ZDH, Umfrage

ZDH startet bundesweite Umfrage zur E-Rechnungspraxis

28.01.2026 - 06:30:12

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) will die realen Probleme bei der Einführung der elektronischen Rechnung aufdecken. Eine neue Umfrage soll den Druck auf Politik und Softwarehersteller erhöhen.

Die Umstellung auf die verpflichtende E-Rechnung entwickelt sich für viele Handwerksbetriebe zum Stolperstein. Technische Hürden, unpassende Software und hohe Kosten bremsen den digitalen Wandel aus. Der ZDH reagiert nun mit einer bundesweiten Erhebung, die bis Ende Februar läuft. Ihr Ziel: Die gesammelten Daten als machtvolles Argument in den anstehenden Verhandlungen mit Berlin und der IT‑Branche zu nutzen.

Der Zeitplan ist ambitioniert. Seit Januar 2025 müssen alle Unternehmen E‑Rechnungen empfangen können. Die eigentliche Herausforderung folgt aber erst: Ab Januar 2027 sind Betriebe mit einem Umsatz über 800.000 Euro verpflichtet, Rechnungen elektronisch auszustellen. Ein Jahr später gilt die Pflicht für alle. Doch die Praxis hinkt der Theorie hinterher.

Anzeige

Passend zum Thema E‑Rechnung: Kleine Betriebe stehen vor engen Fristen und komplexen Formaten wie ZUGFeRD und XRechnung – Implementierungsfehler können zu Zahlungsverzögerungen oder steuerlichen Problemen führen. Unser kostenloser E‑Book‑Leitfaden erklärt Schritt für Schritt, wie Sie E‑Rechnungen rechtssicher einführen, welche Formate und Übermittlungswege praktikabel sind und wie Sie Archivierungspflichten erfüllen. Praktische Checklisten helfen Ihnen, typische Fehler zu vermeiden. Ideal für Maler-, Elektro‑ und Bau‑Betriebe. Jetzt kostenlosen E‑Rechnungs‑Leitfaden herunterladen

Viele Handwerker berichten von erheblichen Problemen. Die geforderten strukturierten Formate wie ZUGFeRD oder XRechnung stellen kleine Betriebe vor eine komplexe Aufgabe. Oft fehlen IT‑Kenntnisse und Personal für die Umstellung. Die Sorge vor teuren Fehlern ist groß. Ist der enge Fahrplan überhaupt realistisch?

Softwarelösungen im Praxistest

Im Kern der ZDH-Umfrage steht die Tauglichkeit verfügbarer Programme. Entsprechen die Buchhaltungs- und Rechnungssoftwarelösungen wirklich den Bedürfnissen eines Maler- oder Elektrobetriebs? Oder sind sie zu kompliziert, zu teuer oder schlichtweg nicht kompatibel mit bestehenden Arbeitsabläufen?

Der Verband fragt konkret nach Funktionalität, Bedienbarkeit und den Implementierungskosten. Die gesammelten Erfahrungen sollen den spezifischen Anpassungsbedarf des Handwerks sichtbar machen. Ein klares Signal an die Softwarebranche: Die Produkte müssen besser werden – und zwar schnell.

Investitionsstau bei kleinen Betrieben

Anders als DAX-Konzerne haben Tischlereien oder Installateure selten eigene IT-Abteilungen. Die notwendigen Investitionen in neue Software und Mitarbeiterschulungen stellen eine hohe finanzielle Hürde dar. Für viele ist die E‑Rechnung daher weniger eine Chance als eine zusätzliche Belastung.

Der ZDH argumentiert, dass die verbleibende Zeit bis 2028 intensiv genutzt werden muss. Es braucht praxistaugliche und bezahlbare Lösungen, die flächendeckend verfügbar sind. Die Umfrage dient als Hebel, um diesen Prozess zu beschleunigen. Sollten die Ergebnisse massive Umsetzungsprobleme belegen, wird der Verband Forderungen nach Übergangsfristen oder finanzieller Unterstützung stellen.

Zwischen europäischer Vision und betrieblicher Realität

Langfristig verspricht die E‑Rechnung durchaus Vorteile: weniger Papier, schnellere Zahlungswege und geringere Fehlerquoten. Sie ist Teil einer europäischen Digitalisierungsstrategie für mehr Effizienz.

Doch die aktuelle Debatte zeigt die typische Lücke zwischen politischem Ziel und betrieblicher Wirklichkeit. Die Umfrage des ZDH ist ein strategischer Schritt, um sicherzustellen, dass die Interessen Hunderttausender Kleinunternehmen nicht übergangen werden. Die Digitalisierung soll partnerschaftlich gestaltet werden – nicht als bürokratische Zwangsbeglückung.

Handwerksbetriebe sollten die Entwicklungen nun genau beobachten. Unabhängig vom Ausgang der Debatte ist eine frühzeitige Auseinandersetzung mit dem Thema ratsam. Der Kontakt zu Steuerberatern oder IT‑Dienstleistern kann helfen, den anstehenden Wandel zu meistern. Die ZDH‑Initiative könnte am Ende dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen fairer und die Lösungen alltagstauglicher werden.

Anzeige

PS: Die Umfrage zeigt, dass viele Handwerksbetriebe Unterstützung bei Softwarewahl und Buchhaltung brauchen. Holen Sie sich das Gratis‑Bundle (Video‑Podcast + E‑Book): konkrete Umsetzungs‑Schritte, rechtssichere Archivierungstipps und ein Fahrplan für die Umstellung bis 2027. Praxisnahe Checklisten und Beispiele erleichtern die Umsetzung im Betriebsalltag. Kostenlos und ohne Verpflichtungen. Gratis‑Video‑Podcast & E‑Book zur E‑Rechnung sichern

@ boerse-global.de