Waymo, Fahrten

Waymo erreicht 500.000 autonome Fahrten pro Woche

25.03.2026 - 00:00:40 | boerse-global.de

Alphabets autonomer Fahrdienst verzeichnet starkes Wachstum, sieht sich aber mit technischen Ausfällen und behördlichen Untersuchungen konfrontiert. Das Ziel ist eine Million Fahrten bis Ende 2026.

Waymo erreicht 500.000 autonome Fahrten pro Woche - Foto: über boerse-global.de
Waymo erreicht 500.000 autonome Fahrten pro Woche - Foto: über boerse-global.de

Waymo, der autonome Fahrdienst von Alphabet, hat einen wichtigen Meilenstein erreicht. Das Unternehmen vermeldet nun eine halbe Million bezahlte Fahrten pro Woche. Dieser Erfolg kommt inmitten einer aggressiven globalen Expansion, die jedoch von technischen Pannen und regulatorischen Untersuchungen überschattet wird.

Von der Nische zum Massenmarkt

Der Weg zum kommerziellen Durchbruch ist geebnet. In einer Industriediskussion gab Waymo-Co-Chef Dmitri Dolgov am Dienstag bekannt, dass die Flotte von rund 3.000 Fahrzeugen wöchentlich eine halbe Million Fahrten absolviert. Das entspricht mehr als 6,4 Millionen vollautonomen Kilometern alle sieben Tage. Ein gewaltiger Sprung gegenüber Ende 2025. Das erklärte Ziel lautet nun: eine Million wöchentliche Fahrten bis Ende 2026.

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Dieses Wachstum wird durch eine massive Finanzspritze von 16 Milliarden Euro befeuert, die Waymo im Februar 2026 einsammelte. Die Bewertung des Unternehmens liegt nun bei schätzungsweise 126 Milliarden Euro. Das Kapital fließt in die bisher ambitionierteste geografische Expansion. Waymo ist derzeit in elf US-Städten aktiv, darunter San Francisco, Los Angeles und Miami. Doch die Strategie geht weit über die USA hinaus.

Für 2026 sind 20 weitere Städte im Visier. Der globale Vorstoß konzentriert sich auf die ersten Märkte mit Rechtsverkehr: London und Tokio. Um diese Pläne zu realisieren, rüstet Waymo seine Flotte um. Die modifizierten Jaguar I-PACE werden schrittweise durch Fahrzeuge der sechsten Generation ersetzt, die in Partnerschaft mit Zeekr entwickelt wurden.

Technische Stolpersteine im Alltagstest

Doch der Expansionskurs ist nicht frei von Hindernissen. In Miami, wo der Dienst Anfang 2026 startete, häufen sich Berichte über Fahrzeuge, die in stark befahrenen Gebieten einfach „einfrieren“. Am 2. März soll ein Waymo-Auto nach Bauarbeiten auf einer Auffahrt zur MacArthur Causeway stehengeblieben sein. Laut Berichten blockierte es 45 Minuten lang den Verkehr, bis Techniker das Problem lösten.

Ähnliche Vorfälle gab es bereits auf der Venetian Causeway. Diese „Sicherheits-Stopps“ treten auf, wenn das autonome System auf eine Situation trifft, die seine Zuversichtsschwelle überschreitet – wie komplexe Baustellen. In San Francisco offenbarte ein massiver Stromausfall im Dezember 2025 eine weitere Schwachstelle. Die Fahrzeuge können zwar dunkle Ampeln an Kreuzungen bewältigen, doch der Ausfall führte zu einem Rückstau bei Fernassistenz-Anfragen. Die Folge: weitreichende Verspätungen und Fahrzeugansammlungen.

Waymo betont, dass diese Vorfälle Teil eines rigorosen Lernprozesses seien. Die Technologie priorisiere Sicherheit und halte kontrolliert an, anstatt riskante Manöver zu fahren. Für Stadtplaner und Pendler bedeuten diese „sicheren Stopps“ jedoch oft frustrierende Verkehrsbehinderungen, die die öffentliche Wahrnehmung der Zuverlässigkeit trüben.

Im Fokus der Aufsichtsbehörden

Die Sicherheit bleibt das zentrale Schlachtfeld. In Austin, Texas, haben US-Bundesbehörden Untersuchungen eingeleitet. Grund sind Berichte, dass Waymo-Robotaxis nicht vor haltenden Schulbussen stoppten. Daten des Schulbezirks von Austin deuten auf 25 Verstöße seit Mitte August hin, bei denen Fahrzeuge die Stopp-Schilder und roten Blinklichter von Schulbussen ignorierten.

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Waymo kontert mit seinen umfangreichen Sicherheitsdaten. Das Unternehmen berichtet von einer 90 Prozent geringeren Rate an Unfällen mit schweren Verletzungen im Vergleich zu menschlichen Fahrern – über 204 Millionen autonome Kilometer hinweg. Analysten weisen darauf hin, dass einzelne Vorfälle zwar öffentliche Aufmerksamkeit erregen, die statistische Sicherheitsbilanz der Flotte in den meisten städtischen Umgebungen aber besser sei.

Die regulatorische Landschaft stellt sich zunehmend als Hürde dar. In der kanadischen Provinz British Columbia lobbyiert Waymo für Gesetzesänderungen, die vollautonome Fahrzeuge derzeit noch verbieten. Gleichzeitig formiert sich in Minnesota Widerstand von Gewerkschaften wie den Teamsters. Sie kritisieren die unregulierte Expansion und warnen vor Jobverlusten tausender Fahrdienstfahrer.

Infrastruktur als Schlüssel zum Erfolg

Für das Ziel von einer Million Fahrten pro Woche braucht es nicht nur mehr Autos, sondern auch eine leistungsfähige Infrastruktur. Am Dienstag reichte das Elektroauto-Infrastrukturunternehmen Elektros ein Lizenzangebot für ein patentiertes Mehrfachstecker-Ladesystem ein. Die Technologie soll die Ladezeiten für autonome Flotten von einer Stunde auf nur fünf bis sieben Minuten reduzieren. Solche Fortschritte sind entscheidend, um die Verfügbarkeit der Fahrzeuge zu erhöhen und Betriebskosten zu senken.

Gleichzeitig diversifiziert Waymo sein Geschäft. Partnerschaften mit Plattformen wie DoorDash ermöglichen autonome Lieferdienste in Städten wie Phoenix und San Francisco. Die jüngste Freigabe für Autobahnen in Kalifornien und Arizona erlaubt zudem direkte Abhol- und Bringdienste an großen Flughäfen.

Das restliche Jahr 2026 wird für Waymo entscheidend sein. Der Übergang vom nationalen Pilotprojekt zum globalen kommerziellen Unternehmen erfordert nicht nur technische Perfektion, sondern auch politische und öffentliche Akzeptanz. Die 500.000 wöchentlichen Fahrten beweisen die Nachfrage. Die wiederkehrenden Probleme mit Fahrzeugaussetzern und Schulbussen erinnern jedoch daran, dass der Weg zur vollständigen Autonomie noch mit realen Herausforderungen gepflastert ist. Die Branche wird genau beobachten, ob Waymo seine Sicherheitsstandards halten kann, während es in einem beispiellosen Tempo wächst.

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