Warnstreiks, ARD-Anstalten

Warnstreiks bei ARD-Anstalten: AusfÀlle und weniger Moderation

Veröffentlicht am: 18.06.2026 um 14:44 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Wegen Warnstreiks kommt es bei verschiedenen öffentlich-rechtlichen Sendern zu EinschrÀnkungen im Programm.

Seit Mittwoch laufen beim Westdeutschen Rundfunk (WDR) und beim SĂŒdwestrundfunk (SWR) Arbeitsniederlegungen, seit heute auch beim Bayerischen Rundfunk (BR) und Norddeutschen Rundfunk (NDR).

"Die ArbeitskÀmpfe sind die richtige Antwort darauf, dass es die Senderleitungen offenbar vorziehen, die Leistungen ihrer RundfunkbeschÀftigten komplett zu missachten", sagte Christoph Schmitz-Dethlefsen von der Gewerkschaft Verdi, die zusammen mit dem Deutschen Journalistenverband (DJV) zum Warnstreik aufgerufen hatten. Die Gewerkschaft fordert sieben Prozent Honorar- und Gehaltserhöhungen, mindestens aber 300 Euro monatlich mehr, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

"Tagesschau" und mehrere lokale Sendungen betroffen

Die Auswirkungen der Warnstreiks sind spĂŒrbar: Im NDR liefen heute die Nachrichten im ARD-Morgenmagazin ohne Sprecher im Bild - vergleichbar mit einer Ausgabe der Tagesschau in 100 Sekunden, wie die Rundfunkanstalt auf Anfrage mitteilte. Beim WDR fielen nach Angaben einer Sprecherin mehrere Sendungen aus, darunter die Hörfunkausgaben von "Quarks" und der "Lokalzeit" sowie im Fernsehen mehrere lokale Nachrichten- und Servicemagazine.

Im BR sendeten nach eigenen Angaben fast alle Hörfunkwellen am Morgen zwar ein eigenes Programm, teils aber ohne Moderation. Im SWR wurden bereits am Mittwoch etwa die TV-Sendung "Landesschau Rheinland-Pfalz" und zwei Fernseh-Nachrichtensendungen am Nachmittag gestrichen.

NDR: "Nicht finanzierbar und umsetzbar"

Die Angebote der Rundfunkanstalten sind unterschiedlich: SWR und NDR boten etwa jeweils zwei Prozent pro Jahr höhere Tarife und Honorare bei einer lĂ€ngeren Vertragslaufzeit an, der BR eine gestaffelte Erhöhung um 4,23 Prozent bis Dezember 2028. WDR-Verwaltungsdirektorin Stefanie Drinhausen sagte, trotz einer "angespannten finanziellen Lage" habe man "ein faires und tragfĂ€higes Angebot fĂŒr alle unsere Mitarbeitenden gemacht". FĂŒr den NDR seien die Forderungen der Gewerkschaften "nicht finanzierbar und umsetzbar", sagte Verwaltungsdirektorin Ulrike Deike.

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