WDH: Neue Juso-Bundesvize warnt vor KĂŒrzung bei Rente
Veröffentlicht am: 30.11.2025 um 17:15 Uhr | dpa, AD HOC NEWS(technische Wiederholung)
WERDER (Havel)/Mannheim (dpa-AFX) - Die neue Juso-Bundesvizechefin Johanna Seidel dringt auf eine schnelle Rentenreform und warnt vor KĂŒrzungen. "NatĂŒrlich ist der Kabinettsbeschluss nur eine kurzfristige Lösung, aber ich halte ihn fĂŒr einen wichtigen ersten Schritt, insbesondere weil damit das Rentenniveau stabilisiert wird", sagte die stellvertretende Brandenburger Juso-Vorsitzende aus Werder (Havel) der Deutschen Presse-Agentur.
"74 Prozent der Ostdeutschen sind vollstĂ€ndig auf die gesetzliche Rente angewiesen. Eine KĂŒrzung wĂŒrde sie unmittelbar und hart treffen", ergĂ€nzte Seidel. Deshalb sei entscheidend, dass die Koalition die Reform schnell beschlieĂe.
Das Rentengesetz soll das Rentenniveau bei 48 Prozent bis 2031 stabilisieren. Der Unionsnachwuchs im Bundestag lehnt das Gesetz ab - ihm sind die PlÀne zu teuer.
Die Forderungen der Jungen Union wĂŒrden bedeuten, dass das Rentenniveau ab 2031 sinke, sagte Seidel. "Das darf nicht unser Anspruch sein." Sie sieht Reformbedarf bei der Finanzierung: Statt Renten zu kĂŒrzen, mĂŒssten alle Berufsgruppen in das System einbezogen werden, auch Beamtinnen und Beamte sowie Abgeordnete und SelbststĂ€ndige. Zudem sollten höhere Einkommen die niedrigen stabilisieren.
Seidel: Osten muss bei Jungsozialisten sichtbarer werden
Die 21-jĂ€hrige Seidel wurde beim Bundeskongress der Jusos - der SPD-Jugend - als stellvertretende Bundesvorsitzende gewĂ€hlt. "FĂŒr mich ist das wichtigste Ziel, den Osten politisch sichtbarer zu machen, da er bisher stark unterreprĂ€sentiert ist", sagte Seidel. "Wir zeigen in Brandenburg, dass die SPD im Osten noch gewinnen kann."
Ein Ziel sei auch, junge Menschen zu ermutigen, sich wie sie in der Kommunalpolitik zu engagieren. Das ist fĂŒr Seidels nötig: "Wir erleben, dass die CDU vielerorts anfĂ€ngt, eine sehr enge Zusammenarbeit mit der AfD zu forcieren."
Die Brandenburger Juso-Vizechefin rief den Koalitionspartner BSW angesichts der Krise zum Ende der Konflikte auf. "Solche MachtkÀmpfe sind in einer Zeit, in der politische Verantwortung Sicherheit geben muss, völlig fehl am Platz", sagte Seidel. "Wir erwarten vom BSW, sich konstruktiv auf die gemeinsame Regierungsarbeit zu konzentrieren, statt sich in internen Auseinandersetzungen zu verlieren."
Sie sagte aber auch: "Ich bin ĂŒberzeugt, dass diese Koalition wieder stabil arbeiten kann." Die vereinbarten Projekte wie Tariftreuegesetz und mehr Beteiligungsrechte fĂŒr Kinder und Jugendliche mĂŒssen umgesetzt werden. Das BSW im Landtag geriet nach dem Parteiaustritt von vier Abgeordneten im Streit um die Rundfunkreform in eine Krise, die auch die Koalition in Schieflage bringt.
