AKTIEN IM FOKUS: Microsoft und Alphabet zollen Rekordlauf Tribut
31.01.2024 - 20:18:59 | dpa.deDie hochgesteckten Erwartungen des Marktes konnte keines der Unternehmen in GĂ€nze erfĂŒllen, was die Anleger angesichts der jĂŒngsten RekordlĂ€ufe nun wieder vorsichtiger stimmte. Ungeachtet der fortdauernden Euphorie rund um das Thema KĂŒnstliche Intelligenz (KI) wurden Gewinne mitgenommen.
Microsoft US5949181045, die zum Handelsstart noch auf ein Rekordhoch ĂŒber 415 US-Dollar geklettert waren, bĂŒĂten zuletzt 1,7 Prozent auf 401,77 Dollar ein. Die A-Aktien der Google US02079K1059-Mutter Alphabet verloren 6,6 Prozent auf 141,49 Dollar und die C-Aktien US02079K3079 6,5 Prozent auf 143,15 Dollar, womit sie Schlusslicht im technologielastigen Nasdaq 100 US6311011026 waren. Allerdings hatten auch sie erst am Montag Bestmarken erreicht.
Ăber den Software-Giganten Microsoft Ă€uĂerten sich die Analysten unisono insgesamt beifĂ€llig. Zahlreiche unter ihnen hoben ihre Kursziele an und bekrĂ€ftigten zugleich ihr positives Anlageurteil. Es sei inzwischen erkennbar, dass sich das Engagement im Bereich KI langsam aber sicher positiv auf die GeschĂ€ftsentwicklung auswirke, schrieb etwa Barclays-Analyst Raimo Lenschow und schraubte seine Gewinnprognosen fĂŒr 2024 und 2025 deutlich nach oben.
Brad Sills von Bank of America lobte, dass die StĂ€rke in KI-Anwendungen zu einem "soliden zweiten Quartal" beigetragen habe und dass der Ausblick eine nachhaltige Dynamik erwarten lasse. Er sah aber auch kleine Wermutstropfen. Unter anderem liege die Umsatzprognose fĂŒr das dritte GeschĂ€ftsquartal unter der Markterwartung, schrieb er. Da dies aber vor allem an einem schwĂ€cheren Ausblick auf das GeschĂ€ft mit PC-Spielen liege und die wichtigsten Wachstumstreiber Azure und Office intakt seien, sieht Sills darin kein Problem.
Dennoch war er nicht der einzige Analyst, der auf hohe Belastungen durch die Integration des Spiele-Entwicklers Activision Blizzard und wachsende Investitionen in die Cloud- und KI-Infrastruktur. Allerdings schrieb DZ-Bank-Analyst Ingo Wermann dazu: Er werte es positiv, dass Microsoft trotz all dieser Belastungsfaktoren die operative Marge im GesamtgeschÀftsjahr 2023/24 steigern wolle.
Zu Alphabet fielen die Kommentare weitaus weniger positiv aus und es gab mehr Analysten, die ihr Kursziel senkten, als solche, die es beibehielten oder gar anhoben. Analyst Brad Erickson von der kanadischen Bank RBC sprach von einem Quartalsbericht, der sowohl Licht als auch Schatten geworfen habe. Die schwĂ€cheren WerbeumsĂ€tze und der anfallende Investitionsbedarf hĂ€tten enttĂ€uscht. Das habe die erfreulichen Cloud-AktivitĂ€ten und die besser als befĂŒrchtet ausgefallene Margenentwicklung in den Hintergrund gedrĂ€ngt. Barclays-Analyst Ross Sandler verwies insbesondere darauf, dass Skeptiker die erhöhten Kosten rund um KI monierten.
Trotz der EnttÀuschungen unter einigen Investoren an diesem Tag bleibt Microsoft der wertvollste Konzern in den USA, noch vor dem iPhone-Hersteller Apple US0378331005. Diesen hatte der Softwarehersteller erst vor wenigen Wochen auf Platz zwei verdrÀngt. Der Börsenwert von Microsoft zog seit Ende 2022 um rund 70 Prozent an und liegt aktuell bei rund drei Billionen Dollar, wÀhrend Apples Marktkapitalisierung im selben Zeitraum lediglich um etwa 45 Prozent kletterte und knapp unter drei Billionen liegt. Auf Rang drei befindet sich unverÀndert Alphabet mit aktuell 1,8 Billionen Dollar.
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