Xiaomi Aktie: 20 Milliarden HKD Rückkauf verpufft
25.06.2026 - 23:25:02 | boerse-global.de
Starke Stützungsmaßnahmen, schwache Kurse — bei Xiaomi klaffen Aufwand und Ertrag an der Börse weit auseinander. Der chinesische Technologiekonzern stemmt sich mit dem größten Aktienrückkauf seiner Geschichte gegen den aktuellen Abwärtstrend. Bislang verpufft der Milliarden-Einsatz völlig. Die Aktie rutschte am Donnerstag auf 2,48 Euro ab. Damit notiert das Papier direkt an seinem frischen 52-Wochen-Tief.
Leerverkäufer halten dagegen
Seit Anfang Juni läuft das historische Rückkaufprogramm. Xiaomi darf bis zu 20 Milliarden Hongkong-Dollar investieren. Der Konzern kann so maximal zehn Prozent seiner ausstehenden Aktien vom Markt nehmen. Bis Mitte des Monats kaufte das Management bereits gut 30 Millionen Anteile zurück.
Den Preisverfall stoppt das nicht. Seit Jahresbeginn beläuft sich das Minus auf knapp 45 Prozent. Der vielbeachtete RSI-Indikator signalisiert mit einem Wert von 20 eine massive Überverkauf-Situation. Die Folge: Leerverkäufer halten derzeit rund neun Prozent des Streubesitzes und wetten auf weitere Verluste.
Elektroautos verbrennen Kapital
Der operative Kern des Problems liegt im Elektroauto-Geschäft. Das EV-Segment generierte im ersten Quartal zwar fast 20 Milliarden Yuan Umsatz. Allerdings verbuchte die Sparte einen operativen Verlust von 3,1 Milliarden Yuan. Xiaomi verliert pro ausgeliefertem Fahrzeug umgerechnet rund 5.600 US-Dollar.
Das Management macht dafür schwächere Verkäufe beim Hochpreismodell SU7 Ultra verantwortlich. Hinzu kommen steigende Komponentenpreise und geänderte staatliche Subventionen. Das ambitionierte Jahresziel von 550.000 Auslieferungen rückt damit in weite Ferne. Bis Ende Mai schaffte Xiaomi lediglich gut 150.000 Einheiten.
Um das Ziel zu retten, müsste das Produktionstempo ab Juni auf monatlich 57.500 Fahrzeuge steigen. Der bisherige Rekord liegt bei 50.000 Einheiten. Jefferies reagierte bereits. Die Analysten senkten ihre Jahresprognose auf 495.000 Autos.
Margendruck im Kerngeschäft
Auch das klassische Smartphone-Geschäft liefert derzeit keine Entlastung. Speicherchips verteuerten sich im ersten Quartal um bis zu 90 Prozent. Xiaomi verkauft einen Großteil seiner Geräte im preissensiblen Mittelklasse-Segment. Laut Jefferies kosten 62 Prozent der abgesetzten Smartphones weniger als 200 US-Dollar.
Der Konzern kann die höheren Kosten kaum an die Kunden weitergeben. Entsprechend fiel die Bruttomarge in dieser Sparte von 12,4 auf 10,1 Prozent. Das Analysten-Lager zieht harte Konsequenzen. Jefferies stufte die Aktie auf "Underperform" ab.
Goldman Sachs erwartet für das laufende zweite Quartal einen massiven Gewinneinbruch. Der bereinigte Nettogewinn soll sich auf 5,4 Milliarden Yuan halbieren. Die Experten senkten parallel ihre Gewinnschätzungen je Aktie für die kommenden drei Jahre um bis zu sechs Prozent.
Trotz dieser massiven Gegenwinde hält das Management an seinen Investitionen fest. Xiaomi pumpt im laufenden Jahr rund 40 Milliarden Renminbi in Forschung und Entwicklung. Ob diese Strategie aufgeht, entscheidet sich am 26. August. Dann veröffentlicht der Konzern die offiziellen Zahlen für das zweite Quartal. Bis dahin liefern die monatlichen EV-Absatzzahlen den wichtigsten fundamentalen Indikator für den Aktienkurs.
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