Workday Aktie: Temasek stockt um 55,4 Prozent auf
Veröffentlicht am: 17.06.2026 um 16:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Workday durchlebt turbulente Zeiten. Der Kurs der Cloud-Software-Schmiede ist binnen Jahresfrist um fast die HĂ€lfte eingebrochen. Doch wĂ€hrend Privatanleger nervös werden, kaufen GroĂinvestoren zu.
Parallel dazu zeigt sich ein gemischtes Bild bei den institutionellen AktionÀren. Blair William & Co. IL etwa reduzierte seinen Anteil um 6,1 Prozent und hÀlt noch Aktien im Wert von rund 178 Millionen Dollar. Ein gegenlÀufiges Signal sendet indes der staatliche Singapur-Fonds Temasek. Er stockte sein Workday-Paket im vierten Quartal um beachtliche 55,4 Prozent auf. Das ist ein klares Vertrauensvotum zu aktuell niedrigen Kursen.
Cloud-Partnerschaft mit AWS
Wichtiger noch als die AktionĂ€rsstruktur: Workday setzt verstĂ€rkt auf KĂŒnstliche Intelligenz. Anfang Juni gab das Unternehmen eine tiefere Integration seiner Datenplattform mit Amazon Web Services bekannt. Entwickler erhalten kĂŒnftig direkten Zugriff auf Personal- und Finanzdaten aus der AWS-Umgebung. Die Idee: KI-Anwendungen schneller und sicherer aufbauen, ohne Daten kopieren zu mĂŒssen.
Das Ganze ist Teil einer breiteren Strategie. Workday hat Ă€hnliche Partnerschaften mit Google Cloud und Salesforce geschlossen. Die firmeneigene âIlluminate"-Plattform treibt zudem die sogenannte âagentische" Architektur voran. Dabei erledigen spezialisierte KI-Assistenten Aufgaben in Personalwesen und Finanbuchhaltung selbststĂ€ndig. Ăber 4.000 Kunden nutzen bereits mindestens einen dieser KI-Agenten.
Analysten bremsen die Euphorie
Trotz der strategischen Neuausrichtung bleiben Analysten zurĂŒckhaltend. Evercore stufte die Aktie im Februar von âOutperform" auf âIn-line" herab und nannte Wachstumssorgen als Grund. Der Aktienkurs notiert aktuell bei knapp 110 Euro â haarscharf ĂŒber dem 50-Tage-Durchschnitt und 28,6 Prozent unter der 200-Tage-Linie.
Die nackten Zahlen zeigen jedoch, warum Workday noch nicht abgeschrieben ist. Im ersten Quartal des Fiskaljahres 2027 legten die Abonnementerlöse um 14,3 Prozent auf 2,354 Milliarden Dollar zu. Die operative Marge nach nicht GAAP-Standard erreichte mit 31,8 Prozent ein hohes Niveau. FĂŒr das Gesamtjahr bestĂ€tigte das Management die Prognose: 9,925 bis 9,950 Milliarden Dollar Umsatz aus Abonnements stehen im Raum. Die operative Marge soll auf 30,5 Prozent steigen.
Am 21. Mai 2026 bestĂ€tigte der Auftragsbestand von 8,806 Milliarden Dollar fĂŒr die nĂ€chsten zwölf Monate, dass die Nachfrage intakt ist. Die Frage ist nun, ob die KI-Offensive und die Partnerschaft mit Amazon ausreichen, um das Wachstum wieder zu beschleunigen. Der nĂ€chste Test folgt mit den Zweitquartalszahlen im August.
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