GNW-News: Turlov fordert die FIDE auf, den Kandidaten Wadim Rosenstein wegen eines Sponsorenvertrags mit dem Deutschen Schachbund von der Wahlliste zu streichen
Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 22:41 Uhr | dpa, AD HOC NEWSZÜRICH, Sept. 04, 2026 (GLOBE NEWSWIRE) -- Drei Wochen vor der Wahl des nächsten Präsidenten der Schachwelt hat der Kandidat Timur Turlov die Wahlkommission der FIDE gebeten, einen anderen Kandidaten, Wadim Rosenstein, von der Wahlliste zu streichen - und das Stimmrecht des Deutschen Schachbundes auszusetzen -, und zwar aufgrund eines Sponsorenvertrags, der mitten im Wahlkampf unterzeichnet wurde. Die Beschwerde wurde am 28. August von Turlovs Zürcher Rechtsbeistand, 5Gambit Disputes, eingereicht und noch am selben Tag an Herrn Rosenstein sowie an den Verband übermittelt. In der Beschwerde wird der folgende Ablauf der Ereignisse beschrieben, der sich auf die eigenen öffentlichen Erklärungen des deutschen Verbandes stützt: Im Mai 2026 ernannte der Deutsche Schachbund (DSB) Herrn Rosenstein zu seinem FIDE-Delegierten - also zu der Person, die bei FIDE-Wahlen die Stimme des Verbandes abgibt. Im Juli nominierte der Verband ihn für das Amt des FIDE- Präsidenten. Am 19. August, fünf Wochen vor der Wahl, gab der Verband bekannt, dass Herr Rosenstein und sein Unternehmen WR Events nun als Sponsoren fungieren würden - im Rahmen dessen, was der Verband als ?einen der größten Sponsorenverträge in der Geschichte des DSB" bezeichnete. Somit ist der auf dem Stimmzettel aufgeführte Mann nun der größte Geldgeber eines Verbandes, der ihn ernannt, als Kandidaten aufgestellt und bei seiner Wahl für ihn gestimmt hat. Die Wahlordnung der FIDE, so heißt es in der Beschwerde, sei genau zu diesem Zweck verfasst worden: Es sei strengstens untersagt, einem stimmberechtigten Verband während des Wahlkampfs etwas von tatsächlichem Wert zu gewähren. Ob dafür eine Gegenleistung versprochen wurde, spielt keine Rolle - die Vereinbarung an sich stellt bereits einen Verstoß dar. Die FIDE hat bereits früher ähnliche Fälle geprüft. Im Jahr 2018 deckte die Ethikkommission eine Sponsoringvereinbarung auf, die mit der Ernennung eines Delegierten und dessen Stimmrechten in Serbien in Verbindung stand: Der Delegierte wurde für sechs Monate gesperrt, und der serbische Verband wurde vorübergehend ausgeschlossen. Der Unterschied bestehe diesmal, so heißt es in der Beschwerde, darin, dass der Fall noch direkter sei - in Serbien stand der Sponsor hinter dem Delegierten; hier ist der Kandidat selbst der Sponsor. Turlov hat um eine rasche Entscheidung - bis zum 10. September - gebeten, da die FIDE-Regelungen es der Kommission untersagen, einen Kandidaten in den letzten fünfzehn Tagen vor der Abstimmung von der Liste zu streichen. Timur Turlov, Gründer und CEO der Freedom Holding Corp., erklärte: ?Ich habe zwanzig Jahre damit verbracht, ein börsennotiertes, reguliertes Unternehmen aufzubauen, und dabei eine einfache Regel gelernt: Eine Organisation ist nur so stark wie die Regeln, an die sich ihre Mitglieder tatsächlich halten. Eine während des Wahlzeitraums mit einem Wahlverband vereinbarte Sponsoringvereinbarung ist keine Großzügigkeit - sie stellt eine verbotene Praxis dar, sowohl für den Kandidaten, der sie anbietet, als auch für den Verband, der sie annimmt. Wir haben diesen Sachverhalt der Kommission schriftlich dargelegt und die Unterlagen noch am selben Tag an Herrn Rosenstein und das DSB weitergeleitet." Die Beschwerde bezieht sich ausschließlich auf die Wahl. Deutsche Spieler, Vereine und Turniere sind davon in keiner Weise betroffen. Die FIDE-Präsidentschaftswahl 2026 findet am 26. September 2026 in Samarkand, Usbekistan, statt. Kontakt Turlov-Anand FIDE Presidential Ticket info@turlovforchess.comÂ
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