WhatsApp führt Nutzernamen ein: Ende der Telefonnummer-Pflicht
21.03.2026 - 00:00:36 | boerse-global.deWhatsApp startet die größte Plattform-Reform seiner Geschichte. Ab Juni können sich die Milliarden Nutzer mit selbstgewählten Handles statt ihrer Handynummer identifizieren.
FRANKFURT/ MENLO PARK – Der Meta-Konzern vollzieht bei seinem Messenger-Riesen eine historische Wende. WhatsApp führt nach jahrelangen Forderungen endlich Nutzernamen ein. Die globale Einführung ist für Juni 2026 geplant. Damit können sich Privatpersonen und Unternehmen künftig über eindeutige Handles verbinden – ohne die bisher zwingend erforderliche Preisgabe der Telefonnummer. Die Neuerung stärkt den Privatsphären-Schutz und holt gegenüber Konkurrenten wie Telegram und Signal auf.
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"Wir freuen uns, Nutzernamen auf die Plattform zu bringen", bestätigt ein WhatsApp-Sprecher. "Das hilft Menschen, sich mit neuen Kontakten, Gruppen und Unternehmen zu verbinden, ohne ihre Telefonnummer teilen zu müssen." Die Funktion solle zusätzliche Privatsphäre bieten und die Kommunikation – besonders mit Unternehmen – vereinfachen.
Wie die neue Identität funktioniert
Der Wechsel zu Nutzernamen markiert die tiefgreifendste Architektur-Änderung seit WhatsApps Start. Jahrelang galt die Pflicht zur Nummernweitergabe als Schwachstelle. Sie machte Nutzer in Gruppen oder bei unbekannten Kontakten anfällig für Spam und unerwünschte Anrufe. Das neue System erlaubt es, die persönliche Rufnummer hinter einem selbstgewählten Alias zu verbergen.
Die Umsetzung erfolgt als optionale Privatsphäre-Funktion. Nutzer entscheiden selbst, ob sie weiterhin ihre Telefonnummer als Hauptkennung nutzen oder auf einen eindeutigen Handle wechseln. Diese Flexibilität soll Abwanderungen zu Konkurrenzdiensten verhindern.
Bei Einführung können Nutzer – ähnlich wie bei Instagram oder X – einen individuellen Namen wählen. Dieser dient als öffentliche Identität für alle, die die Nummer nicht gespeichert haben. Auch Sprach- und Videoanrufe sowie Nachrichten werden über diese Handles möglich. Der Austausch sensibler persönlicher Daten entfällt.
Für Unternehmen eröffnet der Wandel erhebliche Chancen. Firmen können eindeutige Handles reservieren, was Kunden die Suche und Interaktion erleichtert. Im Hintergrund führt WhatsApp eine neue Kennung namens Business-Scoped User ID (BSUID) ein. Sie verwaltet die Interaktionen, während Kundennummern vertraulich bleiben.
Mehr Kontrolle, weniger unerwünschte Kontakte
Die zentrale Motivation hinter den Nutzernamen ist mehr Privatsphäre und Kontrolle für die User. Indem die WhatsApp-Präsenz von der persönlichen Rufnummer getrennt wird, soll eine sicherere Kommunikationsumgebung entstehen. Besonders relevant ist das in großen Gruppenchats, deren Mitglieder sich oft nicht persönlich kennen.
Weitere Verbesserungen sind in Entwicklung. Beta-Versionen zeigen eine optionale "Nutzernamen-Schlüssel"-Funktion. Sie fungiert als privater Zugangscode. Erste Kontakte müssen diesen Schlüssel eingeben, bevor sie ein Gespräch beginnen können. Diese zusätzliche Sicherheitsebene gibt Nutzern präzise Kontrolle darüber, wer sie kontaktieren darf. So trennt sie öffentliche Auffindbarkeit von direkter Erreichbarkeit – und verhindert unerwünschte Nachrichten von Fremden.
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Die Entwicklung des Nutzernamen-Systems war komplex. Es erforderte eine umfassende Neugestaltung von WhatsApps Kern-Identifikationsinfrastruktur. Kompatibilität, Skalierbarkeit und die charakteristische Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mussten gewährleistet bleiben.
Neues Geschäftsmodell: Auktionen für Werbung
Neben den nutzerorientierten Privatsphäre-Funktionen plant WhatsApp auch eine Kehrtwende im Geschäftsmodell. Das Unternehmen will ein "dynamisches Preissystem" für Marketing-Nachrichten einführen. Dabei bieten Firmen in Echtzeit darauf, werbefinanzierte Inhalte versenden darf.
Die Beta-Tests für diese Preisstruktur sollen in der zweiten Hälfte 2026 beginnen. Der vollständige Start ist für das zweite Quartal 2027 geplant. Der Schritt markiert einen bedeutenden Fortschritt bei der Monetarisierung der riesigen Geschäftskunden-Basis. WhatsApp verlässt damit sein langjähriges Abrechnungsmodell pro Nachricht.
Mit der Einführung im Juni beginnt eine neue Ära der Kommunikation. Nutzer gewinnen mehr Kontrolle über ihre persönlichen Daten. Unternehmen müssen sich auf das Nutzernamen-System und das kommende dynamische Preismodell einstellen. Die Einführung der Handles wird grundlegend neu definieren, was es bedeutet, sich auf dem weltweit beliebtesten Messenger zu verbinden.
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