Xiaomi, Aktie

Xiaomi Aktie: Margen unter Dauerdruck

27.05.2026 - 20:19:53 | boerse-global.de

Xiaomis Gewinn bricht im ersten Quartal 2026 ein, belastet durch hohe Speicherkosten und eine schwächelnde EV-Sparte.

Xiaomi Aktie: Margen unter Dauerdruck - Foto: ĂĽber boerse-global.de
Xiaomi Aktie: Margen unter Dauerdruck - Foto: ĂĽber boerse-global.de

Das erste Quartal 2026 hat gezeigt, wie tief das Problem sitzt. Der Umsatz fiel auf 99,1 Milliarden Yuan — ein Rückgang von knapp elf Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Nettogewinn halbierte sich mehr als: von 10,9 Milliarden auf 4,7 Milliarden Yuan. Das operative Ergebnis brach sogar um rund 70 Prozent ein.

Speicherkosten als strukturelles Problem

Rund 60 Prozent des Smartphone-Volumens entfallen auf Geräte unter 200 Dollar Durchschnittspreis — genau dort, wo Preiserhöhungen kaum durchsetzbar sind. Gestiegene Speicherchip-Kosten treffen dieses Segment direkt, und Branchenbeobachter gehen davon aus, dass der Druck bis Ende 2027 anhalten könnte. Das Flaggschiff 15 Max lässt sich zwar für knapp 4.800 Yuan positionieren, bewegt aber zu wenig Volumen, um den Mix zu drehen. Obendrein zeichnet sich ab, dass Chip-Designer wie Qualcomm ihren Fokus stärker Richtung Rechenzentren verschieben — was bei System-on-Chips für Smartphones zusätzlichen Kostendruck von einer zweiten Seite erzeugt.

EV-Sparte: Wachstum ohne Gewinn

Nachdem die Elektroauto-Sparte in den beiden Vorquartalen erstmals schwarze Zahlen geschrieben hatte, rutschte sie im Q1 2026 wieder in die Verlustzone. Bis Ende März 2026 hat Xiaomi kumuliert knapp 500.000 Fahrzeuge ausgeliefert — für das Gesamtjahr peilt das Unternehmen mindestens 550.000 Auslieferungen an. Skalierung findet also statt. Wann sie profitabel wird, lässt sich jedoch nicht verlässlich sagen — und genau das ist das Problem für die Bewertung.

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Technisches Bild trĂĽbt sich weiter ein

Die Marktreaktion fiel deutlich aus: Die Hongkonger Notiz rutschte auf den tiefsten Stand seit Dezember 2024, in Deutschland notiert die Aktie bei rund 3,12 Euro — auf Zwölfmonatssicht ein Minus von knapp 40 Prozent. Das milliardenschwere Aktienrückkaufprogramm, von dem bis Anfang Mai rund 4,7 Milliarden Hongkong-Dollar abgerufen wurden, konnte den Kursrückgang nach den Zahlen nicht abfedern.

Das bewertungsseitige Bild passt dazu: Das für 2026 geschätzte KGV von rund 24 könnte die jüngsten Gewinnrückgänge noch nicht vollständig einpreisen — was die tatsächlichen Gewinnvielfache nach oben verschiebt. Im August legt Xiaomi die nächsten Quartalszahlen vor. Dann zeigt sich, ob HyperOS 3.1 und die neue Fahrzeuggeneration den Speicherkosten-Gegenwind messbar mildern konnten.

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