Produktion/Absatz, Zusammenfassung

Sieben Braunkohle-Blöcke stehen vor endgĂŒltiger Stilllegung

24.03.2024 - 15:56:47

Wie vorgesehen werden Ende MĂ€rz in Deutschland sieben weitere Braunkohle-Kraftwerksblöcke endgĂŒltig stillgelegt.

Die Stilllegung war bei allen Blöcken schon frĂŒher geplant gewesen. Um in der Energiekrise Erdgas in der Stromerzeugung zu sparen, waren von der Bundesregierung fĂŒnf Blöcke aus der sogenannten Versorgungsreserve geholt worden. Zwei weitere Blöcke durften ĂŒber den ursprĂŒnglich geplanten Stilllegungszeitpunkt weiterlaufen. Alle durften ihren Strom im Großhandel verkaufen. Zum Ende des Winters 2023/24 ist nun endgĂŒltig Schluss.

Aus der Sicherheitsbereitschaft geholt worden waren im Rheinischen Revier im Kraftwerk Niederaußem die Blöcke E und F sowie im Kraftwerk Neurath der Block C. Alle gehören dem Energiekonzern RWE DE0007037129. Im Lausitzer Revier wurden im Kraftwerk JĂ€nschwalde die Blöcke E und F zurĂŒckgeholt, die dem Energiekonzern Leag gehören. Hinzu kamen zwei weitere Blöcke (D und E) des RWE-Kraftwerks Neurath, deren Betrieb verlĂ€ngert wurde.

FĂŒr die Reaktivierung der Anlagen aus der Sicherheitsbereitschaft kehrten auch ehemalige BeschĂ€ftigte aus dem Ruhestand an ihre alten ArbeitsplĂ€tze zurĂŒck. Andere verschoben den Beginn ihres Ruhestandes.

Insgesamt haben die sieben Blöcke eine Leistung von rund 3,1 Gigawatt. Zum Vergleich: Das Steinkohlekraftwerk Datteln 4 hat eine Leistung von knapp 1,1 Gigawatt. Insgesamt waren im November in Deutschland laut Bundesnetzagentur Stromerzeugungsanlagen mit einer Leistung von 245 Gigawatt am Markt. Davon entfielen rund 159 Gigawatt auf erneuerbare EnergietrÀger.

Die Netzagentur sieht durch die Stilllegungen keine BeeintrĂ€chtigung der Versorgungssicherheit. "Die Stilllegungen sind geplant und entsprechend in allen Prognosen zur Versorgung berĂŒcksichtigt. Die Versorgungssicherheit ist weiterhin gewĂ€hrleistet", sagte ein Sprecher. Strom werde im europĂ€ischen Verbund dort erzeugt, wo dies am gĂŒnstigsten möglich sei. "Deutschland und die anderen europĂ€ischen LĂ€nder profitieren so wechselseitig von den jeweils gĂŒnstigsten Erzeugungsbedingungen." Dabei wĂŒrden jeweils die preiswertesten, aktuell zur VerfĂŒgung stehenden Erzeugungstechnologien zuerst eingesetzt, sagte der Sprecher.

Das Bundeswirtschaftsministerium ist gesetzlich verpflichtet, zu prĂŒfen, wieviel zusĂ€tzliches Treibhausgas durch den Weiterbetrieb der Kohlekraftwerke ausgestoßen wurde. Bis Ende Juni muss es VorschlĂ€ge machen, mit welchen Maßnahmen diese zusĂ€tzlichen Emissionen ausgeglichen werden können.

Die GrĂŒnen-Bundestagsabgeordnete Kathrin Henneberger teilte mit: "Die Emissionen durch die Verbrennung von Braun- und Steinkohle in Deutschland sind historisch enorm und zĂ€hlen zu den zentralen Ursachen der Klimakrise. Umso besser ist es, dass Deutschland nun auf den vorgesehenen Ausstiegspfad zurĂŒckkehrt." Dies reiche angesichts der sich verschĂ€rfenden Klimakrise allerdings nicht, weshalb man auch an einem massiven Ausbau erneuerbarer Energien und der Netze arbeite, um bis 2030 ganz aus der Kohlekraft auszusteigen.

@ dpa.de | DE0007037129 PRODUKTION/ABSATZ