Deloitte-Verbraucherumfrage: Bei Bio und Ăko wird gespart
07.12.2023 - 06:02:34Als Hauptgrund fĂŒr die ZurĂŒckhaltung wĂŒrden die stark gestiegenen Lebenshaltungskosten genannt, schrieben die Unternehmensberater in ihrer am Donnerstag veröffentlichten Studie.
Sie beruht auf einer reprĂ€sentativen Befragung von etwa 19 000 Verbraucherinnen und Verbrauchern in 19 LĂ€ndern, darunter rund 1000 in Deutschland. Egbert Wege, KonsumgĂŒter- und Handelsexperte bei Deloitte, sagte: "Klimawandel und Nachhaltigkeit rĂŒcken immer stĂ€rker ins Bewusstsein der Menschen, und dennoch sinkt der Anteil nachhaltiger ProduktkĂ€ufe kontinuierlich." Der Anteil der Befragten, die nach eigener Aussage nachhaltige Produkte einkaufen, sei von 59 Prozent im September 2021 auf 45 Prozent im September 2023 gesunken.
Ein Teil der Befragten bezweifelt das Kosten-Nutzen-VerhĂ€ltnis. 12 Prozent sagten, sie hĂ€tten sich in letzter Zeit aus QualitĂ€tsgrĂŒnden gegen den Kauf nachhaltiger Produkte entschieden. Und selbst unter denjenigen, die zuletzt nachhaltig gekauft haben, sagten 18 Prozent, sie hĂ€tten Abstriche bei der QualitĂ€t gemacht - vor allem bei Lebensmitteln, GetrĂ€nken, Kleidung und Schuhen. Das sollte den Herstellern eine Warnung sein, sagte Wege: "Wenn fĂŒr Nachhaltigkeit in Zeiten angespannter Haushaltskassen ein höherer Preis anfĂ€llt, sind die Erwartungen an die QualitĂ€t ganz besonders hoch."
Der Preis sei "ein entscheidender Faktor - und zwar fĂŒr alle Einkommensgruppen", schrieben die Branchenexperten. Das zeigten die Discounter: "Sie konnten mit Bio-Produkten zuletzt ein Umsatzplus erzielen und sich damit dem allgemeinen RĂŒckgang beim nachhaltigen Konsum entziehen."

