Zoll 2030: DIHK warnt vor praxisferner Modernisierung
27.01.2026 - 22:42:12Die deutsche Wirtschaft fordert einen Praxischeck für die milliardenschwere Zollreform der Bundesregierung. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) begrüßt zwar die Modernisierungspläne, warnt aber vor neuen Bürokratie-Hürden für Unternehmen.
Im Zentrum steht die Strategie „Zoll 2030“ des Bundesfinanzministeriums. Sie soll die deutsche Zollverwaltung bis zum Ende des Jahrzehnts grundlegend umbauen. Die DIHK mahnt jedoch, dass Digitalisierung und neue Strukturen die Abläufe für Importeure und Exporteure erschweren könnten, wenn sie nicht an der betrieblichen Realität ausgerichtet sind.
Kern der Reform: Digitalisierung und neue Strukturen
Das Bundesfinanzministerium reagiert mit dem Vorhaben auf globale Handelsströme, Sicherheitsherausforderungen und die Digitalisierung. Die Generalzolldirektion soll verschlankt und in zwei Fachbereiche gegliedert werden: „Wirtschaft und Einnahmen“ sowie „Sicherheit und Vollzug“. Zudem plant die Regierung, Ermittlungseinheiten von Zollfahndung und Finanzkontrolle Schwarzarbeit zu bündeln.
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Ein zentraler Pfeiler ist die Weiterentwicklung der IT-Systeme. Das bestehende Verfahren ATLAS soll ausgebaut und Prozesse stärker automatisiert werden. Erste Ergebnisse der Reform sollen bereits 2026 sichtbar sein.
Kritik der Wirtschaft: Bürokratie statt Entlastung?
Trotz unterstützenswerter Ansätze sieht die DIHK erhebliche Risiken. Die größte Sorge: Die geplanten Strukturveränderungen könnten operative Abläufe verlangsamen. Die Bündelung von Kompetenzen drohe, spezialisierte Expertise vor Ort zu schwächen und die Erreichbarkeit für Unternehmen zu verschlechtern.
Ein weiterer Kritikpunkt sind zusätzliche Kosten. Die geplante Ausweitung von Gebühren für zollamtliche Dienstleistungen trifft auf wenig Begeisterung. Unternehmen fürchten um ihre Wettbewerbsfähigkeit, die bereits durch komplexe Vorschriften belastet ist.
Die fortschreitende Digitalisierung muss laut DIHK zudem die Investitionssicherheit wahren. Viele Firmen haben bereits in Schnittstellen zu bestehenden Systemen investiert.
Europäischer Kontext: Deutscher Zoll im EU-Rahmen
Die nationale Reform ist kein Solovorhaben. Sie fügt sich in eine umfassende Modernisierung des EU-Zollrechts ein. Brüssel reagiert damit auf explodierende Handelsvolumen, vor allem im E-Commerce.
Kern der EU-Reform ist ein zentraler EU Data Hub. Diese Plattform soll es Unternehmen ermöglichen, ihre Zollinformationen nur einmal zu übermitteln. Künstliche Intelligenz soll Risiken wie Schmuggel effektiver erkennen. Für den Online-Handel ist eine revolutionäre Neuerung geplant: Die Handelsplattformen selbst sollen künftig für Zölle und Einfuhrumsatzsteuer verantwortlich sein. Die bisherige Zollfreigrenze von 150 Euro würde entfallen.
Für deutsche Unternehmen ist die Abstimmung zwischen nationaler und europäischer Ebene entscheidend. Doppelbelastungen und widersprüchliche Prozesse müssen vermieden werden.
Ausblick: Der Praxischeck entscheidet
Die kommenden Monate sind wegweisend für die konkrete Ausgestaltung. Die DIHK pocht auf eine intensive Einbindung der Wirtschaft. Der geforderte Praxischeck soll theoretische Konzepte auf ihre Machbarkeit im Unternehmensalltag testen.
Die erfolgreiche Umsetzung von „Zoll 2030“ steht auf der Kippe. Gelingt es nicht, Sicherheits- und Einnahmeinteressen mit den Anforderungen eines schnellen Wirtschaftsstandorts zu vereinen, droht das Reformprojekt sein Ziel zu verfehlen. Statt Entlastung könnte dann zusätzliche Komplexität den internationalen Handel für deutsche Firmen weiter erschweren.
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