Zu dick, zu bequem? KassenÀrzte fordern PrÀventionsoffensive
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 05:43 Uhr | dpa, AD HOC NEWSHier mĂŒsse der neue Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) ansetzen, sagte der Vorstandsvorsitzende der KassenĂ€rztlichen Bundesvereinigung der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung" und verlangte einen Neustart bei der PrĂ€vention.
"Notwendig wĂ€re es, viel stĂ€rker in Kitas und Schulen zu gehen, damit die Kleinen frĂŒh lernen, sich gesund zu ernĂ€hren, sich viel zu bewegen und aus selbstzerstörerischen Konsummustern rauszukommen", sagte Gassen. "DafĂŒr mĂŒsste auch der öffentliche Gesundheitsdienst gestĂ€rkt werden. Das Versprechen aus der Corona-Zeit wurde aber nicht eingelöst."
Gassen: Bei Wodka mĂŒssten es fĂŒnf oder zehn Euro mehr sein
Noch unter Gesundheitsministerin Nina Warken hatte die Regierung beschlossen, die Steuern auf Tabak und hochprozentigen Alkohol um 20 Prozentpunkte anzuheben. Das sei aber wohl eher darauf angelegt, "die Staatseinnahmen zu erhöhen", kommentierte Gassen den Schritt. "Um die Menschen vom Rauchen und ĂŒbermĂ€Ăigem Trinken abzubringen, wĂ€ren deutlich höhere Preise notwendig. Bei der Flasche Wodka hĂ€tten es fĂŒnf oder zehn Euro mehr sein mĂŒssen."
Auch beim Tabak reichen zwei Euro mehr fĂŒr eine Schachtel Zigaretten aus Sicht der KassenĂ€rztlichen Bundesvereinigung nicht aus. "Da hĂ€tte der Staat lieber mal ordentlich zulangen sollen", sagte Gassen. "Denn wenn sie sich das nicht leisten können, lassen junge Menschen idealerweise die Finger davon. Wenn der Staat dann weniger Steuern einnimmt, umso besser: Die Gesundheitskosten werden rapide sinken."
Warken hatte vor ihrem Wechsel ins Kanzleramt Mitte Juli selbst angekĂŒndigt, die Angebote zum Vorbeugen von Erkrankungen auszubauen. Gassen wertete dies als Alibiveranstaltung. "Eine PrĂ€ventionsoffensive zu starten, eine Woche nachdem die Regierung das Sparpaket durch den Bundestag geprĂŒgelt hat, das zu weniger Vorsorgeuntersuchungen fĂŒhren wird, wirkt schon fast zynisch", sagte der KBV-Chef. Zudem sei in den PlĂ€nen keine Idee zu erkennen, wie die Regierung PrĂ€vention wirklich stĂ€rken wolle.
