Xiaomi, Aktie

Xiaomi Aktie: Speicherchips verfünffacht, TV-Speicher verzehnfacht

27.06.2026 - 13:51:59 | boerse-global.de

Steigende Chipkosten belasten Xiaomis Smartphone-Marge, während ambitionierte E-Auto-Ziele wackeln. Analysten sind gespalten.

Xiaomi Aktie: Smartphone-Krise und E-Auto-Ziele unter Druck
Xiaomi - Nahaufnahme von Mikrochips und Leiterplatten, die technologischen Fortschritt und digitale Speicherung symbolisieren. 27.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Starke Ambitionen bei Elektroautos treffen auf ein strauchelndes Kerngeschäft. Bei Xiaomi klaffen Vision und Börsenrealität weit auseinander. Die Aktie schloss am Freitag bei 2,46 Euro. Zuvor markierte der Kurs bei 2,34 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Seit Januar verlor das Papier fast die Hälfte seines Wertes.

Teure Chips fressen die Marge

Der eigentliche Treiber des Kursverfalls liegt im Smartphone-Geschäft. Der anhaltende KI-Boom absorbiert dringend benötigte Speicherchip-Kapazitäten. Hersteller wie Samsung und Micron fokussieren sich auf margenstarke KI-Chips. Standard-Speicher für Handys wird knapp und extrem teuer.

Xiaomi-Präsident Lu Weibing meldet drastische Preisaufschläge. Die Kosten für Speicher haben sich teilweise verfünffacht. Bei TV-Displayspeicher verzeichnet der Konzern sogar eine Verzehnfachung. CEO Lei Jun rechnet noch mindestens zwei Jahre mit hohem Margendruck.

Analysten streiten über die Zukunft

Die steigenden Kosten rufen Skeptiker auf den Plan. Die Investmentbank Jefferies stufte die Papiere auf „Underperform“ ab. Analyst Edison Lee senkte das Kursziel auf 25,49 Hongkong-Dollar. Er sieht die angestrebte Smartphone-Marge in massiver Gefahr.

Der Grund: Xiaomi verkauft fast zwei Drittel seiner Geräte für unter 200 US-Dollar. Hier schlagen teure Komponenten voll durch. Leerverkäufer wittern ihre Chance. Sie halten mittlerweile rund neun Prozent des Streubesitzes.

Goldman Sachs erwartet für das zweite Quartal einen Gewinneinbruch um die Hälfte. Dennoch hält die Bank an ihrer Kaufempfehlung fest. Ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm konnte den Kursrutsch bislang nicht stoppen. Der aktuelle RSI-Wert von 19,8 signalisiert eine stark überverkaufte Aktie.

Harter Realitätscheck für das E-Auto-Ziel

Neben dem Kerngeschäft steht die E-Auto-Sparte unter strenger Beobachtung. Das Jahresziel liegt bei 550.000 Fahrzeugen. Bis Ende Mai lieferte Xiaomi gut 150.000 Einheiten aus. Der Konzern muss das Tempo massiv erhöhen.

Xiaomi braucht ab sofort jeden Monat einen neuen Auslieferungsrekord. Die Messlatte liegt bei rund 57.500 Fahrzeugen monatlich. Parallel dazu erweitert das Unternehmen sein Portfolio. Das chinesische Industrieministerium genehmigte kürzlich das erste Hybridmodell Kunlun N3.

Der Markteinstieg in dieses Segment birgt Risiken. Die branchenweiten Verkäufe dieser speziellen Hybridfahrzeuge brachen im Mai um fast ein Viertel ein.

Am 26. August präsentiert Xiaomi den Bericht für das zweite Quartal. Die Prognosen lassen wenig Spielraum für Enttäuschungen. Bestätigt sich der erwartete Gewinneinbruch, droht ein rascher Rutsch unter das aktuelle Jahrestief. Bis dahin liefern die anstehenden Juni-Auslieferungszahlen der E-Auto-Sparte den nächsten harten Indikator für Investoren.

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