Waste Connections Aktie: Prognose angehoben
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 01:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Waste Connections liefert genau das, worauf Investoren gehofft hatten: mehr Umsatz, mehr Marge, mehr Ausblick. Der Abfallentsorger hat seine Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt — und direkt die Jahresprognose nach oben korrigiert. Für eine Aktie, die bereits mit einem satten Bewertungsaufschlag gehandelt wird, ist das keine Kleinigkeit.
Zahlen über den Erwartungen
Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal auf 2,562 Milliarden Dollar, ein Plus von 6,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das bereinigte EBITDA legte um 6,8 Prozent auf 840,1 Millionen Dollar zu, die Marge erreichte 32,8 Prozent. Damit lag Waste Connections über den Analystenschätzungen, die im Vorfeld von 1,36 Dollar Gewinn je Aktie bei 2,54 Milliarden Dollar Umsatz ausgegangen waren.
Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg auf 1,50 Dollar, nach 1,29 Dollar im Vorjahresquartal. Vorstandschef Ronald Mittelstaedt führte das Ergebnis auf eine "operative Ausführung von oben bis unten" zurück — trotz spürbarem Gegenwind durch steigende Treibstoffkosten und schwächere Rohstoffpreise. Bemerkenswert: Das Unternehmen kaufte im laufenden Jahr bereits Aktien im Wert von 614,5 Millionen Dollar zurück, umgerechnet rund 1,5 Prozent aller ausstehenden Anteile — ein Rekordtempo beim Rückkaufprogramm.
Ausblick nach oben korrigiert
Für das Gesamtjahr rechnet das Management nun mit Umsätzen zwischen 10,02 und 10,05 Milliarden Dollar sowie einem bereinigten EBITDA von 3,33 bis 3,34 Milliarden Dollar. Zusätzliches Aufwärtspotenzial sieht Mittelstaedt bei sich erholenden Rohstoffpreisen und weiteren Zukäufen — allein bis dato wurden Übernahmen mit über 100 Millionen Dollar annualisiertem Umsatz abgeschlossen.
Im Vorfeld der Zahlen hatte sich die Analystenlage bereits als überwiegend positiv gezeigt: 24 von 28 Analysten stuften die Aktie mit "Buy" ein, JPMorgan hatte sein Kursziel zuletzt allerdings von 210 auf 195 Dollar gesenkt, bei weiterhin positiver Einschätzung. Die zentrale Frage vor dem Bericht war, ob sich die Preissetzungsmacht des Unternehmens angesichts uneinheitlicher Volumenentwicklung halten lässt — insbesondere bei Bau- und Abrissabfällen, die trotz robuster Sonderabfallaktivität noch nicht ins Plus gedreht hatten.
Parallel zu den Quartalszahlen bestätigte das Unternehmen seine reguläre Quartalsdividende von 0,35 Dollar pro Aktie, zahlbar am 20. August 2026 an Aktionäre, die am 6. August 2026 im Bestand verzeichnet sind. Der Vorstand kündigte an, die Dividendenhöhe künftig jeden Oktober zu überprüfen — mit dem erklärten langfristigen Ziel weiterer Erhöhungen.
Mit dem angehobenen Ausblick liegt der Ball nun bei der Bewertung: Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 30 auf Basis der erwarteten Gewinne muss das Unternehmen auch in den kommenden Quartalen liefern, um die Prämie gegenüber dem historischen Durchschnitt zu rechtfertigen.
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