Xiaomi Aktie: 22 Prozent Crash in 30 Tagen
27.06.2026 - 04:35:01 | boerse-global.de
Xiaomi kauft im großen Stil eigene Aktien zurück. Der Kurs bricht trotzdem stark ein. Seit Jahresanfang verlor das Papier über 45 Prozent an Wert. Leerverkäufer wetten massiv gegen den chinesischen Tech-Konzern.
Das laufende Rückkaufprogramm umfasst ein Volumen von rund 2,4 Milliarden Euro. Seit Anfang Juni hat ein Broker bereits über 30 Millionen Aktien erworben. Die Maßnahme verfehlt ihr Ziel komplett. In den vergangenen 30 Tagen stürzte der Kurs um fast 22 Prozent ab.
Marktakteure bauen große Short-Positionen auf. Diese entsprechen Berichten zufolge rund neun Prozent des Streubesitzes. Die Aktie schloss am Freitag bei 2,45 Euro. Damit notiert sie nur noch knapp über ihrem Jahrestief. Der Abstand zur 200-Tage-Linie ist auf fast 40 Prozent angewachsen.
Teures Abenteuer im Auto-Markt
Trotz der Kursverluste treibt das Management die eigene Elektroauto-Strategie voran. Xiaomi plant die neue Submarke „Sky Nomad“. Spionagefotos zeigen bereits das erste Modell mit dem Namen N90. Es ist Xiaomis erster SUV mit Range-Extender-Antrieb.
Der Marktstart ist für die zweite Jahreshälfte 2026 vorgesehen. Das Fahrzeug zielt auf den aktuellen Glamping-Trend ab. Testwagen fahren mit einem integrierten Dachzelt. Der SUV soll eine Gesamtreichweite von rund 1.500 Kilometern bieten.
Der Einstieg in dieses Segment birgt Risiken. Der Großhandelsabsatz für diese Antriebsart brach im Mai um fast 25 Prozent ein. Um die Jahresziele zu erreichen, muss Xiaomi ab sofort monatlich 57.500 Autos ausliefern. Das liegt deutlich über dem bisherigen Rekordwert.
Die Autosparte verbrennt viel Kapital. Die Folge: Im ersten Quartal 2026 verzeichnete das Segment einen operativen Verlust von 3,1 Milliarden Yuan. Das entspricht einem Minus von rund 5.600 US-Dollar je ausgeliefertem Fahrzeug. Eine neue Lieferanten-Strategie für Batterien soll die Kosten künftig senken.
Kostenschock bei Smartphones
Neben den Auto-Investitionen leidet auch das Smartphone-Kerngeschäft. Die Preise für Speicherchips steigen rasant. Laut CEO Lei Jun haben sich die Vertragspreise für Smartphone-DRAM verfünffacht. Dieser Kostendruck wird laut dem Firmenchef noch mindestens zwei Jahre anhalten.
Das Unternehmen plant eine Produktoffensive als Gegenmaßnahme. Das neue Betriebssystem HyperOS 4 soll im Sommer in China starten. Im September folgt voraussichtlich das Flaggschiff-Smartphone Xiaomi 18 Pro. Ein vorgezogener Europa-Start soll laut unbestätigten Berichten neue Käufer anlocken.
Am 26. August 2026 präsentiert Xiaomi die Ergebnisse für das zweite Quartal. Bis dahin richten Investoren den Fokus auf die monatlichen Lieferzahlen der Autosparte. Sinken die Speicherchippreise nicht bald, droht dem operativen Ergebnis ein weiterer Rückschlag.
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