Experten warnen vor LĂŒcke in der nuklearen Abschreckung
12.02.2026 - 06:16:55 | dpa.deIn einem Bericht, der auf der am Freitag beginnenden MĂŒnchner Sicherheitskonferenz vorgestellt werden soll, warnen sie vor einer "LĂŒcke".
"Die EuropĂ€er können das Nachdenken ĂŒber nukleare Abschreckung nicht weiter an die USA auslagern. Die Ăra, in der sich Europa nukleare NachlĂ€ssigkeit leisten konnte, ist vorbei", schreiben die Autoren.
"Wie unbequem die Debatte auch sein mag, das neue Sicherheitsumfeld erfordert es, dass europĂ€ische EntscheidungstrĂ€ger die Rolle von Atomwaffen in der Verteidigung direkt und ohne Verzögerung angehen - und die nötigen Ressourcen bereitstellen, um das kompetent zu machen", heiĂt es weiter. Das sei der Preis, um ein strategisches Scheitern in die Zukunft zu vermeiden.
Kein guter Weg mit weniger UnterstĂŒtzung aus den USA
Die Forscher untersuchen dabei fĂŒnf Optionen. Darunter sind neben dem weiteren Vertrauen auf die US-Abschreckung sowie einer StĂ€rkung der europĂ€ischen AtommĂ€chte GroĂbritannien und Frankreich auch drei teils umstrittene Wege: Entwicklung einer gemeinsamen nuklearen Abschreckung in Europa, unabhĂ€ngige Schritte einzelner Nationen sowie Investitionen in eine Abschreckung nur mit konventionellen Waffen ohne Atomwaffen.
Die Debatte um den richtigen Weg sei lange als unantastbar behandelt worden, nun aber wichtig und unvermeidbar, so die Forscher. Sie stellen auch fest, dass es mit weniger US-UnterstĂŒtzung fĂŒr Europa keinen guten Weg gibt.
Die Untersuchung stammt aus der Feder der EuropĂ€ischen Nuklearen Studiengruppe ("European Nuclear Study Group"), einer 2024 angestoĂenen Initiative, an der die MĂŒnchner Sicherheitskonferenz, die Hertie School in Berlin sowie die UniversitĂ€t of St. Gallen in der Schweiz beteiligt sind.
Pistorius in BrĂŒssel: "Das Signal ist falsch"
Kurz vor der MĂŒnchner Sicherheitskonferenz hatte sich bereits die EU-AuĂenbeauftragte Kaja Kallas fĂŒr eine offene Debatte ĂŒber europĂ€ische atomare AbschreckungskapazitĂ€ten ausgesprochen. Hintergrund sei die Tatsache, dass das transatlantische BĂŒndnis "nicht mehr das ist, was es einmal war".
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) Ă€uĂerte sich am Mittwoch in BrĂŒssel zurĂŒckhaltend. In der neuen US-Verteidigungsstrategie sei "keinerlei Anhaltspunkt zu finden, dass die Amerikaner die Absicht haben, sich aus ihrer nuklearen Abschreckungsverantwortung fĂŒr Europa innerhalb der Nato zurĂŒckzuziehen", sagte er.
Pistorius: "Man kann ĂŒber alles spekulieren, aber zu glauben, wir wĂ€ren in der Lage, jetzt oder in fĂŒnf oder gar in zehn Jahren den nuklearen Abschreckungsschirm der Amerikaner ersetzen, der mag das glauben. Ich glaube, das Signal ist falsch."
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