WDH: Deutsche Medien fordern von Merz UnterstĂŒtzung bei US-Visaregeln
Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 19:34 Uhr | dpa, AD HOC NEWS(Im 1. und 3. Absatz wurden die Angaben zu den neuen und bisherigen Regeln prÀzisiert)
BERLIN (dpa-AFX) - Mehrere groĂe deutsche Medienunternehmen und VerlegerverbĂ€nde haben sich gegen strengere Visa-Regeln fĂŒr auslĂ€ndische Journalisten gewandt. In einem gemeinsamen Schreiben bitten sie Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und AuĂenminister Johann Wadephul (CDU) um politische und diplomatische UnterstĂŒtzung.
Zu den Unterzeichnern gehören ARD, ZDF, Deutschlandradio, Deutsche Welle, RTL Deutschland und ProSiebenSat.1, der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) sowie der Medienverband der freien Presse (MVFP).
Neue Regeln, die im September in Kraft treten sollen, sehen fĂŒr Korrespondenten kĂŒnftig eine auf acht Monate (240 Tage) begrenzte Aufenthaltsdauer vor. VerlĂ€ngerungen sind möglich. Bislang erhielten Journalisten fĂŒr ihre Arbeit in den USA in der Regel ein Visum, das fĂŒnf Jahre gĂŒltig ist. Die Aufenthaltsdauer war dabei formell nicht befristet und orientierte sich an der Dauer ihrer ArbeitsauftrĂ€ge.
Man sei "zutiefst besorgt"
In dem Schreiben appellieren die Unterzeichner an die Bundesregierung, "alle Ihnen zur VerfĂŒgung stehenden politischen und diplomatischen Mittel" zu ergreifen, um eine weiterhin ungehinderte und freie Berichterstattung aus den USA zu gewĂ€hrleisten. Zugleich solle verhindert werden, dass ein "bedenklicher PrĂ€zedenzfall fĂŒr den Umgang demokratischer Staaten mit auslĂ€ndischer Berichterstattung" entstehe.
"Wir kennen Ă€hnlich kurze Zeitspannen nur aus Staaten, die die Meinungsfreiheit begrenzen oder Berichterstattung erschweren wollen", heiĂt es in dem Brief. Man sei "zutiefst besorgt, dass nun auch die Vereinigten Staaten diese Richtung einschlagen".
Die Medienvertreter betonten zudem die Bedeutung der KorrespondentenbĂŒros fĂŒr die Berichterstattung. Eine freie Meinungsbildung auf Grundlage unvoreingenommener Informationen sei ein Eckpfeiler von Demokratien. BĂŒros in den USA, etwa in Washington und New York, gehörten traditionell zu den wichtigsten Auslandsvertretungen deutscher Medienunternehmen.
