XFLT, Aktie

XFLT Aktie: Machtkampf eskaliert

Veröffentlicht: 18.07.2026 um 00:05 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Beim XAI Floating Rate Trust eskalieren die Auseinandersetzungen zwischen Octagon und dem Board vor der entscheidenden Aktionärsabstimmung am 30. Juli.

XFLT Aktie: Eskalation im Führungsstreit um Portfolio-Steuerung
Zwei Geschäftsleute in einem modernen Büro, die einen angespannten Machtkampf austragen, mit Fokus auf Körpersprache. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein geschlossener Fonds, zwei Vermögensverwalter, ein offener Schlagabtausch: Beim XAI Floating Rate & Alternative Income Trust (XFLT) tobt derzeit ein Streit um die Frage, wer künftig das Portfolio steuern soll. Am 30. Juli 2026 entscheiden die Aktionäre auf einer Sondersitzung, ob der bisherige Sub-Advisor Octagon Credit Investors durch King Street ersetzt wird. Beide Seiten werben in ungewöhnlich scharfem Ton um die Stimmen der Anteilseigner.

Vorwurf gegen Vorwurf

Octagon, seit Jahren als Sub-Advisor für XFLT tätig, wirft dem Verwaltungsrat vor, unzureichende Sorgfaltspflicht bei der Auswahl des Nachfolgers geübt zu haben. Der Vorwurf: King Street habe zuletzt mit schwacher Performance und Mittelabflüssen zu kämpfen gehabt, in einem wichtigen Fonds seien Rücknahmen sogar eingeschränkt worden. Octagon argumentiert zudem, der Wechsel erhöhe die Gebühren, die an XA Investments fließen – ohne erkennbaren Nutzen für die Fondsanteilseigner. Der Vermögensverwalter fordert eine Neubesetzung des Board mit aktionärsorientierten Direktoren sowie niedrigere Gebühren.

XA Investments kontert mit Zahlen zur Wertentwicklung. Der Fonds habe seinen Vergleichsindex über ein Jahr um fast 19 Prozentpunkte verfehlt, auch über drei und fünf Jahre liege die Performance zurück. Der Nettoinventarwert je Anteil sei um rund 54 Prozent gefallen – nach Angaben des Managements ein Wertverlust von etwa 407 Millionen Dollar auf aktueller Anteilsbasis. Zusätzlich verweist das Management auf sieben CLO-Ausfälle im Octagon-Portfolio im laufenden Jahr 2026 als Beleg für strukturelle Probleme beim bisherigen Sub-Advisor.

Was King Street mitbringt

King Street, 1995 gegründet, verwaltet nach eigenen Angaben rund 30 Milliarden Dollar über verschiedene Marktsegmente. Über die Tochtergesellschaft Rockford Tower Asset Management bringt der Verwalter ein CLO-Geschäft mit 20 US-amerikanischen und neun europäischen CLOs sowie rund 12 Milliarden Dollar verwaltetem CLO-Vermögen mit. Laut Board-Darstellung soll der Wechsel keine höheren Managementgebühren für die Fondsanteilseigner nach sich ziehen – ein Punkt, den Octagon in seiner Kritik anders bewertet.

Die gegensätzlichen Darstellungen zur Gebührenfrage lassen sich derzeit nicht auflösen. Klar ist nur: Beide Lager mobilisieren aktiv für die Abstimmung, Octagon über die weiße Stimmkarte gegen den Vorschlag, das Management für eine Zustimmung.

Am 30. Juli 2026 fällt die Entscheidung. Bis dahin dürfte der öffentliche Schlagabtausch zwischen Octagon und dem XFLT-Management weitergehen – für Anteilseigner heißt das vor allem, die widersprüchlichen Performance-Darstellungen beider Seiten selbst einzuordnen.

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