VERMISCHTES, Flugzeug

VERMISCHTES: Nacht im Flugzeug: Feuerwehr hÀtte Passagieren helfen können

27.02.2026 - 11:21:34 | dpa.de

WĂ€hrend Hunderte Passagiere nachts in Flugzeugen am MĂŒnchner Flughafen ausharren mĂŒssten, waren nach Airport-Angaben Dutzende Feuerwehrleute, die hĂ€tten helfen können, in unmittelbarer NĂ€he.

"Sie hĂ€tten alarmiert werden sollen", sagte Thomas Hoff Andersson, der GeschĂ€ftsfĂŒhrer Aviation und Operation der Flughafen MĂŒnchen GmbH.

"Wir haben das nicht gut hingekriegt"

Insgesamt hĂ€tte es in jener Nacht mehrere Möglichkeiten gegeben, die Situation mit Notfallmaßnahmen zu beheben, das sei aber nicht geschehen. "Wir haben das nicht gut hingekriegt", sagte Hoff Andersson. DafĂŒr wolle er sich bei den Passagieren und auch den Crews in den betroffenen Maschinen entschuldigen.

KĂŒnftig soll es "klare Vorgaben geben, wenn Eskalationen auf die nĂ€chste FĂŒhrungsebene erfolgen mĂŒssen". Außerdem wollen der Flughafen und die Lufthansa DE0008232125 kĂŒnftig in solchen FĂ€llen noch enger kooperieren.

"So etwas darf nicht passieren"

"Wir haben in dieser Nacht Fehler gemacht", sagte auch Heiko Reitz, zustÀndiger Bereichsvorstand von Lufthansa. "So etwas darf nicht passieren."

Er sieht drei GrĂŒnde fĂŒr die unfreiwillige Übernachtung der Passagiere im Flugzeug: Die Wettersituation sei außergewöhnlich schwierig gewesen, dann hĂ€tten zu wenig Busfahrer zur VerfĂŒgung gestanden, weil falsch priorisiert worden sei. Und dann habe man sich noch fĂ€lschlicherweise gegen eine "Eskalation" entschieden und dagegen, beispielsweise die Flughafenfeuerwehr zu alarmieren.

Dabei hĂ€tten nach Flughafenangaben 49 Feuerwehrleute und auch Notfalltreppen in unmittelbarer NĂ€he zur VerfĂŒgung gestanden. Da keine Gefahr fĂŒr die Passagiere bestanden habe, habe nicht automatisch ein Notfallplan gegriffen. Auch Hoff Andersson sprach von einer "Verkettung mehrerer UmstĂ€nde".

Insgesamt waren laut Flughafen in der Nacht zum Freitag vergangener Woche sechs FlĂŒge mit rund 600 Passagieren betroffen, die bereits an Bord waren und eigentlich starten sollten. Als die Flugzeuge dann aber wegen des starken Schneefalls wider Erwarten doch nicht abheben durften, fehlten Busse, um die FluggĂ€ste ins FlughafengebĂ€ude zurĂŒckzubringen.

Kritik von der Feuerwehr

Zwischen 0.00 Uhr und 5.00 Uhr morgens gilt in MĂŒnchen die Nachtflugregelung. Um dennoch möglichst viele FlĂŒge zu ermöglichen, sei in der Nacht eine Sonderfluggenehmigung eingeholt worden, sodass Flugzeuge noch bis 1.00 Uhr starten konnten. Wegen des massiven Schneefalls konnten die betroffenen sechs Flieger in dem Zeitfenster nicht abheben.

Der Bundesvorsitzende der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft, Siegfried Maier, hatte bemÀngelt, "dass es nicht zu einer Alarmierung der Flughafenfeuerwehr gekommen ist".

Denn wĂ€re sie zum Einsatz gekommen, hĂ€tten die EinsatzkrĂ€fte dafĂŒr gesorgt, dass die Passagiere aussteigen können. "Ein eventueller Transport in ein FlughafengebĂ€ude wĂ€re ebenfalls zu organisieren möglich gewesen", betonte Maier. Dazu hĂ€tten beispielsweise auch Fahrzeuge von Feuerwehr und Bundespolizei genutzt werden können. "Ein Notausstieg und Transport in ein GebĂ€ude wĂ€re vielleicht nicht fĂŒr alle Betroffenen zeitgleich zu realisieren, aber möglich gewesen", sagte er.

Staatsanwaltschaft prĂŒft Polizeibericht

Die Staatsanwaltschaft Landshut hat einen PrĂŒfvorgang angelegt und beschĂ€ftigt sich derzeit mit einem Polizeibericht ĂŒber den Vorfall. Die Polizei war tĂ€tig geworden, nachdem ein "wohl unbeteiligter Dritter" eine PrĂŒfung der VorgĂ€nge angeregt hatte, hatte das PolizeiprĂ€sidium Oberbayern Nord mitgeteilt.

Dieser Antrag sei ĂŒber ein Kontaktformular beim Landeskriminalamt (LKA) in MĂŒnchen eingegangen. Anzeigen von betroffenen Passagieren gingen nach Polizeiangaben zunĂ€chst nicht ein.

Die Lufthansa hatte bereits mitgeteilt, dass die Betroffenen eine finanzielle EntschĂ€digung erhalten sollen. FĂŒnf der sechs betroffenen FlĂŒge zĂ€hlten zur Lufthansa Group. Reitz rief Betroffene auf, sich bei der Airline zu melden.

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