WhatsApp, Channels

WhatsApp Channels: EU stellt öffentliche Funktion unter strenge Aufsicht

27.01.2026 - 06:30:12

Die EU-Kommission stuft WhatsApps öffentliche „Channels“ als besonders große Plattform ein. Das zwingt Meta zu strengerer Inhaltskontrolle und wirft Fragen zur Zukunft aller Massenkommunikation auf der App auf.

In einer bedeutenden Entscheidung haben EU-Regulierungsbehörden die öffentliche „Channels“-Funktion von WhatsApp als „Very Large Online Platform“ (VLOP) eingestuft. Diese Klassifizierung nach dem Digital Services Act (DSA) trifft Meta mit neuen, strengen Pflichten zur Bekämpfung illegaler und schädlicher Inhalte. Die Entscheidung lenkt den Blick auch auf das gesamte Ökosystem der Massenkommunikation bei WhatsApp, zu dem auch die beliebten, aber privateren „Broadcast-Listen“ gehören.

Die Einstufung gilt speziell für Channels, die die DSA-Schwelle von 45 Millionen monatlich aktiven Nutzern in der EU überschritten haben. Meta hat nun bis Mitte Mai 2026 Zeit, sich an verschärfte Regeln zu halten. Diese verlangen umfassende Risikobewertungen, verstärkte Inhaltsmoderation und mehr Transparenz. Während private, Ende-zu-Ende-verschlüsselte Chats und Broadcast-Listen nicht direkt betroffen sind, wirft die verstärkte Aufsicht über eine Form des Broadcastings grundsätzliche Fragen zur Regulierung von Massenkommunikation auf.

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Im Zentrum der Regulierung steht der fundamentale Unterschied zwischen den beiden WhatsApp-Tools für Ein-zu-Viele-Kommunikation.

  • Broadcast-Listen sind privat. Ein Absender schickt eine Nachricht an eine gespeicherte Kontaktliste. Jeder Empfänger erhält sie als normale Einzelchat-Nachricht, kann antworten und sieht die anderen Empfänger nicht. Die Funktion ist auf 256 Kontakte pro Liste begrenzt und erfordert, dass die Nummer des Absenders beim Empfänger gespeichert ist. Sie ist ideal für kleine Unternehmen oder Vereine.
  • Channels hingegen sind öffentlich. Nutzer folgen Kanälen von Prominenten, Medien oder Organisationen und erhalten Einweg-Updates. Die Kommunikation ist nicht privat, die Follower-Zahl unbegrenzt. Diese „öffentliche Plaza“ steht nun unter der Lupe der Aufsichtsbehörden.

Die Folgen für die geschäftliche Nutzung

Für Unternehmen ist diese Unterscheidung entscheidend. Während Broadcast-Listen im Consumer-Messenger einen einfachen, kostenlosen Weg bieten, stoßen sie bei professioneller Nutzung schnell an Grenzen. Seriöse kommerzielle Nutzer weichen daher auf die WhatsApp Business Platform aus.

Diese Plattform erlaubt das Versenden genehmigter Nachrichtenvorlagen an große Audiences, ohne das 256-Kontakte-Limit. Sie bietet bessere Zustellkontrollen und Automatisierung. Diese Entwicklung passt zu Metas Strategie, ein strukturiertes, einwilligungsbasiertes Ökosystem für Geschäftsnachrichten aufzubauen. Die Professionalisierung schafft eine kontrolliertere Umgebung als die öffentlichen Channels.

Analyse: Der globale Trend zur Regulierung von Massenkommunikation

Die EU-Entscheidung unterstreicht die wachsende Sorge von Regulierern weltweit vor den Risiken digitaler Massenkommunikation. Meta muss nun systemische Risiken der Channels aktiv bewerten und eindämmen – von Wahlmanipulation bis zu illegalen Inhalten. Bei Verstößen drohen Geldbußen von bis zu 6 Prozent des globalen Umsatzes.

Dieser Druck auf öffentliche Features erhöht indirekt den Wert privaterer Methoden. Für zielgerichtete Kommunikation ohne den Aufwand öffentlicher Moderation bleiben Broadcast-Listen ein mächtiges Werkzeug. Der Schlüssel liegt in Privatsphäre und Einwilligung: Broadcast-Listen sind auf Kontakte beschränkt, die eine Nummer aktiv gespeichert haben. Dieses Modell sieht die Aufsicht weitaus milder als offene, öffentliche Feeds.

Ausblick: Mehr Struktur und Kontrolle

Die verschärfte Aufsicht wird WhatsApps Weg zu einem klar strukturierten Kommunikationsumfeld beschleunigen. Während private Chats durch Verschlüsselung geschützt bleiben, wächst der Druck auf Plattformen, Verantwortung für alle Massenkommunikations-Tools zu übernehmen.

Unternehmen sollten diese Entwicklung im Blick behalten. Der Fokus liegt zunehmend darauf, für große Kampagnen auf offizielle Tools wie die Business Platform zu setzen. Für die persönliche Kommunikation mit Bestandskunden bleiben Broadcast-Listen die erste Wahl. Während WhatsApp seine Features verfeinert – etwa durch Beta-Tests für verbesserte Gruppentools –, wird deutlich: Die Plattform baut bei allen Kommunikationsformen Schichten an Kontrolle und Raffinesse ein. Dieser Prozess wird nun maßgeblich von regulatorischen Vorgaben beeinflusst.

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