ROUNDUP, Trump

Trump stoppt HandelsgesprÀche mit Kanada wegen Werbeclips

24.10.2025 - 09:09:49 | dpa.de

WASHINGTON - US-PrĂ€sident Donald Trump hat die HandelsgesprĂ€che mit Kanada abrupt fĂŒr beendet erklĂ€rt.

(Neu: Reisedaten Carney und Trump Malaysia)

WASHINGTON (dpa-AFX) - US-PrĂ€sident Donald Trump hat die HandelsgesprĂ€che mit Kanada abrupt fĂŒr beendet erklĂ€rt. Der Grund soll eine Werbekampagne im Nachbarland gegen Zölle sein. Eigentlich schien sich das VerhĂ€ltnis Trumps zu Kanada im schon lange andauernden Handelskonflikt wieder etwas entspannt zu haben.

Ex-PrÀsident Reagan in Werbung zu hören

Den Stopp der HandelsgesprĂ€che machte Trump auf der Plattform Truth Social bekannt. Der US-PrĂ€sident warf Kanada eine irrefĂŒhrende Werbekampagne vor. Hintergrund soll demnach ein von der Regierung der kanadischen Provinz Ontario veröffentlichtes Video sein, in dem die Stimme des frĂŒheren US-PrĂ€sidenten Ronald Reagan zu hören ist, der sich zu Nachteilen von Zöllen Ă€ußert.

Die US-Organisation The Ronald Reagan Presidential Foundation & Institute hatte zuvor beklagt, dass die Aufnahmen einer frĂŒheren Radioansprache Reagans aus dem Jahr 1987 ohne Genehmigung fĂŒr den Werbeclip verwendet worden seien - und dass die Macher des Videos die "selektiv genutzten" Aussagen des 2004 gestorbenen Republikaners irrefĂŒhrend im Video eingebettet hĂ€tten. Man prĂŒfe rechtliche Schritte, schrieb die Organisation in einer auf X veröffentlichten Mitteilung.

Trump warf Kanada ein "ungeheuerliches Verhalten" vor. "ZÖLLE SIND FÜR DIE NATIONALE SICHERHEIT UND DIE WIRTSCHAFT DER USA SEHR WICHTIG", schrieb Trump in Großbuchstaben. Er unterstellte auch, dass Kanada Richter in den USA, die sich mit Zöllen befassen, beeinflussen wolle.

Trump bezog sich dabei auf das oberste Gericht in den USA. Der Supreme Court befasst sich derzeit auf Antrag der US-Regierung mit Trumps Zollpolitik. Der US-PrĂ€sident erhofft sich RĂŒckenwind von den Richtern, nachdem er vor einiger Zeit vor einem Berufungsgericht eine Niederlage erlitten hatte.

Vor Wochen noch gute Stimmung im Weißen Haus

Vor zweieinhalb Wochen erst hatte Trump den kanadischen Premierminister Mark Carney im Weißen Haus empfangen. Dort hatte der Republikaner freundliche Worte gegenĂŒber Carney geĂ€ußert. Man wolle Vereinbarungen treffen, die fĂŒr beide LĂ€nder gut seien. Man habe Fortschritte in den vergangenen Monaten gemacht. Trump betonte, man konkurriere als NachbarlĂ€nder in Branchen wie Autos und Stahl. Die Trump-Regierung will mit ihrer Zollpolitik auch erreichen, ProduktionsstĂ€tten in den USA anzusiedeln.

Der US-PrĂ€sident hatte die 35-Prozent-Zölle auf viele Importe aus Kanada in die USA, die im August in Kraft traten, mit einer Kritik verbunden: Kanada tue nichts gegen den Drogenhandel. In den USA gibt es ein großes Drogenproblem - vor allem Fentanyl ĂŒberschwemmt das Land. Die Drogen gelangen auch ĂŒber Kanada ins Land. Bei Carneys Besuch vor ein paar Wochen hatte Trump dann gelobt, dass das Land nun stĂ€rker gegen den Drogenhandel vorgehe.

Trump und Carney jeweils auf Asien-Reise

Eine offizielle Reaktion Carneys auf die jĂŒngsten Äußerungen Trumps gab es zunĂ€chst nicht. Der kanadische Premierminister will heute am Vormittag (Ortszeit) Richtung Malaysia fliegen, um dort beim Asean-Gipfel, der von sĂŒdostasiatischen Staaten ausgerichtet wird, teilzunehmen. Trump beginnt am spĂ€ten Abend von Washington aus (Ortszeit) ebenfalls eine Asien-Reise. Der Gipfel in Malaysia ist auch eine seiner Stationen. Ob die beiden Regierungschefs in Kuala Lumpur aufeinandertreffen werden, ist unklar.

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