ZEW-Studie: Cyberangriffe legen deutsche Unternehmen lahm
02.03.2026 - 10:40:18 | boerse-global.deCyberattacken fĂŒhren in deutschen Firmen am hĂ€ufigsten zu BetriebsstillstĂ€nden â mit direkten Folgen fĂŒr Wertschöpfung und Lieferketten. Das zeigt eine neue, alarmierende Studie des Zentrums fĂŒr EuropĂ€ische Wirtschaftsforschung (ZEW). Besonders betroffen sind gröĂere Unternehmen der IT- und Industriebranche. Die Ergebnisse unterstreichen die dringende Notwendigkeit eines fundamentalen Umdenkens im Risikomanagement.
Betriebsunterbrechungen als gröĂte Gefahr
Die reprĂ€sentative ZEW-Erhebung fĂŒr 2025 liefert besorgniserregende Zahlen. In der Informationswirtschaft meldete rund jedes siebte Unternehmen SchĂ€den durch Hackerangriffe. In der produzierenden Industrie war etwa jede achte Firma betroffen. Die UnternehmensgröĂe spielt eine entscheidende Rolle: Bei Firmen mit 100 oder mehr BeschĂ€ftigten lag die Quote bei 20 Prozent (Informationswirtschaft) bzw. 17 Prozent (Industrie).
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Die gravierendste Folge war jedoch nicht primĂ€r finanzieller Schaden, sondern die LĂ€hmung des Betriebs. Neun Prozent der IT-Firmen und sieben Prozent der Industrieunternehmen berichteten von vollstĂ€ndigen Betriebsunterbrechungen. Damit stellen AusfĂ€lle der GeschĂ€ftsprozesse die gröĂte unmittelbare Bedrohung fĂŒr die deutsche Wirtschaft dar.
Neue Angriffsmethoden: Der Feind loggt sich ein
Gleichzeitig verĂ€ndern sich die Taktiken der Angreifer fundamental. Aktuelle Berichte, wie einer des Sicherheitsunternehmens Darktrace vom Februar, zeigen einen Trend: Hacker nutzen immer seltener komplexe SicherheitslĂŒcken. Stattdessen stehlen sie legitime Zugangsdaten, um sich unbemerkt in Systeme einzuloggen.
Diese âidentitĂ€tsbasierten Angriffeâ sind fĂŒr Sicherheitsteams extrem schwer zu erkennen. Die Bedrohung kommt so von innen. Besonders gefĂ€hrdet sind Cloud-Umgebungen; in Europa begannen laut Darktrace 58 Prozent der VorfĂ€lle mit kompromittierten Cloud- oder E-Mail-Konten. Ein reiner Fokus auf die Absicherung der Netzwerkgrenzen ist damit obsolet.
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Riskante SelbstĂŒberschĂ€tzung in deutschen Firmen
Trotz des wachsenden Problembewusstseins klafft in vielen Unternehmen eine gefĂ€hrliche LĂŒcke. Eine aktuelle Bitkom-Studie zeigt: Drei Viertel der deutschen Firmen schĂ€tzen die nationale Vorbereitung auf hybride Angriffe als unzureichend ein. Gleichzeitig könnten viele ihren Betrieb nach einem Internetausfall nur weniger als 24 Stunden aufrechterhalten.
Experten warnen zudem vor saisonalen Risikophasen. Das erste Quartal gilt als besonders gefĂ€hrlich. Geringere Personaldecke, aufgeschobene Updates und erhöhter Arbeitsstress schaffen ein ideales Umfeld fĂŒr Angreifer. Ein proaktives Risikomanagement, das auch Reaktion und Wiederherstellung umfasst, wird zur Ăberlebensfrage.
Cybersicherheit muss zur Chefsache werden
Die ZEW-Ergebnisse bestĂ€tigen den globalen Trend. Das Allianz Risk Barometer 2026 stufte CybervorfĂ€lle erneut als gröĂtes GeschĂ€ftsrisiko weltweit und in Deutschland ein. Die zunehmende Digitalisierung und der Missbrauch von KI fĂŒr raffiniertere Angriffe verschĂ€rfen die Lage.
Die Konsequenz fĂŒr Unternehmen ist klar: Cybersicherheit muss endgĂŒltig zur strategischen Chefsache werden. Es reicht nicht, nur in Technologie zu investieren. Nötig ist eine umfassende Sicherheitskultur. Dazu gehören verbindliche Schulungen, getestete NotfallplĂ€ne und die Abschaffung von âSchatten-ITâ. MaĂnahmen wie die Multi-Faktor-Authentifizierung und automatisiertes Patch-Management sind keine Option mehr, sondern eine Grundvoraussetzung fĂŒr das Ăberleben im digitalen Raum.
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