Wingtech, Aktie

Wingtech Aktie: 8 Milliarden Dollar Schadensersatz gefordert

Veröffentlicht am: 11.05.2026 um 08:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Chinesischer Nexperia-Mutterkonzern verlangt EntschĂ€digung fĂŒr staatliche Eingriffe und beziffert Schaden auf acht Milliarden Dollar.
Wingtech Aktie: 8 Milliarden Dollar Schadensersatz gefordert Illustration mit AI erstellt.

Wingtech geht in die Offensive. Der chinesische Mutterkonzern von Nexperia verlangt vom niederlĂ€ndischen Staat EntschĂ€digung fĂŒr die Eingriffe in die Halbleiter-Tochter. Das Unternehmen beziffert die operativen Störungen und finanziellen SchĂ€den auf rund 8 Milliarden Dollar.

Streit um Nexperia verschÀrft sich

Der Konflikt zieht sich seit mehr als sechs Monaten hin. Aus einem Konzernverbund ist lĂ€ngst ein gespaltener Betrieb geworden. Die chinesischen und europĂ€ischen Einheiten bauen ihre Lieferketten fĂŒr Autochips inzwischen getrennt auf.

Auslöser war der Einsatz eines niederlĂ€ndischen Notstandsgesetzes aus dem Jahr 1952. Damit ĂŒbernahm der Staat die Kontrolle ĂŒber die Tochter. Die Regierung verwies dabei auf Sorge vor einem möglichen Abfluss von Know-how nach Peking.

FĂŒr Wingtech hat das spĂŒrbare Folgen. Die Aktie fiel vor dem Konflikt von 45 Yuan auf derzeit 22,90 Yuan. Heute rutschte sie um 9,74 Prozent ab. Damit liegt der Kurs auch klar unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 30,97 Yuan.

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Druck auf Bilanz und Börsenstatus

Der Konzern steht auch operativ unter Druck. In China droht weiter der RĂŒckzug vom Börsenparkett, nachdem die Gesellschaft wegen unzureichender Finanzdaten den ST-Status erhalten hat. Der AbschlussprĂŒfer Rongcheng verweigerte beim Jahresbericht 2025 das Testat.

Im ersten Quartal 2026 meldete Wingtech einen Nettoverlust von 189 Millionen Yuan. Dazu kam ein deutlicher RĂŒckgang beim Umsatz. Parallel dazu baut das Unternehmen in China eine eigene Lieferkette fĂŒr MOSFETs und Logikchips auf.

Die neue Tochter Wenshi Xin in Shanghai soll diese Struktur tragen. Die Serienproduktion verschiedener Komponenten ist fĂŒr die zweite JahreshĂ€lfte 2026 geplant.

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Milliardenverlust und klamme Kasse

Die Börse hat den Streit lÀngst eingepreist. Die Marktkapitalisierung liegt nur noch bei rund 30 Milliarden Yuan. Seit 2021 hat Wingtech damit mehr als 130 Milliarden Yuan an Börsenwert verloren.

Hilfreich ist die LiquiditĂ€t nur begrenzt. Der Konzern verfĂŒgt ĂŒber etwa 4,6 Milliarden Yuan an Barmitteln. Parallel dazu setzt das Management weiter auf eine Einigung mit Den Haag. Ob daraus mehr als ein langes juristisches Ringen wird, hĂ€ngt nun auch am weiteren Verlauf des Konflikts um Nexperia.

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