ROUNDUP, Apple-Chef

Neuer Apple-Chef setzt Akzente mit erstem Falt-iPhone und KI

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 07:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Vor beinahe 20 Jahren prĂ€gte Apple US0378331005 mit dem iPhone den Grundstein fĂŒr die GerĂ€teklasse moderner Smartphones, jetzt spendiert der Konzern seinem wichtigsten Produkt die erste radikale VerĂ€nderung.

Sieben Jahre nach Vorreitern wie Samsung KR7005930003 steigt Apple ins GeschÀft mit aufklappbaren Telefonen ein. Ein Versprechen beim neuen Modell mit dem Namen iPhone Duo ist, es besser zu machen als die Konkurrenz.

Wirtschaftlich entging Apple durch die Falt-Abstinenz in den vergangenen Jahren nicht viel. Gerade einmal 2,2 Prozent der verkauften Smartphones sind nach Berechnungen der Marktforschungsfirma IDC Klapp-Modelle in verschiedenen Formaten - obwohl Samsung und chinesische Rivalen wie Huawei schon seit Jahren versuchen, die Kategorie im Markt zu etablieren.

Apple versichert nun, die richtige Formel gefunden zu haben: Ein breiteres Format als bei vielen Konkurrenz-GerÀten, keine nervige Falte in der Mitte des aufgeklappten Innen-Displays und eine Software-Optik, die auf den nahtlosen Wechsel zwischen den beiden Bildschirmen abgestimmt sei.

Teure GerÀteklasse

Doch das alles hat seinen Preis - auch weil die Kosten fĂŒr Speicherchips gerade wegen des Ausbaus von Rechenzentren im KI-Boom explosiv in die Höhe gehen. Mit einem Preis ab 2.299 Euro wird das Duo beim Marktstart im Oktober das bisher teuerste iPhone-Modell sein. Und die Spitzen-AusfĂŒhrung mit zwei Terabyte Speicher bringt 3.799 Euro auf den Kassenbon.

FĂŒr wen ist so ein GerĂ€t etwas? "ZunĂ€chst einmal fĂŒr alle, die das Geld dafĂŒr haben", sagt IDC-Branchenanalyst Francisco Jeronimo. Es gebe aber Apple-Fans, die bereit seien, jeden Preis fĂŒr etwas zu zahlen, was sich abhebe. Damit werde das iPhone Duo definitiv als Statussymbol dienen. Dann gebe es aber auch Leute, die ein iPhone und ein iPad-Tablet nutzten - "und jetzt die Chance haben, beides in einem GerĂ€t zu bekommen".

AbschlÀge bei der Kamera

Zugleich bringt die GerĂ€teform AbschlĂ€ge mit sich. Aufgeklappt ist das Duo das bisher dĂŒnnste iPhone. Das bedeutet weniger Platz fĂŒr Technik als etwa bei einem iPhone Pro, das eine hochgerĂŒstete Kamera in sich trĂ€gt. Beim Duo ist der Zoom US98980L1017 auf 2x beschrĂ€nkt, wĂ€hrend die Kamera des neuen iPhone 18 Pro sogar eine verĂ€nderbare physische Blende bekommt.

Branchenanalyst Bob O'Donnell von Technalysis Research glaubt allerdings nicht, dass das viele Interessenten abschrecken wird. FĂŒr einige iPhone-Nutzer sei die Kamera wichtiger, fĂŒr andere die DisplaygrĂ¶ĂŸe - und hier werde die Trennlinie zwischen KĂ€ufern von Pro und Duo liegen, argumentiert er. Auch O'Donnell sieht eher den Preis als Bremsfaktor: "Es ist eine Menge Geld fĂŒr eine Menge Laute."

Einstand fĂŒr frisch gekrönten Apple-Boss

Der neue Apple-Chef John Ternus kann seine Amtszeit damit gleich als Innovator beginnen. Als langjĂ€hriger GerĂ€techef des Konzerns dĂŒrfte er federfĂŒhrend fĂŒr die Entwicklung des Duo gewesen sein - und nun wird der Erfolg oder Flop des neuen GerĂ€ts auch mit seinem Namen verbunden werden.

Das Falt-iPhone hat ungefĂ€hr die Abmessungen eines Reisepasses - jeweils auf- und zusammengeklappt mit Displays innen und außen. Es weicht damit deutlich von ersten AnlĂ€ufen der Rivalen ab, die zunĂ€chst vor allem auf eine schmalere und höhere Form setzten, die sich zu einem quadratischen Display aufklappen lĂ€sst.

Konkurrenten hĂ€tten Falt-Telefone entwickelt, die sich wie "zwei aneinander geklebte Smartphones" anfĂŒhlten, begrĂŒndete Ternus etwas spöttisch Apples Entscheidung fĂŒr das Format. Mit den Pass-Abmessungen könne man dagegen besser von der grĂ¶ĂŸeren FlĂ€che des inneren Displays mit einer Diagonalen von 7,6 Zoll profitieren. Der Ă€ußere Bildschirm hat eine Diagonale von 5,4 Zoll und 90 Prozent der FlĂ€che eines iPhone 18 Pro.

"Tropfen im Ozean" - aber Milliardenmarkt

Kann Apple nun Falt-Smartphones aus der Nische herausholen? Nach StĂŒckzahlen werde die Kategorie gemessen am gesamten Smartphone-Markt weiterhin "ein Tropfen im Ozean" bleiben, sagt Jeronimo. Die teureren GerĂ€te könnten aber zum Jahr 2030 einen Umsatzanteil von zehn Prozent erreichen. Damit wĂ€re es ein lukratives Milliarden-GeschĂ€ft. IDC geht davon aus, dass Apple trotz des spĂ€ten Einstiegs binnen zwölf Monaten die FĂŒhrung in dem Marktsegment ĂŒbernehmen wird. Auch Analyst O'Donnell sagt, das iPhone Duo habe mit seinem Zusammenspiel von Technik und Software die GerĂ€tekategorie "neu definiert".

Apples Vision fĂŒr KI-Ära

Beim ersten Neuheiten-Event unter Ternus' Regie trat auch Apples Strategie fĂŒr die Ära KĂŒnstlicher Intelligenz klarer hervor. Apple will mit dem iPhone und anderen verknĂŒpften GerĂ€ten ein persönliches Zentrum fĂŒr KI bieten. Es ist die Antwort auf Versuche etwa des ChatGPT-Entwicklers OpenAI, eigene GerĂ€te als Tor zur KĂŒnstlichen Intelligenz zu etablieren. Apple betont dabei den Datenschutz und hebt die Verarbeitung von Informationen auf den GerĂ€ten statt in der Cloud hervor.

Ein erster Blick darauf in Aktion sind neue Funktionen fĂŒr die frischen Computer-Uhren Watch Series 12 und Ultra 4. Sie können auf Wunsch Unterhaltungen im Laufe des Tages zusammenfassen - sowie in den vergangenen 15 Sekunden Gesagtes als Text wiederholen. Apple versichert, dass dafĂŒr ĂŒberhaupt keine Aufzeichnungen angefertigt wĂŒrden und der Konzern nicht auf irgendwelche Informationen zugreifen könne.

Neues iPhone Pro - aber kein Standard-Modell

Zusammen mit dem Duo stellte Apple auch die nĂ€chste Generation des iPhone Pro vor. Vom Standard-Modell, das bisher stets gleichzeitig vorgestellt wurde, war diesmal aber nicht die Rede. Nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg soll es erst im FrĂŒhjahr folgen.

Die Kamera des iPhone 18 Pro soll unter anderem bessere Bilder bei schlechten LichtverhĂ€ltnissen machen. DafĂŒr soll unter anderem eine verstellbare Blende wie bei klassischen Fotoapparaten sorgen.

In Zeiten von KI-Fakes wird mit der Funktion Apple Reference Image ein unverĂ€ndertes Originalbild des Bildsensors gespeichert, das nicht verĂ€ndert werden kann. Damit kann immer ein Referenzbild ohne VerĂ€nderungen ĂŒberprĂŒft werden.

Mit einem Preis ab 1.449 Euro wird das iPhone 18 Pro 150 Euro teurer als das VorgÀngermodell. Apple erhöhte im Sommer die Preise auf breiter Front unter Verweis auf die im KI-Boom explosiv gestiegenen Speicherkosten. Damals blieben die iPhone-Preise aber unverÀndert.

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