Pflegereform, Ausgabenbremsen

Pflegereform: Ausgabenbremsen und Aufschlag fĂŒr Kinderlose

04.06.2026 - 10:26:17 | dpa.de

Zur finanziellen Stabilisierung der Pflegeversicherung soll nach PlÀnen von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) ein Paket mit Ausgabenbremsen und zusÀtzlichen Einnahmen kommen.

So sind Änderungen bei den ZuschlĂ€gen fĂŒr Heimbewohner zur Entlastung von Eigenanteilen vorgesehen, wie zuerst das Portal "Politico" auf Basis des Referentenentwurfs des Ressorts berichtete. Bei den mit der Aufenthaltsdauer steigenden ZuschlĂ€gen sollen die höheren Entlastungsstufen demnach jeweils sechs Monate spĂ€ter einsetzen. Dies soll die Pflegekassen 2027 um 2,6 Milliarden Euro entlasten.

Vorgesehen ist demnach außerdem, den Versicherungsbeitrag fĂŒr Menschen ohne Kinder Anfang 2027 von 4,2 Prozent auf 4,3 Prozent anzuheben. Bei der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern sollen EinschrĂ€nkungen Ă€hnlich wie bei der Krankenversicherung kommen. Die Einkommensgrenze, bis zu der BeitrĂ€ge fĂ€llig werden, soll angehoben werden, was Gutverdiener betrifft.

JĂ€hrliche Dynamisierung geplant

Bei den regulĂ€ren Leistungen der Pflegekassen soll erstmals ein Mechanismus eingefĂŒhrt werden, der jĂ€hrliche Erhöhungen gemĂ€ĂŸ der Inflationsentwicklung vorsieht. Dies soll dazu beitragen, den Anstieg der Eigenanteile abzufedern.

Im Blick steht auch eine stĂ€rkere Vorbeugung von PflegebedĂŒrftigkeit, wie aus dem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Entwurf hervorgeht. So soll fĂŒr die Pflege daheim ein Anspruch auf "Pflegebegleitung" eingefĂŒhrt werden, um auch Gesundheitsverschlechterungen frĂŒher zu erkennen. Beim leichtesten Pflegegrad 1 soll dafĂŒr der bisherige pauschale Entlastungsbetrag von bis zu 131 Euro pro Monat entfallen.

Finanznöte in der Pflege sind inzwischen chronisch geworden, auch nach der jĂŒngsten Beitragsanhebung um 0,2 Punkte Anfang 2025. FĂŒr kommendes Jahr wird ein Defizit der Pflegeversicherung von 7,6 Milliarden Euro erwartet. Vielen PflegebedĂŒrftigen machen außerdem immer weiter steigende Eigenanteile in Heimen zu schaffen. Hintergrund ist, dass die Pflegeversicherung, anders als die gesetzliche Krankenversicherung, nur einen Teil der Leistungen trĂ€gt.

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