Ergebnisse, Produktion/Absatz

WDH/ ROUNDUP 2: Vonovia will operativen Gewinn in den kommenden Jahren steigern

06.11.2024 - 12:05:46 | dpa.de

(Wort in der Überschrift ergĂ€nzt, neu: weitere Details, Analyst, Aktienkurs aktualisiert)BOCHUM - Deutschlands grĂ¶ĂŸter Wohnimmobilienkonzern Vonovia DE000A1ML7J1 schaltet nach zwei Jahren der Bilanzschonung wieder auf Wachstum und will mehr investieren.

(Wort in der Überschrift ergĂ€nzt, neu: weitere Details, Analyst, Aktienkurs aktualisiert)

BOCHUM (dpa-AFX) - Deutschlands grĂ¶ĂŸter Wohnimmobilienkonzern Vonovia DE000A1ML7J1 schaltet nach zwei Jahren der Bilanzschonung wieder auf Wachstum und will mehr investieren. "Unser KerngeschĂ€ft lĂ€uft hervorragend, nahezu alle unsere Wohnungen sind vermietet", sagte Unternehmenschef Rolf Buch bei Vorlage der Neunmonatszahlen am Mittwoch. Die wichtigsten Unternehmenszahlen entwickelten sich wie erwartet und das Unternehmen werde alle seine Ziele fĂŒr das laufende Jahr am oberen Ende der Erwartungen erreichen. FĂŒr 2025 und die folgenden Jahre blicke der Vorstand zuversichtlich nach vorn. Die Aktie legte am Vormittag zunĂ€chst um gut ein Prozent zu, notierte zuletzt aber leicht im Minus.

So rĂŒcken die wĂ€hrend der Stabilisierungsphase zurĂŒckgefahrenen GeschĂ€fte, wie etwa die Projektentwicklung und zusĂ€tzliche Dienstleistungen rund um Immobilien, in den Fokus. Bis 2028 sollen diese Bereiche 20 bis 25 Prozent zum bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) beitragen, teilte der Dax-Konzern DE0008469008 in Bochum mit. In der Summe seien dies rund 500 bis 700 Millionen Euro.

Insgesamt peilt Vonovia 2028 einen operativen Gewinn von 3,2 bis 3,5 Milliarden Euro an. Das wĂ€ren etwa 30 Prozent mehr als die im laufenden Jahr angestrebten 2,55 bis 2,65 Milliarden Euro. Im kommenden Jahr soll das operative Ergebnis auf 2,7 bis 2,8 Milliarden Euro zulegen. Mit seinen ambitionierten Zielen fĂŒr 2028 liege der Immobilienkonzern ĂŒber den Erwartungen, hob Analyst Jonathan Kownator von der US-Investmentbank Goldman Sachs hervor.

Um diese Ziele zu erreichen, will Vonovia mehr investieren. Dabei setzt der Immobilienkonzern verstÀrkt auf serielle Sanierung und seriellen Neubau. Im kommenden Jahr wollen die Bochumer 1,2 Milliarden Euro in energetische Sanierung, Neubau sowie den Ausbau von Photovoltaik und WÀrmepumpen stecken. Bis 2028 sollen die Investitionen auf bis zu zwei Milliarden Euro pro Jahr verdoppelt werden.

Auch will Unternehmenschef Buch die Erfahrungen als Sanierer von Immobilien nutzen. KĂŒnftig plant das Unternehmen, unsanierte BestĂ€nde zu kaufen und diese wieder auf Vordermann zu bringen. Dabei machte Buch in einer Telefonkonferenz aber klar, dass Vonovia aufgrund von Risiken kein Interesse an den zum Kauf angebotenen Immobilien der Adler Group hat.

Zudem nimmt Vonovia wieder den Neubau mit 3.000 Wohnungen auf. Im kommenden Jahr soll etwa in Berlin und Wien neu gebaut werden. Dabei will das Unternehmen die Baukosten deutlich drĂŒcken, indem etwa auf Tiefgaragen verzichtet und ein höherer Anteil der HĂ€user seriell gefertigt wird. Letzteres spare Zeit, Ressourcen und Kosten, fĂŒgte der Unternehmenschef hinzu. Insgesamt sollen die Kosten um etwa ein FĂŒnftel reduziert werden.

Der von der Regierung geplante GebĂ€udetyp E werde das Bauen in Deutschland weiter vereinfachen und beschleunigen, sagte Buch. Insgesamt habe das Unternehmen in den Metropolregionen in Deutschland und Österreich ein Potenzial fĂŒr 70.000 neue Wohnungen auf freien GrundstĂŒcken sowie durch Nachverdichtung und Aufstockung identifiziert.

2023 und 2024 hatte Vonovia keine Neubauprojekte begonnen und dies mit der hohen Inflation und den gestiegenen Zinsen begrĂŒndet. Begonnene Projekte wurden aber weitergefĂŒhrt. In den ersten neun Monaten 2024 wurden 2.400 Wohnungen fertiggestellt.

Derweil profitiert das Unternehmen in den ersten neun Monaten des laufenden Jahrs weiterhin von einer hohen Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum in den Ballungsgebieten. Die Miete stieg in den ersten neun Monaten im Schnitt auf 7,94 Euro pro Quadratmeter - das waren 3,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In Deutschland betrug die durchschnittliche Monatsmiete per Ende September bei Vonovia 7,81 Euro pro Quadratmeter.

Auch operativ lief es fĂŒr das Unternehmen in dem Berichtszeitraum etwas besser. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte im Jahresvergleich um 1,4 Prozent auf knapp 1,99 Milliarden Euro zu. Dies hing vor allem mit einem Zuwachs im GeschĂ€ft mit Zusatzleistungen zusammen. Der bereinigte Vorsteuergewinn schrumpfte hingegen etwa wegen höherer Zinsaufwendungen um vier Prozent auf 1,36 Milliarden Euro.

Unter dem Strich machte Vonovia in den ersten drei Quartalen einen Verlust von 592 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte Vonovia einen Fehlbetrag von 3,8 Milliarden Euro verbucht. Der Wert des Vermietungsportfolios ging mit 82,6 Milliarden Euro Ende September im Vergleich zum Jahresende 2023 leicht zurĂŒck. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern vor dem Hintergrund der Immobilienkrise sein Portfolio mehrfach abgewertet und damit Milliardenverluste erlitten.

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