Börse Frankfurt-News: Steyr-Kurs geht durch die Decke (Nebenwerte)
18.03.2025 - 11:11:03Einige Werte entwickeln sich allerdings rasant, zuletzt vor allem Motorenbauer Steyr.
18. MĂ€rz 2025. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Das Scale-Segment kann von der guten Stimmung am deutschen Aktienmarkt nicht wirklich profitieren. Am Montagmorgen liegt der Scale-All-Share-Index bei 1.133 Punkten - und damit auf dem Niveau vor einem Monat und kaum ĂŒber dem Stand von Ende 2024. Der DAX hat hingegen um 16 Prozent und MDAX sowie SDAX um jeweils rund 14 zulegt. Die Kurse zu vieler Scale-Mitglieder springen nicht an. Auf der anderen Seite stehen aber auch viele Gewinner. AuffĂ€llig diesmal: der österreichische Motorenbauer Steyr Motors (AT0000A3FW25). Dem kommt der RĂŒstungsboom zugute, denn Steyr produziert Motoren vor allem fĂŒr die militĂ€rische Anwendung.
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Zuletzt wurde eine weitreichende Rahmenvereinbarung mit einer Rheinmetall-Tochter abgeschlossen. "Wir als Steyr Motors AG freuen uns, unsere technologischen FĂ€higkeiten in dieses richtungsweisende Projekt einzubringen und gemeinsam mit unserem Kunden an zukunftsweisenden Lösungen fĂŒr die Verteidigungsindustrie zu arbeiten", erklĂ€rte Steyr-CEO Julian Cassutti bei Vorstellung der PlĂ€ne. Der Kurs der Aktie, Mitte Februar noch bei 14 Euro, liegt jetzt bei 141 Euro - eine Verzehnfachung. Die Beteiligungsgesellschaft Mutares (DE000A0SMSH2), selbst ehemaliges Scale-Mitglied, hatte das Unternehmen Ende Oktober 2024 zu einem Preis von 14 Euro je Aktie an die Börse gebracht, hĂ€lt aber weiter groĂe Teile.
Verve Group mit Kursverdreifachung
Auf Zwölfmonatssicht weist abermals Werbesoftwareanbieter Verve Group (SE0018538068) die beste Performance auf. Der Kurs hat sich seit MĂ€rz 2024 fast verdreifacht. Ebenfalls sehr gut entwickelt haben sich Apontis Pharma (DE000A3CMGM5), Swissnet (CH0451123589), Cyan (DE000A2E4SV8) und MPC Capital (DE000A1TNWJ4) mit KurszuwĂ€chsen zwischen 50 und 92 Prozent. Apontis steht nach der Ăbernahme durch den tschechischen Generika-Hersteller Zentiva allerdings kurz vor dem Delisting.
2G: Politische und regulatorische Unsicherheit bald vorbei?
Sehr volatil zeigt sich dieses Jahr der Blockheizkraftwerk- und WĂ€rmepumpen-Hersteller 2G Energy (DE000A0HL8N9). Anfang des Jahres war der Kurs noch ĂŒber 26 Euro gesprungen, fiel dann aber auf 21 Euro, jetzt sind es wieder 26 Euro. Ende Februar gab das Unternehmen bekannt, nach vorlĂ€ufigen Zahlen 2024 einen Konzernumsatz von rund 376 Millionen erzielt zu haben - ein Plus von 3 Prozent gegenĂŒber 2023.
"Nachdem 2G in den beiden Vorjahren jeweils um 17 Prozent gewachsen war, fiel das Wachstum 2024 vergleichsweise schwach aus, da das deutsche GeschĂ€ft einen unerwartet starken Einbruch verzeichnete", erklĂ€rt das Analysehaus First Berlin. Der Grund: groĂe politische und regulatorische Unsicherheit bezĂŒglich der KWK-Förderung (Kraft-WĂ€rme-Koppelung). "Mit der VerlĂ€ngerung des KWK-Gesetzes und der Aussicht auf eine stabile neue Bundesregierung ab Ostern steht der Wiederbelebung des deutschen Marktes aber nun nichts mehr im Wege." First Berlin rĂ€t weiter zum Kauf und nennt ein Kursziel von 35 Euro. Auch SMC-Research empfiehlt den Einstieg, das Kursziel betrĂ€gt auch hier 35 Euro.
Mensch und Maschine vorne.
Meistgehandelte Scale-Aktie auf den MarktplÀtzen der Deutschen Börse im Februar war diesmal Mensch und Maschine mit 21,2 Millionen Euro Umsatz. Es folgen 2G Energy mit 10,7 Millionen Euro, die Datagroup mit 8,4 Millionen Euro, die Verve Group mit 6,6 Millionen Euro, Deutsche Rohstoff mit 5,6 Millionen Euro und - erstmals unter den umsatzstÀrksten Werten - Steyr Motors mit 3,8 Millionen Euro.
Deutsche Rohstoff mit Abschlag gegenĂŒber Peer Group
Die Deutsche Rohstoff-Aktie (DE000A0XYG76) bewegt sich weiter mit dem ?-lpreis. Nach einem deutlichen Anstieg bis Februar ging es daher zuletzt nach unten. Aktuell kostet die Aktie 36,60 Euro, immer noch mehr als zu Jahresende, aber klar unter dem Allzeithoch von ĂŒber 44 Euro vor knapp einem Jahr. Die vorlĂ€ufigen Konzernzahlen fĂŒr 2024 bestĂ€tigten den Umsatzrekord. Das Analysehaus MWB Research rĂ€t weiter zum Kauf bei einem Kursziel von 53 Euro. "Insgesamt sind die vorlĂ€ufigen Zahlen fĂŒr 2024 solide ausgefallen", schreiben die Analysten. FĂŒr eine Empfehlung spreche auch der deutliche Abschlag, zu dem die Aktie gegenĂŒber der Peer Group gehandelt werde.
"Risiken fĂŒr Cantourage-GeschĂ€ftsmodell begrenzt"
Dass mit der nun wahrscheinlichen GroĂen Koalition unter Kanzler Merz die Teilliberalisierung von Cannabis zurĂŒckgedreht werden dĂŒrfe, ist immer wieder Thema in Bezug auf Cannabis-Hersteller Cantourage (DE000A3DSV01). Das Unternehmen meldete zuletzt ein sehr erfolgreiches viertes Quartal 2024.
"Nach dem Rekord im vierten Quartal ist Cantourage nun wohl auf dem Weg zu einem weiteren Rekordquartal", kommentiert das Analysehaus NuWays. Eine vollstĂ€ndige RĂŒckkehr zum "alten" Modell in Deutschland hĂ€lt NuWays fĂŒr unwahrscheinlich. "Wichtig ist, dass Cantourage nur im medizinischen Bereich tĂ€tig ist, daher halten wir die Risiken fĂŒr sein GeschĂ€ftsmodell fĂŒr begrenzt." Die Empfehlung lautet "Buy", das Kursziel liegt bei 12,50 Euro. Auch Montega rĂ€t zum Kauf und nennt 12 Euro als Kursziel. Aktuell wird die Aktie zu 4,50 Euro gehandelt.
Von Anna-Maria Borse © 17. MÀrz 2025, Deutsche Börse AG
(FĂŒr den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die BeitrĂ€ge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

