ZF-Betriebsrat, Auge

ZF-Betriebsrat: 'Mit blauem Auge davongekommen'

Veröffentlicht am: 27.10.2025 um 19:19 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Positiv haben die Mitarbeiter des Automobilzulieferers ZF bei einer Betriebsversammlung auf den Sanierungsplan reagiert, auf den sich Vorstand, Betriebsrat und IG Metall Anfang des Monats geeinigt hatten.

"NatĂŒrlich ist es nicht so, dass alle ZukunftsĂ€ngste, vor allem die langfristigen, vom Tisch sind. Aber klar ist, dass wir mit einem blauen Auge davongekommen sind und es ein Schritt in die richtige Richtung war", sagte Betriebsrat Damhat Sisamci im GesprĂ€ch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Nach Ansicht des ersten BevollmĂ€chtigten der IG Metall SaarbrĂŒcken, Patrick Selzer, habe bei der vierstĂŒndigen Sitzung eine "sehr harmonische, entspannte Stimmung" geherrscht.

825 statt 2.800 Stellen weniger

Bis 2027 sollen bei ZF mehr als 500 Millionen Euro eingespart werden, bis 2030 ist der Abbau von 7.600 ArbeitsplĂ€tzen in der E-Division geplant. DafĂŒr soll diese Antriebssparte, zu der auch der saarlĂ€ndische Standort gehört, nicht abgespalten werden.

Der einst befĂŒrchtete Stellenabbau von 2.800 ArbeitsplĂ€tzen, der fĂŒr SaarbrĂŒcken im GesprĂ€ch war, ist vom Tisch. So sollen von den aktuell rund 9.000 Stellen noch 825 abgebaut werden - unter anderem durch Altersteilzeitprogramme und das Auslaufen von Befristungen. Außerdem kann es fĂŒr Mitarbeiter, die freiwillig ausscheiden, Abfindungen von bis zu 250.000 Euro geben.

Vereinbart wurde jedoch auch, dass die fĂŒr April 2026 vorgesehene Entgelterhöhung von 3,1 Prozent auf Oktober 2026 verschoben wird. Zulagen ("Transformationsgeld") fĂŒr 2025 und 2026 entfallen, und einige Sonderzahlungen sind verpflichtend in Tage umzusetzen.

VorstÀndin: Gemeinschaftliche Kraftanstrengung

Positiv sei nach EinschĂ€tzung der Arbeitnehmervertreter die Rede von PersonalvorstĂ€ndin Lea Corzilius aufgenommen worden. "Es gibt ein neues Miteinander der FĂŒhrungsebene, was ebenfalls dazu beigetragen hat, dass ein so gutes Ergebnis erzielt wurde", sagte IG-Metall-BevollmĂ€chtigter Selzer. Corzilius habe den Eindruck vermittelt, dass man eine gemeinschaftliche Kraftanstrengung erzielt habe. Dennoch stĂŒnden noch immer große Herausforderungen vor ZF - von aktuellen Problemen bei der Lieferung von Halbleiterprodukten bis zum geplanten Verbrenner-Aus.

"Unterm Strich ist herausgekommen, dass es jetzt gilt, die Ärmel hochzukrempeln und Gas zu geben, damit man wieder das Unternehmen wird, das stark ist und in die Zukunft gehen kann", sagte Betriebsrat Sisamci. Wichtig sei jedoch, dass die Politik jetzt liefern mĂŒsse und sich dafĂŒr einsetze, dass auch Hybride, Range Extender oder synthetische Kraftstoffe nach 2035 zulĂ€ssig sind. "Damit hĂ€tte man die Chance, bei bestehenden, aber auch neuen Kunden AuftrĂ€ge zu generieren, um die Talsohle zu verlassen", sagte Selzer. Diese Hoffnung sei auch bei den Kollegen "spĂŒrbar angekommen".

Disclaimer...
de | boerse | 68299437 |