Mehr als 50 Staaten forcieren Abkehr von Kohle, Ăl und Gas
30.04.2026 - 06:09:02 | dpa.de"Gemeinsam sind wir stÀrker und können mehr erreichen - und genau daraus werden sich die Ergebnisse ergeben", sagte die niederlÀndische Klimaministerin Stientje van Veldhoven bei der von Kolumbien und den Niederlanden ausgerichteten internationalen Konferenz in Santa Marta.
Fokus auf Umsetzung statt neue Ziele
An dem Treffen in der kolumbianischen KĂŒstenstadt nahmen neben 57 LĂ€nder teil, die zusammen rund ein Drittel der weltweiten Wirtschaftsleistung reprĂ€sentieren. Ziel war es nicht, neue Klimaziele zu verhandeln, sondern die Umsetzung bestehender Zusagen voranzubringen. Im Mittelpunkt standen der Abbau wirtschaftlicher AbhĂ€ngigkeit von fossilen Brennstoffen, der Umbau von Angebot und Nachfrage im Energiesektor sowie eine stĂ€rkere internationale Zusammenarbeit.
Deutschland wurde bei der Konferenz durch StaatssekretÀr Jochen Flasbarth aus dem Bundesumweltministerium vertreten. Er sollte nach Regierungsangaben die deutschen Erfahrungen mit dem Kohleausstieg einbringen.
Ein zusammenfassender Bericht der Gastgeber hebt hervor, dass die weltweite Bedeutung erneuerbarer Energien stark wÀchst. Die KapazitÀt zur Stromerzeugung aus nachhaltigen Quellen lag demnach 2025 fast 50 Prozent höher als 2023.
Trotz dieser Fortschritte sehen die Teilnehmer aber erhebliche strukturelle HĂŒrden. Viele Volkswirtschaften seien weiterhin stark von fossilen Energien abhĂ€ngig, zudem erschwerten drĂŒckende Schuldenberge und bestehende Finanzstrukturen den Umbau. Dabei unterstrichen geopolitische Spannungen wie im Nahen Osten, wie verwundbar die Energieversorgung dieser Staaten und wie wichtig ein Umstieg auf erneuerbare Quellen sei.
Konkrete Arbeitsformate vereinbart
Als Ergebnis des Treffens legten die Gastgeber mehrere Arbeitsbereiche fest, in denen LĂ€nder kĂŒnftig enger zusammenarbeiten sollen. Dabei geht es unter anderem um nationale FahrplĂ€ne, Finanzierungsfragen und eine bessere Abstimmung zwischen Produzenten und Verbrauchern fossiler Energien. Zudem wurde ein wissenschaftliches Gremium vorgestellt, das Staaten bei der Planung der Energiewende unterstĂŒtzen soll.
Konferenzteilnehmer und Organisationen wie die Fossil Fuel Treaty Initiative verwiesen indes darauf, dass ein verbindlicher internationaler Rahmen fĂŒr den Ausstieg aus fossilen Energien bislang fehlt.
Eine Folgekonferenz ist fĂŒr 2027 geplant und soll vom pazifischen Inselstaat Tuvalu gemeinsam mit Irland ausgerichtet werden.
Die Konferenz versteht sich als ErgĂ€nzung zu den UN-Klimaverhandlungen und als Reaktion auf schleppende Fortschritte bei globalen Vereinbarungen zum Ausstieg aus fossilen Energien. Kohle, Ăl und Gas sind fĂŒr den GroĂteil der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich und gelten als Haupttreiber der Klimakrise.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
