Workahomeism, Mitarbeiter

Workahomeism: Warum kranke Mitarbeiter trotzdem arbeiten

30.01.2026 - 05:53:12

Fast jeder zweite Beschäftigte arbeitet krank von zu Hause aus, was Experten als Gesundheitsrisiko und wirtschaftlichen Bumerang für Unternehmen bewerten.

Fast jeder zweite Homeoffice-Arbeitende jobbt trotz Krankheit. Das Phänomen heißt Workahomeism – und es gefährdet die Gesundheit. Eine klare Routine für Krankheitstage kann helfen, die nötige Erholung durchzusetzen.

Die neue Realität: Krank am Küchentisch

Die Grenze zwischen Kranksein und Arbeiten verschwimmt im Homeoffice zusehends. Viele fühlen sich verpflichtet, trotz Fieber oder Erkältung den Laptop aufzuklappen. Die Gründe sind vielfältig: schlechtes Gewissen gegenüber dem Team, Angst vor Arbeitsspitzen oder die ständige Erreichbarkeit. Doch Experten warnen: Die wichtigste Maßnahme bei Krankheit ist und bleibt die Erholung. Nur so lassen sich langfristige Ausfälle vermeiden.

Rechtlich klar: Krank ist krank

Auch im Homeoffice gilt das Gleiche wie im Büro: Wer arbeitsunfähig ist, muss nicht arbeiten. Die ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist eine offizielle Feststellung – kein Arbeitsverbot, aber eine klare Empfehlung. Die primäre Pflicht des Arbeitnehmers ist die unverzügliche Krankmeldung beim Chef, idealerweise vor Arbeitsbeginn. Wer Symptome ignoriert, riskiert nicht nur einen längeren Leidensweg, sondern steckt im Büro auch noch Kollegen an.

Die perfekte Vorbereitung für den Notfall

Die beste Sick-Day-Routine beginnt, bevor man überhaupt krank wird. Wer proaktiv plant, reduziert den Druck, ständig erreichbar sein zu müssen.

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  • Dokumente zentral ablegen: Wichtige Passwörter und Projektunterlagen sollten für Vertreter zugänglich sein.
  • Vertretung regeln: Klare Absprachen im Team sorgen dafür, dass dringende Aufgaben nicht liegen bleiben.
  • Essenzielle Aufgaben listen: Eine kurze Übersicht der anstehenden To-dos und Kontakte erleichtert die Übergabe enorm.

Diese Strukturen ermöglichen es, sich im Krankheitsfall wirklich auszuklinken.

Klare Kommunikation statt schlechtem Gewissen

Ist der Tag gekommen, zählt eine eindeutige Ansage. Nach der offiziellen Meldung beim Vorgesetzten bringt eine Team-E-Mail Klarheit:
* Wer übernimmt welche Aufgabe?
* Bis wann ist man nicht erreichbar?
* Ein E-Mail-Auto-Responder kann zusätzlich Erwartungen managen.

Entscheidet man sich bewusst, mit leichten Symptomen zu arbeiten, sind strikte Grenzen das A und O: Nur das Nötigste erledigen, Pausen einhalten und komplexe Aufgaben ablehnen. Der Fokus muss auf der Schonung liegen.

Leichtes Arbeiten bei Unwohlsein – wenn es denn sein muss

Fällt die Entscheidung fürs Arbeiten, sollte die Aufgabenvahl strategisch sein. Geeignet sind Tätigkeiten mit geringer Konzentrationsschwelle:
* Einfache E-Mails beantworten
* Dokumente sichten
* Den digitalen Arbeitsplatz aufräumen

Wichtig ist eine ergonomische Umgebung, regelmäßige Pausen und viel Flüssigkeit. Der Tag sollte deutlich verkürzt werden. Vorsicht ist bei Medikamenten geboten: Sie können die Krankheit nur verschleppen.

Präsentismus kostet Unternehmen langfristig mehr

Die Digitalisierung hat das Problem verschärft. Eine Studie der Techniker Krankenkasse zeigt: 46 Prozent der Befragten arbeiten im Homeoffice häufiger, obwohl sie sich krank fühlen. Für Unternehmen ist dieser Präsentismus ein Bumerang. Er führt zu:
* Geringerer Produktivität
* Höherer Fehlerquote
* Langfristig höheren Kosten durch Folgeerkrankungen und Burnout

Eine Kultur, die Gesundheit priorisiert und klare Richtlinien setzt, ist daher kein Nice-to-have, sondern betriebswirtschaftlich sinnvoll.

@ boerse-global.de