich auf der Website zur Finanzbildung .
Zum OeNB-Blog .
RĂŒckfragehinweis: Oesterreichische Nationalbank Mag. Marlies Schroeder, MiM Telefon: +43-1-404 20-6900 E-Mail: marlies.schroeder@oenb.at Website: https://www.oenb.at
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/156/aom
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