ROUNDUP, SprengsÀtze

Weitere SprengsÀtze an Stromleitungen - TÀter auf der Flucht

Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 12:53 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Nach der Serie von Angriffen auf das Stromnetz in mehreren BundeslĂ€ndern fahnden die Behörden weiter nach dem mutmaßlichen TĂ€ter.

Bislang habe man den 48-JĂ€hrigen nicht aufspĂŒren können, sagte ein Polizeisprecher. "Die polizeilichen Fahndungsmaßnahmen laufen weiter."

Nach den Sabotage-Aktionen in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg wurden auch in Sachsen weitere selbst hergestellte Abschussvorrichtungen im unmittelbaren Bereich von Hochspannungstrassen entdeckt. Die Sprengvorrichtungen seien durch SpezialkrÀfte des Landeskriminalamtes entschÀrft worden. Damit erhöhe sich die Zahl der in allein Sachsen aufgefundenen Vorrichtungen nach Angaben der Behörden auf 21.

Zusammenhang der FĂ€lle wird geprĂŒft

Wegen eines Bekennerschreibens und "der Art der Sprengvorrichtungen" werde ein Zusammenhang zu den FĂ€llen in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen geprĂŒft, schrieben die Behörden.

Der VerdĂ€chtige hatte ĂŒberall versucht, mit selbstgebauten Raketen einen dĂŒnnen Draht ĂŒber die Hochspannungsleitungen zu schießen und so einen Kurzschluss auszulösen. In Bergheim zwischen DĂŒsseldorf und Köln waren dadurch mehrere Blöcke eines Stromkraftwerks lahmgelegt worden, zu StromausfĂ€llen kam es aber nicht. Auch bei JĂ€nschwalde in Brandenburg war ein solcher Angriff auf das Stromnetz erfolgreich.

BeschĂ€digter Zaun an Umspannwerk fĂŒhrt zu Polizeieinsatz

Einen grĂ¶ĂŸeren Polizeieinsatz gab es auch an einem Umspannwerk in Wesel am Niederrhein. In der Nacht zum Montag war einer Polizeistreife dort ein Loch in einem Zaun aufgefallen. "Wir sind jetzt sensibilisiert in Bezug auf solche Einrichtungen und fahren dort vermehrt Streife", sagte der Polizeisprecher. Der Bereich wurde von Beamten abgesucht, es habe an dem Umspannwerk aber keine weiteren Hinweise auf eine Straftat gegeben.

In Berlin-Mitte kam es zu einer Explosion in einem Umspannwerk, wie ein Sprecher des Betreibers 50Hertz sagte. Rund 90 Ampeln in der Hauptstadt fielen aus. Unternehmenssprecher zufolge deutet derzeit einiges darauf hin, dass ein technischer Defekt die Ursache ist. Dies bestÀtigte auch die Polizei nach ersten Ermittlungen.

Fahnder hoffen weiter auf Hinweise von Zeugen

Zu den Taten in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen gibt es Bekennerbriefe, die die Ermittlungsbehörden fĂŒr authentisch halten und dem gesuchten 48-JĂ€hrigen aus Gevelsberg im sĂŒdlichen Ruhrgebiet zuordnen. "Das Wissen, was offenbart wird in diesen Schreiben, das ist eindeutiges TĂ€terwissen", hatte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) am Freitag gesagt. Es handele sich offensichtlich um "Klimaterrorismus" eines EinzeltĂ€ters.

Am Samstag veröffentlichten die Ermittler einen Fahndungsaufruf mit zwei Fotos des VerdÀchtigen. Inzwischen wird auch nach einem Fahrrad gefahndet, das er möglicherweise benutzt hat. Die Ermittler hoffen weiterhin auf Hinweise von Zeugen. In der Wohnung des TatverdÀchtigen hatten Fahnder Sprengstoff gefunden.

Am Sonntag hatte es einen Großeinsatz im lange Zeit von Klimaaktivsten besetzten Hambacher Forst im Rheinischen Braunkohlerevier nahe Köln gegeben, nachdem der Camping-Lastwagen des VerdĂ€chtigen ganz in der NĂ€he gefunden wurde. Allerdings fanden die Beamten dort keine Hinweise auf den Mann.

In den Bekennerbriefen hatte der mutmaßliche 48-jĂ€hrige TĂ€ter die Angriffe auf das Stromnetz mit dem Kampf gegen fossile Energien begrĂŒndet. "Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ist ein Verbrechen", heißt es in den Briefen, die auch der "Deutschen Presse-Agentur" vorliegen. In allen drei betroffenen BundeslĂ€ndern wird noch Braunkohle abgebaut und verstromt.

Disclaimer...

de | boerse | 70062960 |