WKÖ, Steuerfreiheit

WKÖ fordert höhere Steuerfreiheit für Überstunden

06.01.2026 - 07:00:12

Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) fordert eine deutliche Anhebung der steuerfreien Überstundenzuschläge. Trotz einer erst im Dezember beschlossenen Neuregelung drängt die Interessenvertretung auf Nachbesserungen. Der aktuelle Deckel von 170 Euro bremse den Aufschwung.

Seit Jahresbeginn gilt ein neuer Kompromiss: Zuschläge für bis zu 15 Überstunden im Monat sind steuerfrei, maximal jedoch 170 Euro. Die WKÖ hält diese Grenze für zu niedrig. Sie argumentiert, dass gut verdienende Fachkräfte für die 14. oder 15. Stunde netto kaum mehr erhielten als für eine reguläre Stunde. Das dämpfe die Motivation in Branchen mit akutem Personalmangel.

Die konkrete Forderung lautet, den steuerfreien Betrag auf mindestens 400 Euro anzuheben. Damit soll eine Angleichung an die Regelung für Feiertagsarbeit erreicht werden.

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Ungleichheit im Steuersystem

Ein Kernargument der Wirtschaftskammer ist die Beseitigung eines Ungleichgewichts. Für Arbeit an Sonn- und Feiertagen sind seit diesem Jahr bereits Zuschläge bis zu 400 Euro steuerfrei. Diese Diskrepanz sei sachlich nicht zu rechtfertigen. Eine Harmonisierung würde das Steuerrecht vereinfachen und einen “Leistungsturbo” zünden.

Hintergrund ist auch die demografische Entwicklung: Weniger Arbeitskräfte sollen durch attraktivere Anreize zu Mehrarbeit motiviert werden.

Vorstoß im Zeichen des fragilen Aufschwungs

Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt. Für 2026 wird nur ein verhaltenes Wirtschaftswachstum erwartet. Steuerfreie Zuschläge gelten als Instrument, um die Nettoeinkommen der Mitarbeiter zu erhöhen, ohne die Bruttolohnkosten der Betriebe im gleichen Maße steigen zu lassen. Die Botschaft der WKÖ ist klar: Ohne bessere Anreize für Mehrarbeit drohe der Aufschwung an Personalengpässen zu scheitern.

Abwartende Reaktionen und offene Debatte

Aus Regierungskreisen gab es zunächst keine offizielle Stellungnahme. Eine sofortige Wiederaufnahme der gerade erst abgeschlossenen Verhandlungen gilt als unwahrscheinlich. Gewerkschaftsvertreter warnen indes vor möglichen Nebenwirkungen: Eine zu starke Begünstigung von Überstunden könnte reguläre Lohnerhöhungen ersetzen und die Gesundheitsbelastung erhöhen.

Die Debatte dürfte an Fahrt aufnehmen, wenn die ersten Lohnabrechnungen unter der neuen Regelung die Beschäftigten erreichen. Die WKÖ kündigte an, das Thema in Kollektivvertragsverhandlungen und Gesprächen mit dem Finanzministerium offensiv zu vertreten.

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