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Vulcan Energy Aktie: 1,9 Milliarden Euro für Lionheart freigeschaltet

30.05.2026 - 00:37:29 | boerse-global.de

Vulcan Energy schließt Finanzierungsphase für das Lionheart-Projekt ab und startet mit dem Bau. Die Hauptversammlung bestätigt das Management und begrüßt einen neuen Aufsichtsrat.

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Vulcan Energy hat den Financial Close für sein Lionheart-Projekt abgeschlossen. Die Hauptversammlung am 28. Mai in Perth brachte zudem eine klare Rückendeckung für das Management — und einen Schwergewichts-Neuzugang im Aufsichtsrat.

Aktionäre geben grünes Licht

Die Hauptversammlung endete mit deutlichen Mehrheiten. Der Vergütungsbericht erhielt 95,75 Prozent Zustimmung, mehrere Aufsichtsratsmitglieder wurden wiedergewählt, die Vorstandsvergütung ist nun an konkrete Projektmeilensteine gekoppelt.

Neu im Board: Roberto Gallardo, Chief Strategy Officer bei Hochtief. Der deutsche Baukonzern hatte im Dezember 169 Millionen Euro investiert und sich 15,4 Prozent an Vulcan gesichert. Hochtief und seine Tochter Sedgman übernahmen nach einer Ausschreibung den Engineering- und Bauauftrag für Lionheart. Gallardo bringt drei Jahrzehnte Infrastruktur- und Governance-Erfahrung mit — genau das, was Vulcan für die Umsetzung des Lithium- und Energieprojekts braucht.

1,9 Milliarden Euro freigeschaltet

Im Dezember 2025 hatte Vulcan das Finanzierungspaket gesichert und die finale Investitionsentscheidung getroffen. Mit dem Financial Close kann das Unternehmen nun auf die Mittel zugreifen — gestaffelt nach Baufortschritt und Auszahlungsplan.

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Die Struktur: 1,185 Milliarden Euro Senior Loans, 529 Millionen Euro Eigenkapital, 204 Millionen Euro staatliche Zuschüsse. Ende März lag der Kassenbestand bei 364,3 Millionen Euro. Das reicht nach Unternehmensangaben bis zur ersten kommerziellen Produktion 2028.

CFO Felicity Gooding: „Der Financial Close ist ein wichtiger Meilenstein und zeigt die anhaltende Unterstützung unserer Finanzierungspartner — europäische und deutsche Behörden, Geschäftsbanken und strategische Industriepartner. Wir setzen unseren Plan um: Lionheart pünktlich, im Budget und mit voller Kapazität."

Bohrungen und Elektrolyse laufen

Vor Ort beschleunigt sich die Entwicklung. Produktionsbohrung LSC-1 liefert Förderraten von 105 bis 125 Litern pro Sekunde, LSC-2 hat 3.000 Meter Tiefe erreicht. Im Industriepark Höchst in Frankfurt wird eine kommerzielle Elektrolyseanlage installiert. Vulcans Bohrtochter Vercana plant, in der zweiten Jahreshälfte 2026 ein zweites Bohrgerät in Betrieb zu nehmen.

Zielproduktion: 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid-Monohydrat pro Jahr — genug für 500.000 Elektrofahrzeugbatterien. Lionheart soll zudem 275 GWh erneuerbare Energie und 560 GWh Wärme jährlich für lokale Abnehmer erzeugen. Die geschätzte Projektlaufzeit liegt bei 30 Jahren.

EU-Rückenwind und Kostenposition

Die EU hat Lionheart als strategisches Projekt unter dem Critical Raw Materials Act eingestuft. Das beschleunigt Genehmigungen und erleichtert den Zugang zu weiteren Fördermitteln. Brüssel erwägt zudem eine Deckelung ausländischer Beteiligungen in kritischen Sektoren bei 49 Prozent — ein Schritt, der europäische Lithiumentwickler strukturell begünstigen würde.

Vulcans Kostenposition bleibt ein Differenzierungsmerkmal. Das Unternehmen kalkuliert mit C1-Produktionskosten von 3.588 Euro pro Tonne Lithiumhydroxid-Monohydrat — ein Wert im untersten globalen Quartil.

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Kurs reagiert, Abstand zum Hoch bleibt

Die Aktie legte am Freitag 5,14 Prozent auf 2,37 Euro zu. Seit Jahresanfang steht ein Minus von neun Prozent, vom März-Tief bei 1,80 Euro hat sich der Kurs um 32 Prozent erholt. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 2,16 Euro — knapp zehn Prozent unter dem aktuellen Niveau.

Institutionelle Investoren stocken auf. VanEck Associates erhöhte seinen Anteil im Januar von 5,04 auf 6,06 Prozent. Indexfonds akkumulieren seit der Aufnahme in den S&P/ASX 200 Ende März.

Mit geschlossener Finanzierung, vollständig abgesicherten Abnahmeverträgen und einer 30-Jahres-Ressourcenbasis hat sich das Risikoprofil von Lionheart verschoben. Die Frage ist nicht mehr, ob das Projekt kommt — sondern wie reibungslos die Umsetzung gelingt.

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