Wird der Prozess um den Nord-Stream-Anschlag eingestellt?
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 05:50 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Verteidigung hatte im Prozess um den Anschlag auf die Nord-Stream-Pipelines einen entsprechenden Antrag gestellt. Bevor jedoch der Staatsschutzsenat entscheidet, kann der Vertreter der Bundesanwaltschaft noch Stellung zum Antrag der Verteidigung nehmen.
Sollte der Antrag abgelehnt werden, geht es direkt mit dem Verfahren weiter. Dann wird dem Gericht zufolge ein SachverstÀndiger des Bundeskriminalamtes zum Schaden an den Pipelines und zur Explosionsursache gehört werden.
Explosion in 80 Metern Tiefe
Am 26. September 2022 waren am Grund der Ostsee vor der dÀnischen Insel Bornholm in etwa 80 Metern Tiefe mehrere SprengsÀtze detoniert. Die beiden Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 wurden massiv beschÀdigt. Insgesamt gab es vier Lecks an drei der insgesamt vier Leitungen.
Wegen des wohl spektakulĂ€rsten Sabotageaktes der deutschen Nachkriegsgeschichte steht der 50 Jahre alte frĂŒhere Offizier einer Spezialeinheit der ukrainischen Armee, Serhij Kusnjezow, vor Gericht.
Der Vertreter des Generalbundesanwalts wirft dem Angeklagten vor, der Drahtzieher hinter der Sprengung der Ostsee-Gaspipelines gewesen zu sein. Er soll die Explosionen gemeinsam mit sechs weiteren TĂ€tern verursacht haben.
Wegen des Einsatzes verbotener Methoden der KriegsfĂŒhrung durch einen Angriff gegen zivile Objekte lautet die Anklage auf Kriegsverbrechen. AuĂerdem wird der 50-JĂ€hrige beschuldigt, eine Sprengstoffexplosion herbeigefĂŒhrt, Bauwerke zerstört und öffentliche Betriebe gestört zu haben.
