Ergebnisse, Produktion/Absatz

WDH/ ROUNDUP 2: Daimler Truck streicht 5.000 Stellen - Kosten sollen runter

08.07.2025 - 18:00:26 | dpa.de

(Wiederholung. ErgÀnzt hiermit neue Aspekte des Roundup 2: Schlusskurs, Analysten, Details und Hintergrund.)LEINFELDEN-ECHTERDINGEN/CHARLOTTE - Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck DE000DTR0CK8 will in Europa wettbewerbsfÀhiger werden - und bis 2030 etwa 5.000 Stellen in Deutschland streichen.

(Wiederholung. ErgÀnzt hiermit neue Aspekte des Roundup 2: Schlusskurs, Analysten, Details und Hintergrund.)

LEINFELDEN-ECHTERDINGEN/CHARLOTTE (dpa-AFX) - Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck DE000DTR0CK8 will in Europa wettbewerbsfĂ€higer werden - und bis 2030 etwa 5.000 Stellen in Deutschland streichen. Das teilte das Unternehmen auf seinem Kapitalmarkttag im US-amerikanischen Charlotte (North Carolina) mit. Betroffen ist die zuletzt schwĂ€chelnde Marke Mercedes-Benz, die vor allem in Europa und Lateinamerika vertreten ist. Die Aktie fiel zunĂ€chst spĂŒrbar ins Minus, bevor sie sich wieder erholte und im Plus landete.

Zum Handelsschluss gewann das Papier 1,3 Prozent auf 41,25 Euro. Nach dem Zollschock in den USA war der Kurs Anfang April zwischenzeitlich auf unter 31 Euro abgerutscht, hat sich seitdem aber wieder schwungvoll erholt. Bereits am Vorabend hatte Daimler Truck ein weiteres AktienrĂŒckkaufprogramm ĂŒber bis zu 2 Milliarden Euro ĂŒber zwei Jahre angekĂŒndigt. Analyst Nick Housden von der Bank RBC zog unter dem Strich ein positives Fazit zum Kapitalmarkttag. Michael Aspinall von Jefferies sprach von etwas besser als erwartet ausgefallenen Zielen in der Nordamerika-Sparte. Auch der Geldzufluss durch den geplanten Börsengang des in Asien aufgesetzten Gemeinschaftsunternehmens könnte der Aktie noch Schwung verleihen.

Maue Nachfrage in Europa

Das schwache Wirtschaftsumfeld in Europa und insbesondere in Deutschland bremst das Dax DE0008469008-Unternehmen seit lĂ€ngerem aus. Konzernweit ging der Absatz 2024 um zwölf Prozent zurĂŒck, im ersten Halbjahr 2025 um knapp sieben. Bei Mercedes-Benz Trucks fiel das Minus deutlich stĂ€rker aus. Sowohl 2024 als auch zu Jahresbeginn verkaufte die Marke deutlich weniger Lkw. Im zweiten Quartal stabilisierte sich der Absatz etwas.

Lange hatte Daimler Truck vom Bestellboom der Speditionen nach der Corona-Pandemie gezehrt. Probleme gab es nicht mit der Nachfrage, sondern vor allem mit der Versorgung mit Teilen wie Elektronikchips. Hinzu kamen teils deutlich gestiegene Energie- und Frachtkosten. Seit einiger Zeit hat sich das Bild aber gewandelt: Viele Speditionen warten ab - und bestellen gerade keine neuen Lastwagen. Der Auftragseingang ging im ersten Quartal erneut zurĂŒck.

Daimler Truck will wettbewerbsfÀhiger werden

Das zeigt sich auch bei den GeschĂ€ftszahlen: Umsatz und Gewinn gingen 2024, aber auch zu Jahresbeginn, zurĂŒck. Bei Mercedes-Benz Trucks fiel das Minus in beiden FĂ€llen besonders deutlich aus. Im ersten Quartal sank der Umsatz um 15 Prozent, der operative Gewinn um fast die HĂ€lfte. In anderen Sparten lĂ€uft es fĂŒr den Konzern aus Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart hingegen besser.

Das Management um Chefin Karin Radström zieht daraus den Schluss: Sparen. "Mit der konsequenten Umsetzung unserer neuen strategischen PrioritÀten werden wir eine grundlegende Verbesserung unserer finanziellen Performance erzielen, angetrieben durch unser umfassendes Effizienzprogramm Cost Down Europe", sagte Finanzchefin Eva Scherer laut Mitteilung.

Die Anstrengung hat auch damit zu tun, dass die Hauptkonkurrenten zum Teil deutlich profitabler sind. Bei der Vorstellung von Radström als neue Konzernchefin hatte Aufsichtsratschef Joe Kaeser ihnen den Kampf angesagt. "Mittel- bis langfristig wollen wir nicht nur der grĂ¶ĂŸte Truck-Anbieter der westlichen Welt sein", sondern auch bei der Marge fĂŒhrend, sagte er damals. Es gebe keinen Grund, weshalb Daimler Truck absehbar hinter anderen Anbietern zurĂŒckstehen sollte. Kaeser verwies auf die operative Marge einiger Wettbewerber von bis zu 15 Prozent.

Daimler Truck will durch das Sparprogramm also auch profitabler werden. Es soll mehr Gewinn vom Umsatz ĂŒbrig bleiben. 2024 kam das Unternehmen auf eine um Sondereffekte bereinigte Umsatzrendite von 8,9 Prozent. Radström peilt bis 2030 nun einen Wert von mehr als 12 Prozent an. Die Zahlen beziehen sich auf das IndustriegeschĂ€ft, die Finanzdienstleistungen umfassen sie nicht. Bisher hatten die Schwaben ein solches Niveau nur fĂŒr den Fall gĂŒnstiger Bedingungen erwartet.

"Mit der konsequenten Umsetzung unserer neuen strategischen PrioritĂ€ten werden wir eine grundlegende Verbesserung unserer finanziellen Performance erzielen, angetrieben durch unser umfassendes Effizienzprogramm Cost Down Europe", sagte Finanzchefin Eva Scherer. Über den Konjunkturzyklus soll die bereinigte Marge im FahrzeuggeschĂ€ft bis 2030 zwischen 9 und 13 Prozent liegen. Hier hatte Daimler Truck bisher 7 bis 11 Prozent veranschlagt.

Mindestens eine Milliarde soll gespart werden

Um dieses Ziel zu erreichen, sollten die wiederkehrenden Kosten insgesamt um mehr als eine Milliarde Euro dauerhaft gesenkt werden. Erreicht werden soll das spĂ€testens 2030. Von dem Programm sind sowohl die Produktion als auch die Zentrale, die Verwaltung, der Vertrieb und Entwicklung betroffen. Gesenkt werden sollen neben den Personalkosten zum Beispiel auch Ausgaben fĂŒr Material, Verwaltung, IT-Infrastruktur sowie Forschung und Entwicklung.

Die rund 5.000 Stellen sollen einem Unternehmenssprecher zufolge weitgehend ĂŒber natĂŒrliche Fluktuation und Altersteilzeit abgebaut werden. Es seien aber auch gezielte Abfindungsprogramme möglich, hieß es.

Einigung auf Eckpunkte im Mai

Das Dax-Unternehmen hatte sich bereits im Mai mit dem Gesamtbetriebsrat auf Eckpunkte fĂŒr die deutschen Lkw-Standorte geeinigt. Diese umfassen auch einen sozialvertrĂ€glichen Personalabbau. Wie viele Stellen der Hersteller von Lastwagen und Bussen streichen will, war bislang nicht bekannt. In dem Papier haben sich Daimler Truck und Arbeitnehmervertreter auch darauf geeinigt, dass es bis Ende 2034 keine betriebsbedingten KĂŒndigungen geben soll.

Die vereinbarten Maßnahmen gelten fĂŒr rund 28.000 BeschĂ€ftigte an insgesamt fĂŒnf deutschen Standorten: Gaggenau, Kassel, Mannheim, Stuttgart und Wörth. Der letztere Standort in Rheinland-Pfalz ist das grĂ¶ĂŸte Montagewerk fĂŒr Lkw. Das Bus-Segment ist ausgenommen. Insgesamt hat Daimler Truck hierzulande rund 35.500 BeschĂ€ftigte.

Daimler Truck ist nach eigenen Angaben einer der weltweit grĂ¶ĂŸten Nutzfahrzeughersteller und beschĂ€ftigt mehr als 100.000 Menschen. In den USA fĂŒhrt der Konzern unter anderem die Marken Freightliner und Western Star. Die Produktpalette umfasst leichte, mittelschwere und schwere Lkw.

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