Frankfurt-News, Luft

Börse Frankfurt-News: Luft bald rein fĂŒr neue ZukĂ€ufe (Wochenausblick)

15.04.2024 - 11:19:31

Zum Wochenauftakt zeigt sich der DAX robust, trotz der Sorgen um eine Eskalation in Nahost.

Doch stabil ist die Lage an den MĂ€rkten nicht. Mittelfristig zeigen sich aber viele zuversichtlich.

15. April 2024. Der April bringt weiter gemischte Nachrichten, nach zwei Wochen Kurskorrektur bleibt das Allzeithoch weit entfernt. Aktuell beunruhigt auch noch der Angriff Irans auf Israel. "Zum Wochenstart scheinen die Marktteilnehmer davon auszugehen, dass nun - hoffentlich! - zunĂ€chst einmal keine weitere, unmittelbare Eskalation zu befĂŒrchten sein sollte", kommentiert die Deutsche Bank. In Sachen Leitzins hat die EZB vergangenen Donnerstag zwar die TĂŒr fĂŒr eine Zinssenkung weit geöffnet. In den USA sieht es aber nach den jĂŒngsten Inflationsdaten noch nicht nach einem baldigen Zinsschritt aus. Und fĂŒr die am Freitag begonnene Quartalsberichterstattung herrscht eigentlich Zuversicht, doch bislang enttĂ€uschten Banken mit ihren Zahlen und Ausblicken.

Der DAX steht am Montagmorgen bei 17.969 Punkten nach 17.930 ZĂ€hlern am Freitag zu Handelsschluss. Der Dow Jones fiel am Freitag auf den tiefsten Stand seit Ende Januar, auch S&P 500 und Nasdaq verloren.Bewertungen stark gestiegen

Andreas HĂŒrkamp von der Commerzbank verweist auf die deutlich gestiegenen Bewertungen, die mittlerweile im Bereich ihrer Zehnjahresdurchschnitte lĂ€gen. "So ist das Kurs-Gewinn-VerhĂ€ltnis fĂŒr den DAX seit Herbst 2023 von 10 auf 13 gestiegen, das Kurs-Buchwert-VerhĂ€ltnis von 1,3 auf 1,6", erklĂ€rt der Analyst. Zudem sei die DAX-Dividendenrendite von 3,8 auf 3 Prozent gefallen. Neben dem jĂŒngsten Anstieg der Anleiherenditen sei das ein Bremsklotz, weshalb die DAX-Rally an Fahrt verloren habe. Zudem signalisiere das Anlegersentiment nach der starken Performance im ersten Quartal eine Verschnaufpause. Die könne durchaus mehrere Wochen anhalten.

"Zutaten fĂŒr im Trend steigende AktienmĂ€rkte ansprechend"

"Aktienanleger nehmen mitunter Neubewertungen der ĂŒberoptimistischen US-Zinssenkungserwartungen vor", kommentiert Robert Halver von der Baader Bank. Je nach schwankender Nachrichtenlage sei daher mit Kursschwankungen zu rechnen. Der zwischenzeitlich starke Anstieg der Netto-Long-Positionen am US-Aktienmarkt benötige ohnehin eine AbkĂŒhlung. "In der Vergangenheit zeigte sich aber, dass der Prozess von Gewinnmitnahmen zĂŒgig ablĂ€uft", betont Halver. Danach sei die Luft wieder rein fĂŒr neue ZukĂ€ufe. "Denn die Zutaten fĂŒr im Trend steigende AktienmĂ€rkte - unter anderem Zinssenkungen der EZB und spĂ€ter der Fed, weltkonjunkturelle Erholung, immer noch gĂŒnstig bewertete zyklische Aktien - bleiben ansprechend."

"US-Konjunktur und Zinssenkungen stĂŒtzen"

Diese Woche nimmt die US-Berichtssaison an Fahrt auf, unter anderem Goldman Sachs, Morgan Stanley und Bank of America legen ihre BĂŒcher offen, in Europa ASML und Sartorius. Laut Sören Wiedau von der Weber Bank liegen die KonsensschĂ€tzungen fĂŒr das Gewinnwachstum der S&P-500-Unternehmen bei 4 Prozent, fĂŒr die UmsĂ€tze bei ĂŒber 3 Prozent. "FĂŒr Europa wird dagegen mit einem GewinnrĂŒckgang um 14 Prozent gerechnet, vor allem wegen der Energie- und Grundstoffunternehmen", erklĂ€rt der Portfoliomanager. Mittelfristig bleibt die Bank fĂŒr die AktienmĂ€rkte optimistisch. Die robuste US-Konjunktur, der starke US-Arbeitsmarkt sowie Zinssenkungen der Notenbanken wĂŒrden sich positiv auf Gewinne und AktienmĂ€rkte auswirken. ZusĂ€tzlich werde der verstĂ€rkte KI-Einsatz zu Effizienz- und ProduktivitĂ€tssteigerungen in vielen Branchen fĂŒhren und sich positiv auswirken. "Kurzfristig kann es nach dem sehr starken Anstieg der AktienmĂ€rkte aber zu zwischenzeitlichen Korrekturen kommen."

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftstermine der Woche

Montag, 15. April

14.30 Uhr. USA: EinzelhandelsumsĂ€tze MĂ€rz. Die US-EinzelhandelsumsĂ€tze dĂŒrften im MĂ€rz leicht gestiegen sein, meint die Commerzbank.

Dienstag, 16. April

4.00 Uhr. China BIP 1. Quartal, Industrieproduktion/EinzelhandelsumsĂ€tze MĂ€rz. GestĂŒtzt von einer starken Entwicklung der Industrieproduktion dĂŒrfte sich das BIP-Wachstum im ersten Quartal gegenĂŒber dem Vorquartal beschleunigt haben, erklĂ€rt die DekaBank. Ein Basiseffekt fĂŒhre aber wohl zu einem Sinken der JahresverĂ€nderungsrate auf 4,7 Prozent nach zuvor 5,2 Prozent. Problematisch bleibe neben der anhaltenden Immobilienkrise vor allem die SchwĂ€che des privaten Verbrauchs.

11.00 Uhr. Deutschland: ZEW-Konjunkturerwartungen MĂ€rz. Die Stimmung der befragten Finanzmarktanalysten sollte im April sich weiter verbessern, meint die DekaBank.

Von Anna-Maria Borse, 15. April 2024, © Deutsche Börse AG

(FĂŒr den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die BeitrĂ€ge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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