Weimer und Google fördern Projekt gegen KI-FÀlschungen
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 10:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWSMit der "Global Authentic Memory Initiative" (GAMI) sollen historische DigitalbestĂ€nde in Archiven, Museen und GedenkstĂ€tten wirksam vor FĂ€lschungen durch generative KĂŒnstliche Intelligenz geschĂŒtzt werden.
Das Bundeskulturministerium stellt fĂŒr das Projekt Fördermittel in Höhe von 100.000 Euro bereit, weitere 300.000 Euro steuert Google.org bei. GAMI bietet eine herstellerunabhĂ€ngige und offene technische Lösung an, mit der sich die Echtheit historischer Dokumente digital nachweisen lĂ€sst. Dazu werden die Dokumente mit einem digitalen Fingerabdruck mit VerschlĂŒsselungstechnik, einem Zeitstempel sowie einer institutionellen Signatur versehen.
Besuch bei Google
Weimer, der sich in dieser Woche zu GesprĂ€chen mit Vertretern groĂer US-Technologieunternehmen wie Google und YouTube in den USA aufhielt, betonte die Bedeutung des Projekts: Der Erhalt des kollektiven GedĂ€chtnisses und der Schutz historischer Wahrheiten seien fundamentale SĂ€ulen einer wehrhaften Demokratie. Man nehme die Sorgen von GedenkstĂ€tten ernst und schĂŒtze wertvolle ArchivbestĂ€nde im digitalen Zeitalter dauerhaft.
Hintergrund der Initiative ist ein Hilferuf von NS-GedenkstĂ€tten in einem offenen Brief vom 13. Januar 2026. Darin warnten die Einrichtungen vor der Gefahr der sogenannten "LĂŒgner-Dividende": Durch den Vormarsch generativer KI bestehe das Risiko, dass echte historische Dokumente fĂ€lschlicherweise als KI-Generat abgetan oder synthetische FĂ€lschungen als Tatsachen verbreitet werden. Im Gegensatz zu modernen Medien enthalten historische Objekte meist keine eingebetteten Herkunftsnachweise.
Projekt aus Bayern
GAMI ist ein Projekt des bayerischen Startups Authentic Memory gUG, einer AusgrĂŒndung der Technischen UniversitĂ€t MĂŒnchen und der Ludwig-Maximilians-UniversitĂ€t MĂŒnchen unter Leitung von GrĂŒnder Pablo Toussaint. Erste erfolgreiche TestlĂ€ufe des Verfahrens gab es bereits mit den KZ-GedenkstĂ€tten Dachau und FlossenbĂŒrg.
Ungeachtet der Zusammenarbeit dringt Kulturstaatsminister Weimer weiterhin auf eine regulatorische VerschĂ€rfung gegenĂŒber groĂen Tech-Konzernen: Er plant eine Digitalabgabe fĂŒr Plattformen wie Google und Meta, um mit den Einnahmen die heimische Medien- und Kulturlandschaft sowie den Lokaljournalismus zu stĂ€rken.
