ROUNDUP, China

China empfÀngt Putin - wenige Tage nach Trump

19.05.2026 - 06:35:02 | dpa.de

Wenige Tage nach US-PrÀsident Donald Trump stattet von heute an auch Kremlchef Wladimir Putin China einen zweitÀgigen Besuch ab.

Putin werde von einer Delegation aus Ministern und Managern von staatlichen und privaten Konzernen begleitet, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Bei den GesprÀchen auf Einladung von Chinas Staatschef Xi Jinping gehe es um einen Ausbau der privilegierten strategischen Partnerschaft beider LÀnder.

Russen und Chinesen wollen nach offiziellen Angaben aus Moskau insgesamt rund 40 Dokumente unterzeichnen. Dabei gehe es unter anderem um die Zusammenarbeit in den Bereichen Industrie, Handel, Verkehr, Bauwesen. Thematisiert werden dĂŒrften auch der russische Angriffskrieg in der Ukraine sowie der Krieg zwischen Iran auf der einen und den USA und Israel auf der anderen Seite.

Der Kreml betont, dass Putins Reise in keinem Zusammenhang mit Trumps Visite stehe. Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow sagte, das Datum von Putins Aufenthalt sei bereits im Februar vereinbart worden. Anlass des Besuchs ist demnach auch der 25. Jahrestag der Unterzeichnung des Vertrags ĂŒber gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit. Nach Kremlangaben will sich Putin auch ĂŒber den China-Besuch von Trump in der vergangenen Woche informieren.

China hebt zeitliche NĂ€he der Besuche hervor

Auch in Peking wird diese Darstellung nicht bestritten. Chinesische Staatsmedien heben jedoch die ungewöhnliche Abfolge der Besuche hervor. Die parteinahe "Global Times" schrieb, Peking entwickle sich immer stĂ€rker zu einem Zentrum der Weltdiplomatie. Unter Berufung auf Analysten hieß es, es sei in der Zeit nach dem Kalten Krieg Ă€ußerst selten, dass ein Land die Staatschefs der USA und Russlands innerhalb einer Woche nacheinander empfange.

Sowohl die USA als auch Russland hĂ€tten Peking trotz ihrer GegensĂ€tze als ein Ziel bestimmt, das man besuchen mĂŒsse, zitierte die Zeitung den chinesischen Außenpolitikexperten Li Haidong. Dass ein einzelnes Land zugleich zu einem wichtigen Reiseziel fĂŒr zwei GroßmĂ€chte werde, sei "ein hochsymbolischer Moment".

Kriege im Iran und in der Ukraine als Themen

Putin und Xi wollen am Mittwoch nach Kremlangaben ĂŒber die Beziehungen ihrer LĂ€nder sprechen und sich ĂŒber internationale wie regionale Probleme austauschen. Auch ein Treffen Putins mit MinisterprĂ€sident Li Qiang steht auf dem Programm. Geplant ist am Mittwochabend laut Uschakow auch eine informelle Tee-Zeremonie im engsten Kreis zu internationalen Fragen. Dabei dĂŒrfte es um den Krieg im Iran und in der Ukraine gehen.

Russland gilt als enger VerbĂŒndeter, China als wichtiger Partner des Irans. Uschakow sagte, dass Russland vor dem Hintergrund des Konflikts im Nahen Osten fĂŒr China weiter ein verlĂ€sslicher Energielieferant sei. Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sieht Moskau die FĂŒhrung in Peking auf seiner Seite. Allerdings betont China seine neutrale Rolle in dem Konflikt.

Russland will ĂŒber Bau neuer Gaspipeline sprechen

TagsĂŒber sei am Mittwoch beim offiziellen Teil im Beisein Putins und Xis auch die Unterzeichnung von 21 Dokumenten geplant. Besonders hob Uschakow eine ErklĂ€rung zur Schaffung einer multipolaren Weltordnung und internationalen Beziehungen neuen Typs hervor. Danach solle es auch Äußerungen beider Staatschefs vor Medienvertretern geben.

Russland wolle zudem ĂŒber den Bau der neuen Gaspipeline "Sila Sibirii 2" (auf Deutsch: Kraft Sibiriens) sprechen, die ĂŒber die Mongolei nach China fĂŒhren soll. Russland will seine bisher schon massiven Gaslieferungen durch die "Sila Sibirii 1" mit einer neuen Leitung noch deutlich ausbauen. China gehört auch zu Russlands wichtigsten Ölkunden. Die Lieferungen seien im ersten Quartal um 35 Prozent auf 31 Millionen Tonnen gestiegen, sagte Uschakow.

FĂŒr China gewinnt die Energieversorgung vor dem Hintergrund des Kriegs im Iran zusĂ€tzlich an Gewicht. Eine stĂ€rker ausgebaute Versorgung aus Russland ĂŒber Land hĂ€tte den Vorteil, weniger anfĂ€llig fĂŒr Krisen auf Seewegen zu sein. Auch beim Besuch von US-PrĂ€sident Trump spielte Energiesicherheit eine Rolle: Nach US-Darstellung zeigte Xi Interesse daran, mehr amerikanisches Öl zu kaufen, um Chinas AbhĂ€ngigkeit von der Straße von Hormus zu verringern.

Peking bestÀtigte dies zunÀchst jedoch nicht. GrundsÀtzlich versucht China bei seiner Energieversorgung, AbhÀngigkeiten von einzelnen Lieferanten und Transportwegen zu begrenzen.

Putin reist wie Trump mit Wirtschaftsdelegation

Putin wird von Regierungsmitgliedern und Zentralbankchefin Elwira Nabiullina sowie Konzernchefs begleitet. Mit dabei sind laut Uschakow auch Alexej Miller, der Chef des staatlichen Gaskonzerns Gazprom US3682872078, und Igor Setschin, Chef des Ölriesen Rosneft, sowie einige der reichsten Russen, darunter Gennadi Timtschenko und Oleg Derispaska. Wegen der westlichen Sanktionen im Zuge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sind diese Oligarchen auf China als Handelspartner angewiesen.

Auch US-PrÀsident Trump hatte sich bei seinem China-Besuch von prominenten Vertretern der amerikanischen Wirtschaft begleiten lassen, darunter Tesla US88160R1014-Chef Elon Musk, Apple US0378331005-Chef Tim Cook und Nvidia US67066G1040-Chef Jensen Huang.

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