Oettinger-Brauerei, Drinks

Oettinger-Brauerei setzt verstÀrkt auf alkoholfreie Drinks

01.12.2023 - 10:07:03

Wegen der schwierigen Lage auf dem deutschen Biermarkt will die Oettinger-Brauerei nun verstÀrkt Softdrinks produzieren.

Bis zum Jahr 2026 soll der Anteil von alkoholfreien GetrĂ€nken rund 40 Prozent des Umsatzes ausmachen, kĂŒndigte der Vorsitzende der GeschĂ€ftsfĂŒhrung, Stefan Blaschak, an. Dies sei etwa eine Verdoppelung gegenĂŒber dem derzeitigen Anteil.

Oettinger werde "vom Bierbrauer zum GetrĂ€nkehersteller", sagte Blaschak, der im Sommer die Leitung des Familienbetriebes ĂŒbernommen hatte, zu der neuen Strategie. Auch der Exportanteil soll in dem Zeitraum von aktuell einem Drittel auf etwa die HĂ€lfte des Umsatzes steige, wie das Unternehmen am Freitag berichtete.

Oettinger zĂ€hlt nach eigenen Angaben mit einer Produktion von rund acht Millionen Hektolitern zu den grĂ¶ĂŸten GetrĂ€nkeherstellern Deutschlands. Die 1731 gegrĂŒndete Brauerei hat rund 800 BeschĂ€ftigte. Außer am Stammsitz im schwĂ€bischen Oettingen sind diese noch in Brauereien in Mönchengladbach in Nordrhein-Westfalen sowie im niedersĂ€chsischen Braunschweig beschĂ€ftigt.

Oettinger ist fĂŒr gĂŒnstiges Bier bekannt. Das Unternehmen verzichtet traditionell auf Werbung sowie die Gastronomie-Belieferung, um Kosten zu sparen. Auf dem Biermarkt gebe es seit Jahren eine Stagnation, erklĂ€rte Blaschak. "Wir glauben, dass der Zeitgeist sich ein StĂŒck weit verschiebt."

Deutscher Biermarkt schrumpft seit Jahren

Brauereien kĂ€mpfen seit Jahren mit einem schrumpfenden Biermarkt in Deutschland. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes war auch im ersten Halbjahr 2023 der Bier-Verkauf hierzulande gesunkenen - um 2,9 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahreszeitraum. Die Produktion von alkoholfreiem Bier hat sich dagegen binnen zehn Jahren verdoppelt.

Die alten Werte von Oetinger sollten aber bleiben. "Wir sagen, hochwertige QualitĂ€t zum fairen Preis", sagte Blaschak. Auch in Zukunft will sich Oettinger bewusst von beispielsweise im Fernsehen beworbenen Konkurrenten abheben. "Wir sind sicher fast 60 Prozent gĂŒnstiger als die Schickimicki-Biere."

Im vergangenen Jahr hatte sich Oettinger von der Brauerei im thĂŒringischen Gotha getrennt. Nachdem die dortige Produktion zunĂ€chst wegen der "negativen Entwicklung des Absatzvolumens im Biermarkt" geschlossen werden sollte, ĂŒbernahm schließlich Paulaner aus MĂŒnchen zum Jahreswechsel den Standort.

Nach der letzten von Oettinger im Bundesanzeiger veröffentlichten Jahresbilanz hatte das Unternehmen 2021 einen Umsatz von knapp 324 Millionen Euro und einen Verlust von rund 3,8 Millionen Euro erwirtschaftet.

@ dpa.de