Xiaomi, Aktie

Xiaomi Aktie: Sky Nomad debütiert Q4 2026

24.06.2026 - 17:12:01 | boerse-global.de

Xiaomi reagiert auf Milliardenverluste in der Autosparte mit einer neuen EREV-SUV-Marke und einem Software-Update.

Xiaomi startet neue Automarke Sky Nomad gegen Verluste
Xiaomi - Eine elegante, futuristische Drohne fliegt über eine moderne Stadt bei Sonnenuntergang und symbolisiert technologische Innovation. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Xiaomi verliert mit jedem gebauten Elektroauto rund 5.600 US-Dollar. Die Aktie notiert mit 2,60 Euro nah am 52-Wochen-Tief. Nun zieht das Management die Reißleine und ändert die Strategie radikal. Eine völlig neue Automarke soll den Konzern aus der Verlustzone führen.

Angriff auf den Familienmarkt

Die neue Submarke trägt den Namen Sky Nomad. Spionagefotos zeigen bereits das erste Modell namens N90. Es ist Xiaomis erster Vollformat-SUV. Das Besondere: Der Konzern verabschiedet sich hier vom reinen Elektroantrieb.

Stattdessen setzt Xiaomi auf eine sogenannte EREV-Architektur. Ein kleiner Benzinmotor lädt den Akku während der Fahrt als Generator auf. Das Fahrzeug zielt direkt auf den Lifestyle- und Outdoor-Markt ab. Ein integriertes Dachzelt unterstreicht diese Ausrichtung.

Der SUV misst über 5,30 Meter in der Länge. Der Akku liefert mindestens 70 Kilowattstunden. Zusammen mit dem Benzinmotor steigt die Gesamtreichweite auf über 1.500 Kilometer.

Branchenkenner erwarten einen Einstiegspreis von umgerechnet rund 25.200 Euro. Die offizielle Vorstellung folgt im vierten Quartal 2026. Xiaomi greift damit direkt die Platzhirsche Li Auto und Aito an.

Lieferlücke bremst den Kurs

Dieser Strategiewechsel hat einen klaren Grund. Im Mai lieferte Xiaomi knapp 32.800 Fahrzeuge aus. Das sind elf Prozent weniger als im April. Das Jahresziel von 550.000 Autos wackelt massiv.

Um die Vorgabe zu erreichen, müsste der Konzern ab sofort monatlich 57.500 Einheiten übergeben. Der bisherige Rekord liegt aber bei nur 50.000 Fahrzeugen. Die Folge: Die Autosparte verbuchte im ersten Quartal einen operativen Verlust von 3,1 Milliarden Yuan.

Anleger reagieren nervös. Die Aktie verlor seit Jahresbeginn 42 Prozent an Wert. Selbst ein gigantisches Rückkaufprogramm über 20 Milliarden Hongkong-Dollar stoppt den Abwärtstrend bisher nicht. Mit einem RSI von 26,9 gilt das Papier aktuell als stark überverkauft.

Software-Update als Hoffnungsträger

Neben der Hardware baut Xiaomi seine Software-Pipeline um. Konzernpräsident Lu Weibing kündigte das neue Betriebssystem HyperOS 4 für den Spätsommer an. Der globale Rollout startet im Oktober 2026.

Das System basiert auf Android 17. Xiaomi streicht den alten MIUI-Quellcode komplett. Die neue Software debütiert voraussichtlich im September 2026 zusammen mit der neuen Smartphone-Serie Xiaomi 18.

Parallel dazu ordnet das Management die Lieferketten für die neue Automarke neu. Sunwoda liefert künftig 60 Prozent der Akkupakete, CALB übernimmt die restlichen 40 Prozent. Diese Aufteilung senkt Kosten und streut das Risiko vor dem geplanten Produktionsstart.

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