Kandidaten gehen sich in SWR-'Wahlarena' teils scharf an
13.03.2026 - 06:35:05 | dpa.deMinisterprÀsident Alexander Schweitzer (SPD) warf dem AfD-Kandidaten Jan Bollinger in einer Fernsehdebatte "Heuchelei" vor. Im Streit um Migration und Integration nannte Bollinger den CDU-Kandidaten Gordon Schnieder einen "lÀcherlichen Versager". Dieser wiederum riet: "Sie sollten sich schÀmen!"
Bollinger hatte einem syrischen FlĂŒchtling, der in der SWR-Sendung "Rheinland-Pfalz wĂ€hlt - Die Wahlarena" ĂŒber seine Ăngste in Deutschland berichtete, gesagt, seine Partei sei "keinesfalls gegen AuslĂ€nder als solche", sondern gegen illegale Einwanderer.
Umweltministerin Katrin Eder (GrĂŒne) warf Bollinger vor, "Bevölkerungsgruppen abzuspalten von der Mehrheitsgesellschaft": "Mein BedĂŒrfnis ist, dass die Leute sich hier zu Hause fĂŒhlen und nicht von Hass und Hetze bedroht werden im Alltag."
Bollinger sagte, die Zuwanderung von Menschen habe "unser Land nicht gestĂ€rkt, sondern geschwĂ€cht". Schnieder warf Bollinger vor, solange er das Wort "Remigration" in den Mund nehme, plane er das "millionenfache Aus- und Abschieben". Joachim Streit (Freie WĂ€hler) betonte: "Die WĂŒrde des Menschen ist unantastbar. Und da haben Hass und Hetze nichts verloren."
Gesundheitspolitik auch umstritten
In der Live-Sendung ging es auch um die Gesundheitsversorgung im lÀndlichen Raum. Schnieder kritisierte ein "kaltes planloses Krankenhaussterben" gerade der kleinen HÀuser im Norden des Landes. Er verfolge das Ziel der Praxisklinik, bei der das Land mit den Kommunen zusammen die haus-, fachÀrztliche und stationÀre Versorgung jeden Tag 24 Stunden sicherstelle.
Schweitzer (SPD) sprach von "Rekordzahlen" im Landeshaushalt fĂŒr die Krankenhausinvestitionen. "Wir brauchen ĂŒberall gute Versorgung durch KrankenhĂ€user, durch Ărzte und dafĂŒr strengen wir uns an." Er sei fĂŒr die Regioklinik, die einen Mix aus ambulanter und stationĂ€rer Versorgung anbietet.
Streit versprach: "Mit den Freien WĂ€hlern in der Regierung wird kein Krankenhaus mehr im lĂ€ndlichen Raum geschlossen." Bollinger kritisierte, es sei unverantwortlich, dass so viele HĂ€user schlieĂen mussten.
Schweitzer: "Mein Vorschlag ist, dass wir uns alle unterhaken"
Besorgnis zeigten die Kandidaten ĂŒber den Verlust von IndustriearbeitsplĂ€tzen. Das Land brauche auch weiterhin eine Industrieproduktion. Schweitzer bedauerte, dass die Ansiedlung eines Unternehmens fĂŒr Batteriespeicher in der Westpfalz gescheitert sei. "Mein Vorschlag ist, dass wir uns alle unterhaken. Es geht um den Industriestandort Deutschland."
Bollinger bestritt, dass die AfD auch fĂŒr den Mangel an auslĂ€ndischen FachkrĂ€ften verantwortlich sei. Rebecca Ruppert (Linke) warf ihm hingegen vor, seine Partei verbreite "Rassismus ohne Ende". Bollinger machte vielmehr eine "ideologische Politik" mit der Förderung bestimmter Technologien fĂŒr den Verlust von ArbeitsplĂ€tzen verantwortlich.
In der Sendung "Die Wahlarena" stellen sich am Abend die Spitzenkandidaten von SPD, CDU, AfD, GrĂŒnen, Linken, Freien WĂ€hlern und FDP den Fragen des Publikums. Es ging auch um Bildung und Klima.
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